Hannover 96 hat gegen holländischen Pokalsieger PEC Zwolle den Rhythmus verloren

Die Abwehrformation von Hannover 96 offenbarte einige Unsicherheiten. Hier kann Christian Pander (2.v.r.) eine Hereingabe des agilen Zwollers Mustafa Saymak (4 v.r.) nicht verhindern. (Foto: Kamm)
 
Neuzugang Joselu (rechts) erzielte für die 96er das 1:0. (Foto: Kamm)

Fast 1300 Zuschauer beim Testspiel in der Iltener „WahreDorff-Arena“

ILTEN (kd). Mit der Zahl 13 verbinden viele Menschen nichts Gutes. Als Iltens Trainer Carsten Linke, der im Hauptberuf als Sporttherapeut im Klinikum Wahrendorff in Ilten arbeitet, am Freitag aus dem Fenster seiner Arbeitsstätte schaute, da mochte es der einstige „Fußballgott“ von Hannover 96 kaum glauben. „Es regnete beim 13. Gastspiel von Hannover 96 in Ilten bis weit in den Abend hinein in Strömen. Um so glücklicher war ich, dass dennoch 1.296 Zuschauer den Weg in unsere „WahreDorff-Arena“ gefunden haben, um beim traditionellen Auftritt von Hannover 96 gegen den holländischen Pokalsieger PEC Zwolle mit dabei zu sein“, freute sich Carsten Linke in seiner Funktion als Mitveranstalter.
Daher nahm die einstige 96-Ikone die 1:2 (1:2)-Niederlage von Hannover 96 gegen den Euro League-Teilnehmer aus den Niederlanden dann auch gelassen hin. „Ich war nahezu bei allen Spielen der Roten dabei. 1999 sogar noch als Spieler von Hannover 96 gegen Werder Bremen“, erinnert sich der 48-jährige Fußballexperte, der seinen Nachfolgern im Dress von Hannover 96 im Testspiel gegen PEC Zwolle eine gute und vor allem engagierte Leistung bescheinigte. „Ich denke, dass die Zuschauer daher auch zufrieden waren, wenngleich das Wetter nicht mitspielte“, bat Carsten Linke noch einmal um Nachsicht. Nicht so milde gestimmt war Trainer Tayfun Korkut von Hannover 96 mit dem letzten Testspiel seiner Mannschaft vor dem Trainingslager im österreichischen Radkersburg, das die 96er am Sonnabend für eine Woche bezogen. „Wir haben gut begonnen. Doch dann hat uns das erste Gegentor aus dem Rhythmus gebracht. Danach haben wir die Kompaktheit verloren, obwohl wir sonst keine Chancen zugelassen haben“, ärgerte sich Trainer Tayfun Korkut.
96 verlor die Linie
Dabei konnte der Beginn für die 96er kaum besser verlaufen. Bereits in der 9. Minute bugsierte Neuzugang Joselu nach einer Eingabe von Christian Pander den Ball zur 1:0 -Führung über die Linie. Doch spätestens nach dem 1:1-Ausgleich des holländischen Pokalsiegers durch das Tor von Mustafa Saymak (26.) verloren die „Roten“ ihre Ordnung. Daher kam es, dass die 96er, die ohne ihre gerade erst verpflichteten Neuzugänge Hiroshi Kiyotake und Ceyhun Gülselam angetreten waren (die aber in Ilten als Zuschauer kräftig Autogramme schrieben), ein wenig die Linie verloren. Die Gäste aus den Niederlanden nutzten die Unkonzentriertheiten der Hannoveraner prompt aus und kamen noch vor der Pause durch einen Weitschuss von Ben Riestra (43.) zur 2:1-Führung, wobei der erst 17-jährige 96-Schlussmann Timo Königsmann nicht gut aussah.
Nach dem Seitenwechsel agierten die 96er etwas zielstrebiger. Ohne allerdings für große Gefahrenmomente von dem Tor der Gäste zu sorgen – von den Möglichkeiten von Artur Sobiech, Edgar Prib und Leonardo Bittencourt einmal abgesehen. In der Schlussphase tauschte Tayfun Korkut noch einmal auf sechs Positionen aus, so dass alle Feldspieler Einsatzminuten sammeln konnten. Einzig Torwart Timo Königsmann spielte über 90 Minuten durch. Die vielen Wechsel führten dazu, dass der Spielfluss enorm litt und sich beide Mannschaften in den letzten Minuten kaum noch eine zwingende Torchance mehr erarbeiten konnten. So blieb es dann beim 2:1-Sieg des Erstdivisionärs PEC Zwolle, der vor einem halben Jahr für Furore sorgte, als er im holländischen Pokalfinale Ajax Amsterdam mit 5:1 besiegte.
Hannover 96: Königsmann – Sakai (58. Rankovic), Marcelo (76. Thesker), Felipe (76. Anton), Pander (45. Albornoz) – Schmiedebach (76. Pietler), Andreasen (76. Hirsch)– Bittencourt (76. Schlaudraff), Stindl (58. Karaman), Prib (76. Sulejmani) – Joselu (45. Sobiech)