Für Hannover 96 zählen ab sofort keine Ausreden mehr

Simone Buggel aus Lehrte gewinnt Sitzplatztickets gegen VfB Stuttgart

HANNOVER (kd). Von einem Ende der „Ergebniskrise“ zu sprechen, wie 96-Trainer Tayfun Korkut die anhaltende Erfolglosigkeit seiner Mannschaft mit nur einem gewonnenen Spiel aus den letzten zehn Spielen bezeichnete, wäre nach dem 1:1 (1:1)-Unentschieden beim 1. FC Köln vor 47.300 Zuschauern im Kölner Rhein-Energie-Stadion wohl verfrüht. Doch verließen die Akteure von Hannover 96 am Samstagabend wenigstens nicht als Verlierer den Platz. Mehr lässt sich beim besten Willen nicht über ein Spiel sagen, bei dem beide Mannschaften einmal mehr mit Fußball-Magerkost glänzten, was angesichts der Statistiken auch kein Wunder war.
Während die Rheinländer ihren Ruf als das zweitschwächste Heimteam der Bundesliga mit insgesamt nur neun Punkten eindrucksvoll unter Beweis stellten, konnten die „Roten“ zum Leidwesen ihres Trainers und ihrer Anhänger nicht die These widerlegen, dass sie das Siegen verlernt haben.
Dabei wäre ein Sieg gegen die alles andere als überzeugende Kölner Mannschaft dringend erforderlich gewesen. So hatte dann auch 96-Keeper Ron-Robert Zieler vor den Spielen beim 1. FC Köln und am Sonnabend (15.30 Uhr) zu Hause gegen den VfB Stuttgart angesichts der drei kommenden März-Gegner FC Bayern München, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund seinen Mannschaftskameraden die Forderung an die Hand gegeben, aus den Spielen gegen Köln und Stuttgart sechs Punkte zu holen.
Dieser Traum ist nach der Punkteteilung in Köln bereits ausgeträumt. Dabei begannen die Hannoveraner nicht einmal schlecht. Hannovers Coach Tayfun Korkut, der gegenüber der 1:2-Heimniederlage gegen den SC Paderborn drei Veränderungen in der Mannschaftsaufstellung vorgenommen hatte, indem er für den formschwachen Hiroshi Kiyotake, den aufgrund seiner 5. gelben Karte gesperrten Christian Schulz und den verletzten Manuel Schmiedebach (muskuläre Probleme) mit Leonardo Bittencourt, Ceyhun Gülselam und Maurice Hirsch drei neue Spieler in die Anfangsformation berief.
Das machte sich vor allem in der Anfangsphase positiv bemerkbar. Leonardo Bittencourt war es, der immer wieder durch Vorstöße aufhorchen ließ. Ein Zuspiel erreichte über Lars Stindl und Leonardo Bittencourt den mitgelaufenen 96-Außenverteidiger Miiko Albornoz, dessen Flanke Joselu bereits in der 5. Minute mit einem Kopfball an die Unterkante der Latte setzte. Glück für die Gäste, dass der Ball von Kölns Torhüter Timo Horn von der linken Schulter zur 1:0-Führung für die Niedersachsen ins Tor prallte.
Mit der Führung im Rücken hätten die 96er eigentlich ihr gefürchtetes Konterspiel aufziehen können. Doch nichts dergleichen geschah. Ein Lapsus von Maurice Hirsch, der den Ball nach gut einer Viertelstunde mit der Hacke klären wollte, landete am Kopf des zurück laufenden 96-Spielers Sanè und von dort bei Kölns Torjäger Anthony Ujah, der den herauseilenden Torhüter Ron-Robert Zieler mit dem frühen Ausgleichstreffer in der 17. Minute zum 1:1 überwand.
Bei diesem Spielstand blieb es bis zum Schlusspfiff, obwohl sich beide Mannschaften noch einen offenen Schlagabtausch lieferten, bei dem beide Teams noch Möglichkeiten besaßen, den Siegtreffer zu erzielen. Vier gelbe Karten, davon zwei für die 96er Joao Pereira (71.) und Sané, verliehen der hektischen Partie in der Schlussphase noch die unvermeidlichen Farbtupfer, die in der Nachspielzeit mit der unnötigen Ampelkarte für Joao Pereira für ein Foulspiel an Jonas Hector ein unschönes Ende fanden. Der portugiesische Nationalspieler wird damit am Sonnabend im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart fehlen. Dafür steht Christian Schulz nach Ablauf seiner Sperre wieder zur Verfügung. Ebenso dürften Manuel Schmiedebach, Leon Andreasen oder auch Hiroshi Kiyotake wieder einsatzbereit sein.
„Das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart müssen wir unbedingt gewinnen!“, fordert angesichts der Bedeutung des Spiel gegen den Tabellenletzten Trainer Tayfun Korkut. Wohl wissend, dass danach auf seine Mannschaft gegen Teams wie FC Bayern München, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund von der Papierform her weitaus schwerere Aufgaben warten. Die Stuttgarter zählen aber trotz des letzten Tabellenplatzes mit bisher 13 Zählern zu den auswärts stärkeren Mannschaften. „Noch dazu haben wir aus dem Hinspiel mit unserer 0:1-Niederlage gegen die Stuttgarter noch etwas gutzumachen“, fordert Tayfun Korkut. Ohnehin ist der 96-Coach der festen Überzeugung, dass die Ergebniskrise seiner Mannschaft spätestens am Sonnabend nach der Heimbegegnung gegen die Schwaben ein Ende haben wird. Bleibt nur zu hoffen, dass der 96-Coach Recht behält.
Die Partie gegen den VfB Stuttgart mit erleben kann Simone Buggel aus Lehrte, die bei unserem Tipp-Gewinnspiel das 1:1-Unentschieden der „Roten“ gegen den 1. FC Köln richtig voraussagte. Der Zufallsgenerator bescherte der Gewinnerin die beiden Sitzplatztickets am Sonnabend gegen den VfB Stuttgart.