Für 96 zählen keine Ausreden mehr

Selina Weber aus Isernhagen gewinnt die Sitzplatz-Tickets gegen Düsseldorf

HANNOVER. Der Aufstiegszug von Hannover 96 in Richtung 1. Bundesliga ist im Erzgebirge zum Halten gekommen. Durch das 2:2 (1:1)-Remis beim abstiegsgefährdeten FC Erzgebirge Aue rutschten die 96er aus den beiden direkt zum Aufstieg berechtigten Rängen. Die Mannschaft von Trainer Andrè Breitenreiter belegt nun hinter dem Tabellenführer VfB Stuttgart (60 Punkte), der sich in einem herausragenden Montagspiel mit 3:1 (2:0) gegen den 1. FC Union Berlin durchsetzte, nur noch hinter dem punktgleichen Tabellenzweiten Eintracht Braunschweig mit 57 Punkten aufgrund des um einen Treffer schlechteren Torverhältnis den 3. Tabellenplatz und damit einen Relegationsrang. Gefolgt von den „Eisernen“ von Union Berlin, die nach der Niederlage in Stuttgart mit 54 Punkten den 4. Tabellenplatz belegen. Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass das Führungsquartett trotz der Niederlage von Union noch bis zum Saisonende für Spannung im Kampf um den Aufstieg sorgen wird.
Es bleibt aber kritisch anzumerken, dass sich Hannover 96 in den noch ausstehenden vier Spielen erheblich steigern muss, um bei der nicht zu übersehenden Auswärtsschwäche einen der beiden direkten Aufstiegsplätze zu belegen. Damit muss bereits am Sonntag in der HDI-Arena im vorletzten Heimspiel um 13.30 Uhr gegen Fortuna Düsseldorf begonnen werden. Nachlässigkeiten, wie sie sich die 96er in der 1. Halbzeit bei den „Veilchen“ in Aue erlaubten, müssen ab sofort der Vergangenheit angehören.
Die 96er konnten trotz des frühen Führungstreffers nach drei Minuten durch Waldemar Anton mit einem Kopfball nach einem Freistoß von Edgar Prib keine Ruhe in ihr Spiel bringen. Sie hätte sich nach der 1. Halbzeit aber auch nicht über eine 3:1- Führung des Tabellensechszehnten beschweren können, bei denen Pascal Köpke außer seinem Treffer in der 35. Minute zum 1:1-Ausgleich noch zwei weitere hundertprozentige Einschussmöglichkeiten vergab.
Zum Glück stellte Andrè Breitenreiter in der Halbzeit um. Waldemar Anton, Salif Sané und Florian Hübner formierten sich nun zu einer Dreierkette. Assistiert von den Außen Oliver Sorg und Miiko Albonorz. Edgar Prib rückte dafür ins offensive Zentrum, während der enttäuschende Sebastian Maier durch Iver Fossum ersetzt wurde, der seinen Platz auf der Doppelsechs neben Manuel Schmiedebach einnahm und umgehend an der erneuten Führung beteiligt war, als er Niclas Füllkrug im Auer Strafraum bediente und der den Ball direkt quer auf den zweiten Pfosten zu Martin Harnik legte. Hannovers Torjäger hatte keine Mühe und erzielte mit einem Direktschuss in der 59. Minute die erneute 96-Führung zum 2:1.
Da sich danach auf beiden Seiten nicht all zu viel tat, schien alles auf einen Sieg von Hannover 96 hinauszulaufen. Allerdings nur bis zur vierten Minute der Nachspielzeit, als Dima Nazarov aus gut 20 Metern abzog und der Ball an Torhüter Philipp Tschauner vorbei zum 2:2-Endstand einschlug, was die „Roten" eher als eine Niederlage als einen Punktgewinn empfanden.
Am Sonntag haben es die 96er ab 13.30 Uhr in der HDI-Arena mit dem Tabellenzwölften Fortuna Düsseldorf erneut mit einer vom Abstieg bedrohten Mannschaft zu tun, die spätestens nach der 1:3-Heimniederlage gegen FC St. Pauli in große Abstiegsgefahr geraten ist. So trennt die Fortunen mit 35 Punkten nur noch zwei Zähler von einem Abstiegsplatz. Zum Leidwesen von Trainer Friedhelm Funkel muss seine Mannschaft bei den 96ern stark ersatzgeschwächt antreten.
So zog sich Kevin Akpoguma bereits in den Anfangsminuten eine Bruch des Halswirbels zu. Im weiteren Verlauf des Spiels sah Adam Bodzek die gelb-rote Karte wegen Foulspiels. Der von Hannover 96 in der Winterpause ausgeliehene André Hoffmann, Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0, holte sich ebenfalls noch nach einer Notbemse einen Platzverweis ab. Somit wird es für Andrè Hoffmann nicht zu einer Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte kommen, da er ebenso gesperrt ist wie Adam Bodzek.
Keine idealen Voraussetzungen für die so dringend um Punkte verlegenen Fortunen, die zwar im Hinspiel ein 2:2 gegen die 96er erreichten, dafür aber in der 2. Runde des DFB-Pokals am 26. Oktober bei den „Roten“ mit 1:6 unter die Räder gerieten. Bei Hannover 96 hofft Trainer Andrè Breitenreiter darauf, dass er am Sonntag gegen die Fortunen wieder auf Marvin Bakalorz zurückgreifen kann, der in Aue wegen einer Erkrankung fehlte.
Live dabei in der nahezu ausverkauften HDI-Arena ist Selina Weber aus Isernhagen. Sie hatte, wie vier andere Teilnehmer auch, bei unserem Ergebnis-Tipp-Gewinnspiel das magere 2:2-Remis der „Roten“ in Aue richtig vorhergesagt und per Zufallsgenerator die beiden Sitzplatz-Tickets gewonnen.
Klaus Depenau