Große Trauer herrscht vor dem letzten Heimspiel von Hannover 96

Sylvia Möller aus Burgdorf gewinnt Sitzplatz-Tickets gegen Hoffenheim

HANNOVER (kd). Ereignisreiche, aber auch traurige Nachrichten liegen hinter Hannover 96. Nachdem bereits seit einer Woche nach zuletzt 14-jähriger Zugehörigkeit zur Bundesliga der Abstieg der „Roten“ endgültig feststeht, wollten die 96-Profis trotzdem am Sonntag zur Saisoneröffnung auf der hannoverschen Pferderennbahn Neue Bult präsent sein, um mit Mitmachaktivitäten die Zuschauer zu erfreuen und auch Autogrammwünsche von Fußballfans zu erfüllen. Doch es kam anders, als es sich alle erhofft hatten. Unter dem Eindruck des tragischen Unfalltods des erst 19-jährigen Nachwuchsfußballers Niklas Feierabend wurde die Teilnahme beim traditionellen 96-Tag auf der Pferderennbahn in Langenhagen sowie das Regionalligaspiel der U-23 beim VfV Hildesheim abgesagt.
Niklas Feierabend, der noch drei Tage zuvor am Donnerstag seinen 19. Geburtstag feiern konnte, stand am Sonnabend beim 3:1 (0:1)-Sieg über RB Leipzig noch als Kapitän in der Startformation der U-19 Bundesligamannschaft von Hannover 96, für die er mit 11 Toren der erfolgreichste Torschütze seiner Mannschaft war und für die er mit seinem außergewöhnlichen Können dazu beitrug, dass die Roten am 21. Mai das deutsche Pokalfinale der A-Junioren in Berlin gegen Hertha BSC Berlin erreichten.
„Unser tiefstes Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden vor allem seiner Familie und seinen Freunden. Es macht uns alle sehr betroffen betroffen“, teilte der Verein mit, um noch hinzuzufügen: „Alle Mitspieler, Trainer, Mitarbeiter, Fans und das gesamte Umfeld von Hannover 96 sind zutiefst geschockt.“ Überschattet von diesem tragischen Ereignis geriet der Sport beim Tabellenletzten vorerst zur Nebensache. Zumal gerade die jungen Spieler der „Roten“ ein wichtiger Faktor in den Überlegungen bei der Rückkehr in die Bundesliga des neuen Cheftrainers Daniel Stendel spielen, der nicht zuletzt angesichts der Sympathiewerte, die der 42-Jährige seit seinem Amtsantritt bei den Fans genießt, erst am Freitag vom Interimstrainer mit einem bis zum Jahre 2018 ausgestatteten Vertrag als Chefcoach bei Hannover 96 befördert wurde.
Mit einem Durchschnittsalter von 24,27 Jahren bot Daniel Stendel gegen den FC Schalke 04 eine der jüngsten Anfangsformation der „Roten“ in der Bundesligageschichte auf. Der Tabellenletzte überzeugte trotz der 1:3 (1:2)- Heimniederlage in der HDI-Arena vor 46.900 Zuschauern einmal mehr die Zuschauer. Dass es ein mehr als glücklicher Sieg für die Königsblauen war, wollten selbst die Gäste nicht in Zweifel stellen. Einmal mehr überzeugten die Hannoveraner sowohl in kämpferischer als auch aus spielerischer Sicht und hätten zumindestens einen Punkt verdient gehabt. Ein Unterschied zwischen dem Absteiger Hannover 96 und einem Anwärter auf die Champions-Legaue, FC Schalke 04, war vom Anpfiff bis zum Abpfiff nichts zu erkennen.
Allerdings trat ein Mangel der Hausherren deutlich zu Tage. Während sich Hannover 96 zahlreiche Chancen boten, die nicht genutzt wurden, schlugen die „Knappen“ bei ihren Möglichkeiten eiskalt zu. So in der 12. Minute, als Eric Maxim Chupo-Moting nach schöner Vorarbeit von Leon Goretzka die 1:0-Führung für den Tabellensechsten erzielte. Doch währte die Freude bei den Schalkern nicht lange, da Artur Sobiech (20.) nur wenig später nach sehr guter Vorarbeit von Noah-Joel Sarenren-Bazee der mehr als verdiente 1:1-Ausgleich gelang. Während die „Roten“ danach dem mehr als verdienten Führungstreffer weitaus näher waren als die Gäste, schlug die Mannschaft von Andrè Breitenreiter in der Schlussminute der 1. Halbzeit durch Klaas Jan Huntelaar (45.) nach glänzender Vorarbeit des Schalkers Leroy Sanè eiskalt zu und erzielte zu diesem Zeitpunkt die mehr als glückliche 2:1- Führung für den FC Schalke 04, der auch in der 80. Minute von der Klasse seines zum FC Liverpool wechselnden Joel Matip profitierte, der den kurz zuvor eingewechselten Alessandro Schöpf maßgerecht bediente, so dass dieser keine Mühe hatte, mit seinem Treffer den 3:1- Sieg der Schalker endgültig perfekt zu machen.
Für die Fans von Hannover 96 heißt es nun am Sonnabend, 7. Mai, um 15.30 Uhr in der HDI-Arena im letzten Heimspiel der Saison gegen die TSG Hoffenheim zumindest für ein Jahr Abschied von der 1. Bundesliga zu nehmen. Im Gegensatz zu den 96ern, die trotz der fünf Punkte unter Trainer Daniel Stendel mit nur acht Zählern das schwächste Rückrundenteam sind, blies die TSG 1899 Hoffenheim nach der missglückten Ära von Huub Stevens unter ihrem neuen, erst 28-jährigen Trainerneuling Julian Nagelsmann zur Aufholjagd. Mit 24 Punkten sind die Hoffenheimer nicht nur das vierterfolgreichste Team der Rückrunde, sondern konnten sich mit jetzt 37 Punkten vom letzten auf den 13. Tabellenplatz der Bundesliga verbessern, womit die Kraichgauer aber den endgültigen Klassenerhalt noch nicht nicht erreicht haben, so dass sie am Sonnabend alles daran setzen werden, nicht als Verlierer den Platz zu verlassen.
Live dabei beim letzten Bundesliga-Heimspiel der „Roten“ gegen Hoffenheim ist Sylvia Möller aus Burgdorf. Sie hat – wie elf andere Teilnehmer/innen auch – bei unserem Ergebnis-Tipp-Gewinnspiel die unglückliche 1:3-Heimniederlage der 96er gegen Schalke richtig vorhergesagt und per Zufallsgenerator die beiden Sitzplatz-Tickets gegen die TSG 1899 Hoffenheim gewonnen.