Für Hannover 96 ist die Zeit der Ausreden vorbei

Dieter Vosteen aus Burgwedel gewinnt die beiden Sitzplatz-Tickets

HANNOVER (kd). Auf den ersten Blick scheint alles in Ordnung zu sein, wenn man sich die sportliche Bilanz von Hannover 96 in der 2. Bundesliga anschaut. Mit 25 Punkten belegen die 96er nach 14 Spielen hinter Eintracht Braunschweig und dem VfB Stuttgart den 3. Tabellenplatz, der zum Saisonende zu einem Relegationsspiel gegen den Tabellensechzehnten der 1. Bundesliga berechtigt. Eine reizvolle Angelegenheit, die aber zudem viele Risiken beinhaltet.
Zumal bereits vor dem Ende der Hinserie mit den noch ausstehenden Spielen am Freitag, 2. Dezember, zu Hause ab 18.30 Uhr gegen den 1. FC Heidenheim, am Montag, 12. Dezember, ab 20.15 Uhr beim VfB Stuttgart und zum Abschluss am Sonntag, 18. Dezember, ab 13.30 Uhr zu Hause gegen den SV Sandhausen dunkle Wolken aufgezogen sind, die nichts Gutes erahnen lassen.
Dabei erfüllten die 96er am vergangenen Freitag mit dem 2:2 (0:1) bei Fortuna Düsseldorf vor 28.122 Zuschauern in der Düsseldorfer Esprit-Arena die Mindestvorgabe ihres sportlichen Leiters, das Spiel nicht zu verlieren und wenigstens mit einer Punkteteilung nach Hause zurückzukehren.
In puncto Offensive blieben die „Roten“ am Freitag nichts schuldig. Permanent suchte Hannover 96 in einem unterhaltsamen Spiel mit vielen Torraumszenen die Offensive, wobei insbesondere Kenan Karaman hervorstach, der nicht von ungefähr auf Vorarbeit von Edgar Prib in der 17. Minute mit einem platzierten Rechtsschuss für die 1:0-Führung der Hannoveraner sorgte. Doch zeigten die Gäste nur sieben Minuten nach dem Seitenwechsel ihr zweites Gesicht, als sie beim Ausgleichstreffer von Ihlas Bebou zum 1:1 all zu nachlässig agierten.
Das Glück für Hannover 96 schien vollkommen zu sein, als Felipe, der in der 70. Minute die gelb-rote Karte sah, in der 51. Minute für die erneute Führung des Tabellendritten sorgte. Doch war es Düsseldorfs Robin Bormuth, der mit seinem Rechtsschuss in der 67. Minute zum 2:2-Ausgleich die Siegesträume der „Roten“ wie Seifenblasen zerplatzen ließ. Nach einer Schonfrist von zwei Tagen begann am Montag die Aufarbeitung des Spiels, wobei einmal mehr Trainer Daniel Stendel aufgrund seiner eigenwilligen Personalpolitik in das Kreuzfeuer der Kritik geriet.
Berechtigt oder unberechtigt wird sich spätestens bis zum Beginn der Winterpause durch die erzielten Resultate zeigen. So sah sich der zuvor hochgelobte Niclas Füllkrug auf der Ersatzbank wieder und wurde erst in der Nachspielzeit für Felix Klaus eingewechselt, der in Düsseldorf seine fünfte gelbe Karte sah und daher wie Felipe gegen den 1. FC Heidenheim gesperrt ist. Noch unverständlicher war nicht nur bei den 96- Anhängern die Maßnahme von Daniel Stendel, ihren vermeintlich besten Spieler Salif Sanè bis zur 73. Minute auf der Einwechselbank schmoren zu lassen, ehe der 96-Coach ihn dann für Martin Harnik einwechselte.
Nicht auszudenken, wenn nicht bereits das kommende Heimspiel am Freitag ab 18.30 Uhr gegen das punktgleiche Team vom Tabellenvierten 1. FC Heidenheim nicht mit einem Sieg für die 96er enden sollte. Erst recht nicht, wenn die personellen Planspiele von Daniel Stendel sich als Rohrkrepierer erweisen sollten. Dass die Aufgabe gegen die punktgleichen Heidenheimer nicht einfach wird, ist Daniel Stendel sehr wohl bewusst. So verfügen die Heidenheimer mit erst zehn Gegentreffern über die beste Abwehr der 2. Liga.
Auswärts riss das Team des seit 9 Jahren beim 1. FC Heidenheim amtierenden Erfolgstrainers Frank Schmidt mit erst acht Punkten noch keine Bäume aus, obwohl der 2:1-Sieg beim VfB Stuttgart aufhorchen ließ. Die Mannschaft aus dem Osten von Baden-Württemberg lebt von ihrer Disziplin und lässt sich selbst bei einem Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. Selbst bei ihren Niederlagen gegen die Würzburger Kickers, VfL Bochum und Arminia Bielefeld kassierten die Spieler um ihren Torjäger Marc Schnatterer, der bisher wie Kenan Karaman fünfmal traf, nie mehr als zwei Gegentore. Viele Chancen werden sich daher den 96-Spielern am Freitag nicht bieten, die ihrerseits alles daran setzen sollten, die sich bietenden wenigen Chancen konsequent zu nutzen, um dann gut gewappnet beim VfB Stuttgart anzutreten.
Mit dabei ist Dieter Vosteen aus Burgwedel, der bei unserem Ergebnis-Tipp-Gewinnspiel den Spielausgang gegen Düsseldorf richtig tippte und per Zufallsgenerator die beiden Sitzplatz-Tickets gewonnen hat.