Hannover 96 kann am Freitag gegen Gladbach noch etwas für den ramponierten Ruf tun

Ein Beitrag von Klaus Depenau - Michael Radegast aus Aligse gewinnt die beiden Sitzplatz-Tickets

HANNOVER (kd). Wenn alles so einfach wäre, wie am Freitag beim mehr als verdienten 2:2 (1:1)-Unentschieden im Berliner Olympiastadion vor 45.229 Zuschauern beim Tabellendritten Hertha BSC Berlin, dann dürfte ebenfalls am Freitagabend, 15. April 2016, ab 20.30 Uhr in der HDI-Arena im Heimspiel gegen den Champions-League Anwärter Borussia Mönchengladbach nichts schief gehen.
Zum einen findet erneut ein Flutlichtspiel am Abend statt, das die 96er offensichtlich zu einer weitaus besseren Leistung beflügelt als es in den bisherigen Spielen der Fall war. Zum anderen bewährte sich einmal mehr die Mär von einem Trainerwechsel, dass neue Besen gut kehren würden. Des weiteren dürfen die 96er in ihrem voraussichtlich fünftletzten Erstligaspiel noch einmal alles daran setzen, mit einer hoffentlich guten Leistung noch etwas für ihren ramponierten Ruf zu tun.
Das gelang dem Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga am vergangenen Freitag beim Tabellendritten Hertha BSC Berlin bei dem Debüt von Trainer Daniel Stendel in eindrucksvoller Art und Weise.
Der 42-jährige "Sechs-Spiele-Trainer," der zum Ende der Saison wieder die U-19 Auswahl von Hannover 96 übernehmen wird, veränderte die 96-Mannschaft bei seinem Einstand als Interimscoach gegenüber seinem Vorgänger Thomas Schaaf auf gleich sechs Positionen, indem er Spieler wie Salif Sané, Waldemar Anton, Manuel Schmiedebach, Uffe Bech, Noah-Joel Sarenren-Bazee und Artur Sobiech von Beginn an in die Startformation berief, wobei die beiden Youngster Waldemar Anton und Noah-Joel Sarenren-Bazee ihr Startelfdebüt gaben.
Eine Maßnahme , die sich auszahlte,wie das Ergebnis belegt. Dabei verlief der Start alles andere als nach Wunsch der 96er, da die Berliner ihrem Ruf zunächst gerecht wurden, an einem Freitag nicht als Verlierer den Platz zu verlassen, wie die bisherigen Spiele belegten, in dem der "Herthaner" an diesem Wochentag bisher sieben mal in Folge ungeschlagen blieben.
Auch gegen Hannover 96 deutete zunächst alles darauf hin, als wenn die Serie ausgebaut würde. Mit ihrem ersten Angriff gingen die Berliner über die linke Seite in Führung, als Berlins Außenverteidiger Marvin Plattenhardt in der 3. Minute mit einer Maßflanke Vedad Ibisevic bediente, der seinem Ruf als Goalgetter gerecht wurde und die frühe 1:0-Führung für seine Mannschaft erzielte.
Obwohl die "Roten" erneut einen Rückstand verkraften mussten, nach denen sie unter unter dem freigestellten bisherigen Trainer Thomas Schaaf in der Vergangenheit stets auseinander gefallen waren, widersetzten sich die Hannoveraner unter Daniel Stendel diesem Trend.
Bereits in der 6. Minute besaß Uffe Bech die Chance zum Ausgleich, als er an Berlins Torhüter Rune Jarstein scheiterte. Nur kurz darauf traf Hannovers mit Abstand bester Spieler Manuel Schmiedebach nur den Pfosten. In der 18. Minute wurde der Tabellenletzte für seine Bemühungen endlich belohnt, als Artur Sobiech nach einem zuvor traumhaften Zusammenspiel zwischen Manuel Schmiedebach und Hiroshi Kiyotake der längst verdiente 1:1- Ausgleich glückte.
Auch in der 2. Halbzeit setzten die 96er ihre imponierende Vorstellung fort. Für den in der 54. Minute verletzt ausgeschiedenen Uffe Bech, für den jetzt Kenan Karaman spielte, schlug in der 58. Minute die große Stunde, als er den gebürtigen Berliner Manuel Schmiedebach bediente, dessen Schuss vom Innenpfosten zur 2:1-Führung für den Tabellenletzten ins Tor prallte.
Glück für die Berliner, dass ihrem Torjäger Salomon Kalou in der 72. Minute noch der 2:2-Ausgleich gelang, als der Ivorer von der Vorarbeit des erst eine Minute zuvor eingewechselten Julian Schieber profitierte, in dem er im zweiten Versuch mit Glück das Leder zum schmeichelhaften 2:2- Ausgleich über die Torlinie schob.
Trotz des verpassten Sieges zeigte sich 96-Trainer Daniel Stendel zufrieden. "Natürlich hätten wir gerne den Sieg mitgenommen. Die Mannschaft hat das gezeigt, was wir uns von ihr erhofft hatten. Das war ein großer Schritt nach vorne", ist sich Hannovers Übergangstrainer sicher, dessen Mannschaft am Freitag von 20.30 Uhr im Heimspiel gegen den Champions League- Anwärter Borussia Mönchengladbach die große Chancen besitzt, endlich wieder einmal als Sieger vom Platz zu gehen, sofern es ihr gelingt, die Leistung wie gegen Hertha BSC Berlin zu wiederholen.
Zwar trennt die Hannoveraner als Schlusslicht immerhin 27 Punkte vom Tabellenfünften aus Gladbach, doch gehören die Borussen trotz ihrer guten Tabellenplatzierung mit erst 11 Auswärtspunkten in der Fremde zu den schwächsten Mannschaften, was sich auch am vergangenen Sonnabend zeigte, als die Mannschaft von Trainer Andrè Schubert bei ihrer 0:1-Niederlage beim FC Ingolstadt erneut ihre Auswärtsschwäche verriet.
Ein Vorteil für die 96er könnte es auch sein, dass Gladbachs herausragender Mittelfeldregisseur Granit Xhaka in Ingolstadt die fünfte gelbe Karte sah und damit für das Spiel am Freitag in Hannover gesperrt ist.
Noch einmal „Erstliga-Luft“ kann am Freitagabend auch Michael Radegast aus Aligse „schnuppern“. Er hat als Einziger(!) das 2:2-Remis der „Roten“ in Berlin richtig getippt und somit die beiden Sitzplatztickets gewonnen.