Gala auf dem Betzenberg soll ein Sieg gegen Fürth folgen

Mark Klingenberg aus Burgdorf gewinnt die Sitzplatz-Tickets

HANNOVER (kd). Besser hätte es nicht laufen können. Mit einem 4:0 (1:0)- Auswärtssieg beim 1. FC Kaiserslautern sorgte Hannover 96 zum Saisonauftakt der 2.Bundesliga nicht nur für einen Paukenschlag, sondern unterstrich gegenüber den Konkurrenten um den Aufstieg, dass der Zwangsaufenthalt in der 2. Bundesliga nach dem Abstieg aus der Bundesliga nur auf ein einjähriges Gastspiel beschränkt sein soll. Etwas zu voreilig agierten allerdings 2.300 mitgereiste Anhänger der Roten, als sie Mitte der 2. Halbzeit angesichts einer deutlichen Führung bereits lautstark skandierten: „Nie mehr 2. Liga, nie mehr 2. Liga.“
Bei aller Freude über den 96-Sieg vor großer Kulisse im Fritz-Walter-Stadion darf nicht verheimlicht werden, was der Geschäftsführer Sport von Hannover 96 zu Recht bemängelte. „Nach den ersten zehn Minuten konnte man sich schon ein bisschen Sorgen machen, ob wir in der Zweiten Liga angekommen sind", machte Martin Bader keinen Hehl daraus, dass bei den 96-Akteuren zu Spielbeginn noch nicht allzu viel stimmte.
Die Defensive von Trainer Daniel Stendel fand in den Anfangsminuten keinen Zugriff, da die 96er zumeist in den Zweikämpfen nur zweiter Sieger blieben. Mehr als einmal sorgte der von Halle gekommene pfeilschnelle Osayamen Osawe für gefährliche Konterangriffe über den rechten Flügel. Einen davon servierte Kaiserslauterns Angreifer seinem Sturmkollegen Marcel Gaus so maßgerecht, dass es nach sechs Minuten bereits 1:0 für die „Roten Teufel“ vom Betzenberg stehen musste. Doch war es 96-Keeper Philipp Tschauner zu verdanken, dass der Bundesliga-Absteiger nicht in Rückstand geriet.
Wie aus dem Nichts erzielte Hannover 96 in der 16. Minute mit seinem ersten gefährlich vorgetragenen Angriff durch den vom FC St. Pauli gekommenen Offensivspieler Sebastian Maier die 1:0-Führung, wobei der Ball nicht nur noch zweimal von Gegenspielern abgefälscht wurde, sondern der Torschütze auch davon profitierte, dass ihn Artur Sobiech überragend freigeblockt hatte.
So sehr der 1. FC Kaiserslautern mit seiner neuformierten Mannschaft in der 1. Halbzeit zu überzeugen wusste, um so mehr machte sich dann im zweiten Durchgang ein großer Qualitätsunterschied gegenüber den 96ern deutlich. Das zweite Tor durch Waldemar Anton in der 48. Minute fiel kurz nach der Halbzeit nach einer Ecke zum perfekten Zeitpunkt. Danach hatten die Gäste vor 40. 021 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion leichtes Spiel. Artur Sobiech schraubte das Ergebnis in der Schlussphase mit einem Doppelpack in der 63. Minute durch einen Kopfball und in der 84. Minute mit einem Schlenzer noch zum 4:0 in die Höhe.
Dennoch warnte Martin Bader aber vor zu großer Euphorie. „Das war erst der erste Schritt, aber ein sehr eindrucksvoller“, sagte der Geschäftsführer. Beim 1. FC Kaiserslautern herrschte dagegen Ernüchterung. Die aus dem letzten Jahr bekannten Schwächen in der Defensive und beim Torabschluss waren auch am Freitagabend nicht zu übersehen. Da half auch die starke Anfangsphase nichts. „Wir haben viel Lehrgeld bezahlt“, sagte FCK-Coach Tayfun Korkut nach der Klatsche gegen seinen Ex-Club. „Allerdings haben wir auch gegen einen absoluten Aufstiegskandidaten gespielt.°
Dagegen war 96-Coach Daniel Stendel zufrieden: „Wir haben heute sehr effektiv gespielt. Mit den Toren zum richtigen Zeitpunkt haben wir Lautern den Stecker gezogen.“ Am Sonntag, 14. August, erwartet Hannover 96 zu der für die Fans ungewohnten Anstoßzeit um 13.30 Uhr in der HDI-Arena mit der SpVgg Greuther Fürth einen Gegner, dessen Wünsche vor der Saison bescheiden sind. „Wir wollen besser als Platz neun und 49 Punkte holen. Diese Zielsetzung ist für die neue Saison fest verankert. Wir haben diese Ansage angenommen und wollen sie halten“, ließ Greuther Fürths Trainer Stefan Ruthenbeck wissen, der gerade mal 100.000 Euro für Neuzugänge ausgeben konnte.
Bei Hannover 96 hofft Stendel darauf, dass nach dem Ex-Stuttgarter Martin Harnik nun auch Niclas Füllkrug am Sonntag nach seiner Verletzung sein Debüt im 96-Dress geben kann, der vor drei Jahren von Werder Bremen auf Leihbasis zu der SpVgg Greuther Fürth wechselte, bevor sich dann der 1. FC Nürnberg die Dienste des aus Ricklingen stammenden Torjägers sicherte.
Sechs Teilnehmer/innen von insgesamt 243 Einsendungen zu unserem Ergebnis-Tipp-Gewinnspiel hatten tatsächlich den 4:0-Sieg der 96er in Kaiserslautern richtig getippt. Der Zufallsgenerator ermittelte Mark Klingenberg als Gewinner der beiden Sitzplatz-Tickets gegen die Fürther am kommenden Sonntag, 13.30 Uhr, in der HDI-Arena.