Handballbundesligist TSV Hannover-Burgdorf darf HC Erlangen nicht unterschätzen

Torwart Martin Ziemer und Abwehrspezialist Sven-Sören Christophersen nahmen eine kleine Verschnaufpause vor dem nächsten Angriff des Gegners. (Foto: st)

Können die Recken auch beim Deutschen Meister auftrumpfen?

BURGDORF (st). Zunächst am Donnerstag, 28 September 2017, gegen HC Erlangen und dann am „Tag der Deutschen Einheit“ beim aktuellen deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen. Die Serie der schweren Aufgaben reißt für die TSV Hannover-Burgdorf in der DKB Handball-Bundesliga nicht ab.
Allerdings nehmen das die Spieler augenblicklich mit Ruhe und Gelassenheit, denn nach dem besten, erst im jüngsten Spiel gebrochenen Saisonauftakt in der Geschichte der TSV können Trainer Carlos Ortega und seine Akteure nur gewinnen. Die nächsten beiden Partien werden die Recken erheblich fordern, Erfolgsdruck sieht aber anders aus.
Mit der 26:27-Niederlage im Februar diesen Jahres gegen HC Erlangen begann die Negativserie der TSV Hannover-Burgdorf in der Rückrunde der vergangenen Saison. Jetzt nach sechs Spieltagen der neuen Spielzeit ist davon keine Rede mehr.
Die Mannschaft um Kapitän Kai Häfner hat sich eine tolle Ausgangsposition für die nächsten anstehenden Aufgaben geschaffen. Und sie hat sich in der gesamten Liga und bei den Handballexperten wieder Respekt verschafft.
Besonders die Siege gegen die SG Flensburg-Handewitt und den THW Kiel, aber auch gegen HSG Wetzlar und SC Magdeburg waren Klasseleistungen und brachten den Recken erstmals die Tabellenführung in der Bundesliga ein.
Nach dem Spiel beim SC DHfK Leipzig am vergangenen Wochenende steht nun am morgigen Donnerstag, 28. September, ab 19.00 Uhr die Begegnung gegen HC Erlangen auf dem Spielplan. Für Malte Semisch und seine Mitspieler wird es eine Möglichkeit sein, die Niederlage aus dem Februar wieder gutzumachen.
Aber die Recken müssen vorsichtig sein. Auch Erlangen mit Trainer Robert Andersson hat einen guten Saisonstart geschafft und will in dieser Saison den starken einstelligen Tabellenplatz aus der letzten Serie bestätigen. Geht es nach Andersson gibt es eine „Weiterentwicklung und Verbesserung zum letzten Jahr“.
Trotz sechs Abgängen konnte die Leistungsstärke gehalten werden, denn mit Johannes Sellin, Andreas Schröder, Gorazd Skof, Christoph Steinert, Nico Büdel, Sergej Gorpishin und den jungen Talenten Michael Haßferter und Maximilian Lux wurde der Kader erweitert.
Für die TSV steht jetzt ein wichtiges Heimspiel auf dem Programm. Gerade weil in der nächsten Woche die Löwen auf die Recken warten, wäre ein Erfolg gegen Erlangen enorm wichtig. Durch die Vorstellungen in den vergangenen Wochen hat der Gastgeber aber eine Favoritenstellung eingenommen und morgen wird sich zeigen, ob das Team diese Bürde tragen kann.
Ortega wird seinen Spielern den Druck nehmen, denn auch zwei Niederlagen würde die Mannschaft in der jetzigen Situation nicht umhauen. Aber Ilija Brozovic und seine Mitspieler haben Lust auf mehr. Die Swiss Life Hall bietet immer eine tolle Atmosphäre und nach den Erfolgen in dieser Saison werden die TSV-Fans ihre Idole unterstützen, damit sie weiter in den oberen Tabellenregionen verbleiben.
Gelingt es der TSV die Belastungen der letzten Wochen abzuschütteln und in Hannover als Spitzenteam zu agieren, dann sollten mit einer kompakten Defensive und einer guten Chancenverwertung im Angriff die Erlanger bezwungen werden können und die Recken werden mit breiter Brust zum Deutschen Meister fahren.
Die Partie wird dann eine echte Herausforderung sein. Weil am 17. und 18. Oktober das Pokalspiel im Viertelfinale gegen den THW Kiel angesetzt wurde, ist das Spiel gegen die Löwen auf den 3. Oktober, ab 17.30 Uhr verlegt worden. Für die TSV eine erhebliche Zusatzbelastung, weil die nächste Begegnung dann am Donnerstag, 5. Oktober, bei MT Melsungen auf dem Spielplan steht. Torwart Martin Ziemer und seine Vorderleute nehmen es wie es ist und freuen sich, dass sie weniger trainieren müssen.
In der SAP Arena in Mannheim ist Hannover-Burgdorf trotz der Erfolge gegen Flensburg und Kiel nur krasser Außenseiter. Der Gastgeber hat eine Weltklassemannschaft zusammen und Trainer Nikolaj Jacobsen wird sein Team vor den Burgdorfern warnen. Besonders der Schweizer Andy Schmid ist als Spielmacher ein absoluter Könner seines Fachs und setzt neben eigener Torgefahr, seine Mitspieler immer wieder geschickt in Szene.
Die Löwen sind nicht unschlagbar, aber die Ortega-Schützlinge müssen schon 100 Prozent geben und auf Schwächephasen des Meisters hoffen, wenn sie aus Mannheim einen Punktgewinn mitnehmen wollen.