Hannover 96 hat gegen Borussia Dortmund nichts zu verlieren

Die „Roten“ hoffen am Sonnabend auf eine positive Überraschung

HANNOVER (kd). Ein Spiel elektrisiert nun bereits seit Wochen die Anhänger von Hannover 96. Daher ist die Bundesligapartie am Sonnabend, 12. September, von 15.30 Uhr an in der HDI-Arena zwischen den „Roten“ und Borussia Dortmund quasi seit der Veröffentlichung des Bundesligaspielplanes ausverkauft. Dabei stand zu dem frühen Zeitpunkt gar nicht mal fest, dass die Borussen mit ihrem neuen Trainer Thomas Tuchel zusammen mit dem FC Bayern München als einzige Mannschaft nach drei Spieltagen verlustpunktfreier Tabellenführer der Bundesliga sind. Daher hat es 96-Trainer Michael Frontzeck mit seinem Team relativ einfach, weil von seiner Mannschaft im Spiel des David gegen den Goliath aus dem Ruhrpott wenig erwartet wird. Zu bescheiden sind die Ansprüche bei den 96-Anhängern nach den zuletzt gezeigten Leistungen geworden, um gegen den Tabellenführer ein Wunder zu erwarten.
Selbst in den beiden Testspielen in der Länderspielpause gegen Amateurvertreter wussten die Hannoveraner nicht zu überzeugen. Dem 6:0-Sieg gegen den Oberligisten 1. FC Egestorf/Langreder folgte am Freitagabend beim 3:0-Sieg gegen den Landesligisten Rotenburger SV ein noch schwächerer Auftritt. Daher darf man gespannt sein, wie sich die 96er am Sonnabend gegen die Borussen zu behaupten wissen. Vor allem die 96-Mannschaft ist gefordert, gegenüber ihrem Verein und vor allem auch gegenüber ihrem Trainer endlich ihre Bringschuld einzulösen. War es doch Michael Frontzeck, der sich gerade zu in Nibelungentreue vor seine Mannschaft stellte, als er ihnen die Fähigkeit zusprach, über eine ausreichende Bundesligafähigkeit zu verfügen. Das führte dazu, dass der 96-Trainer die Offerte seines Präsidenten Martin Kind ausschlug, die Mannschaft noch bis zu einem Investitionsvolumen von bis zu 10 Millionen Euro zu verstärken, um so von einem Abstiegsplatz weg zukommen und in Zukunft eine weitaus bessere Rolle in der Bundesliga zu spielen.
Inwieweit die 96-Spieler in der Lage sind, sich gegen den Tabellenführer zu behaupten, wird interessant sein. Mit Hiroshi Kiyotake wurde immer wieder der Hoffnungsträger der 96er genannt, der nach seinem ausgeheilten Mittelfußbruch als Regisseur im Mittelfeld die Fäden ziehen sollte, um die Einfaltlosigkeit im Mittelfeld der Hannoveraner zu beenden. Doch fehlte der Japaner in den beiden Testspielen in Barsinghausen und Rotenburg, da er aus dringenden privaten Gründen von seinem Arbeitgeber freigestellt wurde und bis zu diesem Wochenende in seiner Heimat weilte. Daher bleibt abzuwarten, ob Hiroshi Kiyotake gegen Borussia Dortmund überhaupt zum Kader der „Roten“ zählen wird. Da auch andere Spieler, wie Marko Marin, nach einem Bericht im KICKER zum Kreis der angebotenen Spieler zählten und von den 96-Verantwortlichen nicht kontaktiert wurden, bleibt jetzt nun nur noch die Hoffnung übrig, dass der Kreis der vorhandenen Spieler von der Leistung her in der Lage ist, den anderen Bundesligisten Paroli zu bieten
Zu diesem Kreis der Gegner, die zu den möglichen Punktlieferanten gehören könnten, zählt von der Klasse her nicht Borussia Dortmund. Es sei denn, die 96er wachsen über sich hinaus und sorgen für eine echte Überraschung. Doch wer mag schon an Wunder nach den zuletzt gezeigten Leistungen der 96er glauben? Selbst unter dem Gesichtspunkt, dass sich die Aussichten der Fronzeck-Elf erheblich durch den Ausfall von Nationalspieler Marco Reus erhöhen könnten, der nach einem Zehenbruch noch nicht wieder einsatzfähig ist. Auch nicht mehr mit von der Partie sind am Sonnabend mit dem 27-jährigen Abwehrspieler Kevin Großkreutz (Galatasaray Istanbul) und dem polnischen Nationalspieler Jakub „Kuba“ Blaszczykowski zwei bei den Borussen-Anhängern äußerst beliebte Dortmunder Urgesteine, die von Thomas Tuchel aussortiert wurden. Während Michael Frontzeck als Trainer von Hannover 96 kurzfristige Transfers ablehnte, verpflichtete Dortmunds neuer Cheftrainer Thomas Tuchel kurz vor Ende der Transferperiode mit dem 28-jährigen südkoreanischen Nationalspieler Joo Ho Park vom 1. FSV Mainz 05 noch einen erfahrenen Abwehrspieler und dem 20-jährigen Adnan Januzai von Manchester United einen hoffnungsvollen belgischen Nationalspieler, der bereits den Ruf eines „Mini-Robben“ genießt und in Hannover sein Debüt in einem Pflichtspiel der Borussen geben soll. Hannover 96 muss dagegen hoffen, dass Sanè am Sonnabend nach seinen muskulären Problemen wieder so weit einsatzfähig ist, dass er von Beginn an mitwirken kann.