Gute Chancen auf einen Auswärtssieg in Eisenach

Neuzugang und Kreisläufer Erik Schmidt wurde von seinen Mitspielern freigespielt und kommt unbedrängt zum Wurf. (Foto: st)

TSV will beim ThSV den zweiten Sieg in Folge feiern

BURGDORF (st). Die TSV Hannover-Burgdorf hat am Sonnabend, 12. Dezember, die große Chance, mit einem Auswärtssieg beim Kellerkind ThSV Eisenach einen großen Schritt in Richtung oberes Mittelfeld und damit in Richtung einstelligen Tabellenplatz zu machen. Leicht wird die Aufgabe beim Aufsteiger nicht, aber die Recken haben die individuell stärkeren Spieler und sollten mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung gegen das Kollektiv des Gastgebers ankämpfen.
Wer am Sonnabend ab 19 Uhr denkt, gegen die abstiegsbedrohten Eisenacher steht ein leichtes Spiel bevor, ist nicht am richtigen Platz. Für die TSV ist in der DKB Handball-Bundesliga keine Partie einfach und in der Werner-Aßmann-Halle in Eisenach werden einem die Punkte sicher nicht als verfrühtes Weihnachtsgeschenk überreicht. Im Gegenteil, der ThSV kämpft mit allen Mitteln gegen den Abstieg und wird in eigener Halle noch mehr investieren, als in Auswärtsspielen. Die Abstiegszone ist eng beieinander und jeder Punkt könnte im Abstiegskampf am Ende der Saison entscheidend sein.
Sven-Sören Christophersen und seine Mitspieler könnten nach dem 29:28-Erfolg im Heimspiel gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke den nächsten Sieg im Dezember schaffen und damit den zweiten Auswärtserfolg verbuchen. Dazu ist eine gute Taktik von Trainer Jens Bürkle erforderlich, aber die Umsetzung muss von den TSV-Spielern erfolgen. In der Defensive ist Aggressivität gefordert und im Angriff eine gute Chancenverwertung.
Der Gastgeber haben einige wurfgewaltigen Rückraumspieler in seinen Reihen, die für die meisten Feldtore für den ThSV erzielen. Auch Rechtsaußen Tomas Urban, Kreisläufer Nicolai Hansen oder Spielmacher Olafur Bjarki Ragnarsson dürfen ihren Bewegungsdrang nicht zu Würfen nutzen. Hier wird die Recken-Abwehr Schwerstarbeit leisten müssen, um die Angreifer zu stoppen.
Aber die Abwehrarbeit ist wohl das geringste Problem der Recken. Der Mittelblock mit Erik Schmidt und Mait Patrail oder Sven-Sören Christophersen steht gut, im Angriff machen die TSVer noch zu viele Fehler. Unnötige Ballverluste oder unkonzentrierte Würfe führen zu schnellen Gegenstößen des Gegners, der dadurch einfache Treffer erzielen kann. Im Spiel gegen Lübbecke wurde 27 Fehlwürfe produziert – einfach zu viele. Hier müssen die Akteure ansetzen, Fehler vermeiden und gegen den reaktionsschnellen Torwart der Eisenacher, Svetislav Verkic, treffsicher agieren. Der Trainer der Gastgeber, Velimir Petkovic, ist ein alter Fuchs und wird sein Team zu Höchstleistungen animieren. Die Recken müssen dagegenhalten und ihre Qualitäten auf den Hallenboden bringen.
Der ThSV Eisenach hat eine große Handballtradition und spielte auch schon in der Saison 2013/2014 in der Bundesliga. Damals gelang der Klassenerhalt nicht, aber jetzt ist die Chance auch aufgrund der Breite an Teams im Tabellenkeller realisierbar. Die Halle in Eisenach wird mit fast 3000 Zuschauern ausverkauft sein und die Fans werden hinter ihrem Team stehen. Auch die Atmosphäre könnte die TSV beeinflussen. Da Mait Patrail und Co aber über viel Erfahrung verfügen und so manchem Druck standgehalten haben, hofft Bürkle auf eine stabile Leistung seiner Mannschaft. Nur ein doppelter Punktgewinn bringt Hannover-Burgdorf weiter in besseren Tabellenregionen und die restlichen Begegnungen im Jahr 2015 bedeuten noch viel Arbeit. Im nächsten Spiel gegen die HSG Wetzlar beginnt die Rückrunde und deshalb wollen Kai Häfner und seine Mitstreiter die letzte Partie der Hinserie erfolgreich abschließen.