Für Hannover 96 beginnen die „Wochen der Wahrheit“

Mit Sieg bei Union Berlin können sich die „Roten“ oben festsetzen

HANNOVER (kd). Der Tabellenstand von Hannover 96 lässt nach dem 8. Spieltag in der 2. Fußball-Bundesliga keine Wünsche offen. Mit 17 von möglichen 24 Punkten belegen die 96er hinter Spitzenreiter Eintracht Braunschweig (19 Zähler) den 2. Tabellenplatz. Kein Wunder, dass die Euphorie bei den „Roten“ riesengroß ist, zumal sie noch einige verletzte Rückkehrer, wie Uffe Bech, Noah Joel Sarenren-Bazee oder Florian Hübner, in der Hinterhand haben, die nach ihrer Rückkehr das Leistungsniveau der Mannschaft noch weiter steigern könnten.
Was die Fans jedoch viel mehr verwundert: Die groß angepriesenen Millionenneuzugänge Martin Harnik, Sebastian Maier oder Niclas Füllkrug sind in den bisherigen Spielen noch nicht über eine Reservistenrolle hinausgekommen. Was bei einer weiteren Nichtberücksichtigung auch Konfliktpotenzial beinhalten könnte. Zumal nun im Oktober nach dem erfolgreichen Auftakt mit dem 2:0 (0:0)- Heimsieg über den FC St. Pauli für die 96er in den kommenden drei Spielen „die Wochen der Wahrheit“ fortgesetzt werden.
Jetzt wird sich in den Partien am Sonntag, 16. Oktober, um 13.30 Uhr beim Tabellensechsten 1. FC Union Berlin, eine Woche darauf am Sonntag, 23. Oktober, um 13.30 Uhr beim wiedererstarkten Tabellendreizehnten 1. FC Nürnberg (8 Punkte) und zum Abschluss am 30. Oktober von 13.30 Uhr an in der heimischen HDI-Arena gegen den Überraschungsaufsteiger und Tabellenfünften Würzburger Kickers(15 Punkte) zeigen, ob es für die 96er ein „Goldener Oktober“ werden wird.
Zumindest warnend sollte man schon jetzt den Finger heben, dass es nach dem Würzburger Spiel am Sonntag, 6. November, ab 13.30 Uhr zum Tabellenführer Eintracht Braunschweig geht, der in seinen bisherigen vier Heimspielen noch keinen Punkt abgab. Auf Hannover 96 wartet also in den kommenden vier Begegnungen ein hammerhartes Programm.
Bereits am Sonntag haben es die Hannoveraner von 13.30 Uhr an in Köpenick an der Wuhlheide mit den „Eisernen“ vom 1. FC Union Berlin mit einer Mannschaft zu tun, die vor allem zuhause an der Alten Försterei vor ausverkauftem Haus von leidenschaftlichen Union-Fans angefeuert wird. Diese werden alles daran setzen, ihre Spieler so lautstark zu unterstützen, dass das Team von Cheftrainer Jens Keller ihre Heimstärke nach Siegen über den Karlsruher SC (4:0) und FC St. Pauli Hamburg (2:0) sowie einem 2:2 gegen Dynamo Dresden unter Beweis stellen kann, um an der Alten Försterei weiterhin ungeschlagen zu bleiben.
Interessant wird auch sein, wer von den nach Eintracht Braunschweig mit jeweils 16 Treffern torgefährlichsten Mannschaften seine Stärken besser unter Beweis stellen kann. Während die „Roten“ weit über die Hälfte ihrer Tore nach Standards erzielen konnten, kann Union-Coach Jens Keller, der zumeist mit einem 4-3-3 System spielt, mit Collin Quaner, dem mit sechs Treffern führenden Zweitligatorjäger, Steven Skrzybski (4 Tore) und Philipp Hosiner (2 Tore) gleich auf drei Goalgetter zurückgreifen, so dass der erfahrene Coach die Qual der Wahl hat, wen er von Beginn an spielen lassen soll.
Bei Hannover 96 steht Trainer Daniel Stendel nach Ablauf seiner Rotsperre von vier Spielen Salif Sanè wieder zur Verfügung. Mehr als fraglich wird in Berlin der Einsatz von Niclas Füllkrug sein, der sich beim 2:2 im Testspiel gegen Holstein Kiel eine Bänderverletzung zuzog, über deren Diagnose erst eine MRT-Untersuchung Anfang der Woche Auskunft geben kann. Erfreulich aus Sicht der 96er, dass mit dem 19-jährigen Elias Huth ein talentierter Nachwuchsstürmer an den Verein mit einem Lizenzspielervertrag gebunden werden konnte.