Gegen Leipzig sollen zwei Punkte eingespielt werden

Neuzugang Morten Olsen wird vom Gegner in die Zange genommen, bevor er einen seiner gefürchteten Distanzwürfe abfeuern kann. (Foto: st)

Aufsteiger SC DHfK Leipzig hat guten Saisonstart geschafft

BURGDORF (st). Das wird kein einfaches Spiel, aber letztlich sollte sich die etablierte Mannschaft der TSV Hannover-Burgdorf durchsetzen. Dieses Fazit könnte den folgenden Vorbericht auf das nächste Heimspiel der Recken gegen SC DHfK Leipzig in der DKB Handball-Bundesliga beenden, aber der Gegner wird sich nicht so leicht bezwingen lassen und hat als Aufsteiger bereits einige, auch überraschende, Punktgewinne in dieser Saison erobern können. In jedem Fall wird es eine interessante Begegnung und den 9. Spieltag der Serie 2015/2016 bereichern.
Am Sonnabend, 10. Oktober, ab 19 Uhr, ist wieder Bundesligaalltag in der Swiss Life Hall in Hannover. Die TSV begrüßt den Aufsteiger SC DHfK Leipzig und alle Handballfans erwarten von der Mannschaft um Trainer Jens Bürkle einen doppelten Punktgewinn. Nach acht Spieltagen und einem Saisonstart, der es in sich hatte, liegt die TSV Hannover-Burgdorf auf einem Mittelfeldplatz. Zieht man die Spiele gegen Frisch Auf Göppingen, THW Kiel, Rhein-Neckar Löwen, HSV Handball und MT Melsungen in Betracht, denn dabei handelte es sich durchweg um Teams, die am Ende der Saison in der Spitzengruppe erwartet werden, haben die Bürkle-Schützlinge eine solide Punkteausbeute erreicht, nicht mehr und nicht weniger.
Der 26:23-Erfolg gegen Göppingen und das 23:23-Unentschieden beim HSV Handball können dabei sicherlich als Bonuspunkte bezeichnet werden. Auch das 24:24-Remis im Heimspiel gegen MT Melsungen ist respektabel. Die Mannschaft hat trotz der Verletzungen von Rechtsaußen Torge Johannsen und Rückraumspieler Olafur Gudmundsson Charakter gezeigt, auch den THW mit einer guten Vorstellung zu einer Höchstleistung getrieben und wichtige Siege, wie gegen den Bergischen HC, geholt. Eine Schwächephase bei der HSG Wetzlar oder die zu hohe Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen sollen dabei aber auch nicht außer Acht gelassen werden.
Jetzt kehrt der Bundesligaalltag ein und das heißt, Mait Patrail und seine Mitspieler müssen von Spiel zu Spiel auf Punktejagd gehen, um sich im Mittelfeld festzusetzen, oder sogar in Richtung oberes Tabellendrittel zu schauen. Die nächsten Begegnungen in der Liga werden zeigen, wohin die Reise geht und das Heimspiel gegen Leipzig ist der Start dafür. Die Gäste mit Trainer Christian Prokop, der in der Gegend bereits als Coach des TSV Anderten, Eintracht Hildesheim und MTV Braunschweig aktiv war, dürfen in keinem Fall unterschätzt werden, denn sie wollen in Hannover einen Auswärtserfolg feiern.
Mit den sieben Abgängen Henrik Ruud Tovas (HC Elbflorenz), Gabor Pulay (Karriereende), Ulrich Streitenberger (Karriereende), Marc Pechstein (HC Empor Rostock), Max Emanuel (SG BBM Bietigheim), René Boese (HC Elbflorenz) und Michael Qvist (Ziel unbekannt) nach einem Aufstieg überraschten die Leipziger schon. Aber die Zugänge sorgen in der Messestadt für Zuversicht. Darunter befindet sich auch ein ehemaliger TSV-Akteur. Aivis Jurdzs wechselte vor der Spielzeit von ThSV Eisenach nach Leipzig und ist im Rückraum eine echte Verstärkung. Große Hoffnungen setzen die Leipziger auch in den 33-jährigen Torwart Milos Putera, der von TV Großwallstadt kam. Er soll zur Schlüsselfigur im Team heranwachsen und hat das auch bereits in den ersten Partien bewiesen. Neben diesen Neuzugängen verpflichtete der SC noch Marvin Sommer (EHV Aue), Sergey Zhedik (SKIF Krasnodar / Russland), Benjamin Meschke (Bergischer HC), Jan Gurezkij (eigene Jugend) und Christoph Steiner von GWD Minden.
Mit den beiden überraschenden Erfolgen gegen HSV Handball (31:27) und gegen den SC Magdeburg (26:25) unterstrichen die Leipziger ihre Qualitäten im Kader eindrucksvoll. Auch gegen TBV Lemgo waren die Prokop-Schützlinge mit 28:25-Toren erfolgreich und die bisherige Punkteausbeute sind für den Aufsteiger eine gute Bilanz. Nur Auswärts konnte das Team bisher noch nicht überzeugen und das soll, geht es nach den Recken, auch so bleiben.
Lars Lehnhoff und Co wollen mit ihren Fans im Rücken ein Feuerwerk abbrennen, sich von Spielbeginn an in Szene setzen und einen Vorsprung kontinuierlich ausbauen. Gelingt das und kann die TSV ohne Schwächephase im Spielverlauf die Leistung auch bis zur 60. Minute durchhalten, dann sollte ein Sieg realisierbar sein. Aber es wird keine Spazierfahrt und die Defensive muss hellwach sein, aggressiv in die Zweikämpfe gehen und im Angriff die Torchancen nutzen.