Gelingt dem RSE ein offener Schlagabtausch mit den 96-Profis?

96-Torjäger Jan Schlaudraff erfüllte im vergangenen Jahr jeden Autogrammwunsch - sogar auf einem Gartenzwerg. (Foto: Kamm)

Hannover 96 will in Ramlingen Werbung in eigener Sache machen

RAMLINGEN (de). Nun hat das Warten ein Ende. Nur noch drei Tage lang müssen sich die Fußballfreunde gedulden, bevor es endlich soweit ist. Am Sonnabend, 6. Juli, fällt endlich der Vorhang. Nicht nur für den Landesligisten SV Ramlingen/Ehlershausen ist es trotz des PORTA-Cups das Spiel des Jahres. Bundesligist Hannover 96 ist von 17 Uhr an wieder in Ramlingen zu Gast.
Für die „Roten“ ist es diesmal aber nicht der erste Auftritt in der Region, nachdem sie das Training bereits wieder am 25. Juni aufgenommen haben. Bevor der Auftritt in Ramlingen erfolgt, gastierten die Bundesligaspieler von Hannover 96 entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit bereits zweimal in der Region. Nach dem 14:0-Auftaktsieg beim Kreisligisten TSV Berenbostel benötigten sie aber beim 2:1- Sieg gegen den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide, bei zwei Pfostenschüssen des Siebtligisten, allerdings das Glück des Tüchtigen, um als Sieger den Platz zu verlassen. Besser lief es dann aber am Sonntag beim 9:1-Sieg über den Verbandsligaabsteiger SV Schleswig 06, das die Roten im Rahmen eines Kurztrainingslagers in Glücksburg (Schleswig/Holstein) absolvierten. Ungebrochen ist allerdings das Zuschauerinteresse auf allen Plätzen, wo die 96er zu Gast waren. So kamen zu den drei Spielen im Schnitt über 2000 Besucher.
Die Besucherzahl von über 2000 Zuschauern wird es am Sonnabend auch nach den bisherigen Verkaufszahlen in Ramlingen geben, wie ihr Vorsitzender Jürgen Stern auf Anfrage bestätigte. „An der Tageskasse wird es nur noch einige Restkarten geben“, bestätigte Ramlingens Vorsitzender, dessen Trainer Kurt Becker bei diesem Event die Gelegenheit nutzen will, seine Neuzugänge vorzustellen. Um mit den Profis einigermaßen mithalten zu können, sind auch die Ramlinger bereits am 1. Juli wieder in das Training eingestiegen. „Wir werden bis zum Spiel gegen die 96er dann noch dreimal trainieren“, kündigte bereits Ramlingens Trainer Kurt Becker an.
Noch Restkarten vorhanden
Am Sonnabend, 6. Juli, wird sich eine Ramlinger Mannschaft präsentieren, die alles daran setzen wird, nicht ergebnisorientiert aufzutreten, sondern den Zuschauern ein attraktives Spiel zu zeigen. Das ist der Wunsch von Kurt Becker: „Wir werden uns nicht hinten reinstellen und mauern, sondern versuchen mitzuspielen. Wenn uns dann noch ein Tor gegen den Bundesligisten gelingen sollte, wäre es um so schöner." An einen Husarenstreich, wie es den Krähenwinkelern bei ihrer knappen 1:2-Niederlage gegen die 96er gelang, mag Ramlingens Coach nicht so recht zu glauben. „Noch einmal werden die Roten eine unterklassige Mannschaft nicht unterschätzen“, ist sich Kurt Becker ziemlich sicher.
Für die Fußballfreunde aus nah und fern ist das Spiel gegen Hannover 96 eine gute Gelegenheit, ihre Stars einmal aus der Nähe beobachten zu können. Bei dem hautnahen Kontakt, der sich auf dem Ramlinger Sportgelände ergibt, wird so mancher Fan auch in den Besitz eines Autogramms kommen. Da auch 96-Trainer Mirko Slomka Werbung in eigener Sache mit möglichst vielen Toren betreiben will, lohnt sich der Besuch allemal. Zumal es, wie Ramlingens Präsident Jürgen Stern wissen ließ, am Sonnabend noch Restkarten zum Preis von 15 Euro für Erwachsene und für 8 Euro für Rentner und Kinder an der Tageskasse erhältlich sind. Doch ist es angesichts einer Kapazität von maximal 2.600 Zuschauern ratsam, sich noch bis Freitag Karten an den bekannten Vorverkaufsstellen zu sichern, da das Spiel mit Sicherheit wieder ausverkauft sein wird.
96 mit interessanten Neuen
Besonders gespannt werden die Zuschauer natürlich auf das Debüt der Neuen sein. Nach den guten Ergebnissen in den Spielen der Europa League war klar, dass die 96-Verantwortlichen in erster Linie weiterhin auf ihre erfolgreiche Mannschaft setzen werden. Zumal viele Spieler noch langfristige Verträge besaßen. So musste die Mannschaft nur punktuell verstärkt werden. Allerdings war es das erklärte Ziel der 96-Verantwortlichen um den neuen Manager Dirk Dufner, die 96-Mannschaft deutlich zu verjüngen, was dann auch in die Tat umgesetzt wurde. Prominentester Neuzugang ist ohne Zweifel der 19-jährige Leonardo Bittencourt von Borussia Dortmund. Viel versprechen sich die 96 auch von Edgar Prib (23), der vom Bundesligaabsteiger SpVVg Greuther Fürth zu den Hannoveranern stieß. Der senegalesische Innenverteidiger Salif Sanè (22) vom französischen Klub AS Nancy soll die zuletzt recht anfällige Abwehr stabilisieren. Genau so wie Florian Ballas von der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg und Torhüter Konstantin Fuhry (VfB Stuttgart II).
Das erste Mal Profiluft schnuppern dürfen die A-Junioren Onur Capin, Valmir Sylejmani, Niklas Teichgräber und Tim Dierßen, die auch mit in die Trainingslager der Profis fahren werden. „Ich erwarte von diesen Jungs, dass sie sich hier frech einbringen und ihre Qualitäten unter Beweis stellen“, formulierte Mirko Slomka seine Erwartungen an die vier Nachwuchstalente. Durchaus möglich, dass einer der Nachwuchsspieler beim Gastspiel in Ramlingen am Sonnabend zum Einsatz kommt.
Nicht dabei sein werden in Ramlingen neben dem verletzten 96 Kapitän Steven Cherundolo und Felipe mit Mame Diouf, Didier Ya Konan, Karim Haggui und Confed-Teilnehmer Hiroki Sakai vier Spieler, die aufgrund ihrer Länderspielverpflichtungen erst am 8. Juli ins Mannschaftstraining einsteigen werden.
Wieder im Training dabei sind die Langzeitverletzten Franca, Felipe und Leon Andreasen, wobei wohl nur ein Kurzeinsatz von Leon Andreasen realistisch erscheint.
Nicht mehr im Kader sind Mohammed Abdellaoue und Konstantin Rausch, die zum VfB Stuttgart gewechselt sind, sowie Johan Djourou (Hamburger SV), Daniel Royer (Austria Wien), Samuel Radlinger, der an Rapid Wien verliehen wurde, Nico Gießelmann (SpVgg Fürth), Sascha Schünemann und die langjährigen Profis Mario Eggimann, Sofian Chahed und Sergio Pinto.