Hannover 96 – ein Sieg ist Pflicht

Die „Roten“ empfangen am kommenden Sonnabend Erzgebirge Aue

HANNOVER (kd). Die länderspielbedingte Pause nutzten am vergangenen Wochenende sowohl Hannover 96 als auch Erzgebirge Aue, die am kommenden Sonnabend, 19. November, bereits von 13 Uhr in der hannoverschen HDI-Arena aufeinandertreffen, zu Testspielen. Das war insbesondere für Akteure wichtig, die in den letzten Spielen nicht so häufig zum Zuge kamen, um sich dem Trainerstab auch einmal unter Wettkampfbedingungen zu zeigen.
So auch FC Erzgebirge Aue, die am Sonnabend gegen die deutsche U-20-Nationalmannschaft mit 2:1 (1:0) gewannen, wobei Clemens Fandrich in der 32. Minute für die 1:0-Halbzeitführung sorgte, die Leandro Putaro (54.) für die DFB-Elf zum 1:1 ausglich, ehe dann Cebio Soukou (88.) zwei Minuten vor dem Abpfiff noch der 2:1-Siegtreffer für die „Veilchen“ aus Aue glückte.
Einen Tag zuvor gewannen auch die „Roten“ souverän ihr Testspiel zu Gunsten der Robert-Enke-Stiftung vor 850 Zuschauern in dem mit Millionenaufwand sanierten Eilenriedestadion, das jetzt die Bezeichnung „96 - das STADION“ trägt, mit 4:0 (3:0) gegen den FC Carl Zeiss Jena. Einige der 96-Profis, die bislang in der Saison nur wenige Einsatzminuten erhalten hatten, bekamen in dieser Partie Gelegenheit, ihr Können zu zeigen. Eine Pause gewährte 96-Trainer Daniel Stendel unter anderem den Dauerbrennern Artur Sobiech, Felix Klaus und Marvin Bakalorz. Miiko Albornoz, Stefan Strandberg, Iver Fossum und Martin Harnik waren aufgrund von Länderspielen ebenfalls nicht mit von der Partie. Salif Sané und Waldemar Anton setzten wegen leichten Blessuren aus. Dafür rückten die U19-Spieler Lars Ritzka und Mete Kaan Demir in den Kader.
96-Coach Daniel Stendel durfte sich glücklich schätzen, dass von den Spielern aus der zweiten Reihe zwar Mittelfeldpieler Sebastian Maier nahezu alles schuldig blieb, doch sich dafür an diesem Tage mit Noah Joel Sarenren Bazee und Niclas Füllkrug zwei Spieler wegen ihrer Torgefährlichkeit für die Startformation gegen Aue aufdrängten. So sorgten nach der 1:0-Führung durch Kenan Karaman (9.), Noah Joel Sarenren Bazee (12.) und Niclas Füllkrug (45. mit Foulelfmeter) mit ihren Toren für die 3:0-Halbzeitführung, der erneut Niclas Füllkrug bereits in der 51. Minute seinen zweiten Treffer zum 4:0-Endstand folgen ließ.
Gute Voraussetzungen also für 96-Coach Daniel Stendel, um neben Martin Harnik (5 Treffer) und Felix Klaus sowie Kenan Karaman (beide jeweils 4 Treffer) bei Bedarf jetzt mit Niclas Füllkrug und Noah Joel Sarenren Bazee zwei weitere torgefährliche Angreifer zur Seite zu stellen. Gilt es doch, die hochgesteckten Erwartungen von 96-Präsident Martin Kind zu erfüllen, der unmissverständlich seinen Trainer und seine Spielern wissen ließ, dass er aus den noch ausstehenden fünf Spielen bis zur Winterpause und damit bis zum Ende der Hinrunde mit den Spielen gegen den FC Erzgebirge Aue (H), Fortuna Düsseldorf (A), 1. FC Heidenheim (H), VfB Stuttgart (A) und SV Sandhausen (H) mindestens vier Siege erwartet.
Bei realistischer Einschätzung allerdings eine schwer lösbare Aufgabe für die 96er, da es sich bei Fortuna Düsseldorf, FC Heidenheim und VfB Stuttgart um drei Topteams handelt, die mit den „Roten“ auf Augenhöhe sind und von denen zwei Teams sogar in der Tabelle vor den 96er platziert sind. Daher passt es sich, dass diese Gegebenheiten beim Aufsteiger aus Sachsen aber nicht der Fall sind. So gerieten die Veilchen nach einem gelungenen Start in den letzten Begegnungen gehörig in Schwimmen, was sogar mit imsgesamt 10 Punkten zum Absturz auf den 16. Rang und damit einem Relegationsplatz führte.
Während Erzgebirge Aue mit seinem erfahrenen Trainer Pavel Dotschev zu Hause mit nur 4 Punkten die heimschwächste Mannschaft der 2. Liga ist, holten die Sachsen auf fremden Plätzen bereits sechs Zähler und belegen damit in der Statistik einen Mittelplatz. Die „Roten“ sollten daher am Sonnabend gewarnt sein. Vor allem vor Aues Torjäger Patrick Köpke, dem Sohn des Bundestorhütertrainers Andreas Köpke. Der U-20-Nationalspieler, der über die Stationen Karlsruher SC und Fortuna Düsseldorf zu den Veilchen kam, bewies auch in dieser Saison, dass er das Toreschießen mit sechs Treffern nicht verlernt hat.