FC Lehrte verhalf den „Krähen“ zum Überleben

Ersatzgeschwächte Heeßeler hatten gegen TSV Burgdorf das Nachsehen

BURGDORFER LAND (kd). Spannend ging es am letzten Spieltag am Sonnabend in der Fußball-Landesliga zu. Spitzenreiter TuS Sulingen (63 Punkte) konnte durch den 2:0-Sieg beim TSV Pattensen gerade noch den Angriff des SV Bavenstedt (61 Zähler) abwehren, der beim VfL Bückeburg mit 3:2 gewann. Somit steigt der TuS Sulingen als Meister und Aufsteiger in die Oberliga auf. Neben den bereits feststehenden Absteigern TSV Wetschen, Koldinger SV und FC Lehrte erwischte es am letzten Spieltag noch den MTV Almstedt (34 Punkte) als vierten Absteiger, da er sich zu Hause eine 1:2-Niederlage gegen den FC Lehrte (31 Zähler) erlaubte. Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide (36 Zähler) schaffte durch den 3:0-Sieg beim SV Ramlingen/Ehlershausen den Klassenerhalt.

MTV Almstedt -
FC Lehrte 1:2 (0:0)

Trainer Willi Gramann und seine Mannschaft vom FC Lehrte haben Wort gehalten. „Obwohl wir seit dem vergangenen Montag leider bereits als Absteiger feststehen, werden wir am Sonnabend beim MTV Almstedt alles daran setzen, um dort zu gewinnen. So können wir vielleicht den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide unterstützen, der in Ramlingen antreten und dort gewinnen muss“, hatte der FC-Trainer im Vorfeld der Begegnung wissen lassen.
Vor über 500 Zuschauern, die ihre Mannschaft vom MTV Almstedt im Kampf um den Klassenerhalt leidenschaftlich unterstützten, hätte Michael Fitzner den FC Lehrte nach einer halben Stunde in Führung schießen können, doch traf der FC-Stürmer nur den Pfosten. Als Almstedts Goalgetter Norman Rostalski mit seinem 15. Saisontreffer in der 60. Minute mit einem Freistoß die 1:0-Führung für seine Mannschaft erzielte, war der Jubel riesengroß, da den Almstedtern dieser Spielstand zum Klassenerhalt gereicht hätte. Doch hatten die Hausherren die Rechnung ohne die bereits abgestiegenen Lehrter gemacht.
„Wir haben uns an das gegebene Versprechen bis zum Schluss gehalten“, freute sich Willi Gramann. „Meine Mannschaft hat alles gegeben und ihr wahres Gesicht gezeigt. Dafür wurde sie belohnt, wobei mit Patrick Werner nach einer Flanke von Michael Fitzner ausgerechnet mein mit 41 Jahren ältester Spieler den 1:1-Ausgleichstreffer in der 73. Minute erzielte."
Da die „Krähen“ unmittelbar vor dem 1:1-Ausgleich durch Philipp Schmidt in Ramlingen mit 1:0 in Führung gegangen waren, bedeutete ein Remis den Abstieg für den MTV Almstedt, der nun alles daran setzte, wieder in Führung zu gehen. „Wir haben uns dies zunutze gemacht und sind in der dritten Minute der Nachspielzeit durch Patrick Heldt nach Zuspiel von Patrick Werner tatsächlich noch zum 2:1- Siegtreffer gekommen", freute sich Willi Gramann. „Damit haben wir uns trotz des Abstiegs sportlich vernünftig aus der Landesliga verabschiedet. Immerhin mussten wir nach den vielen Ausfällen heute auch noch kurzfristig auf Tobias Schmitt, Antonio Marotta und Marlon Pickert verzichten. Dafür hat sich meine Rumpfelf ausgezeichnet geschlagen. Sie hat mit hohem Einsatz alles gegeben.

Heesseler SV -
TSV Burgdorf 1:3 (0:1)

Schiedsrichter Patrick Herbach hatte das Derby zwischen dem Heesseler SV und der TSV Burgdorf gerade abgepfiffen, da machte sich Heeßels Trainer Pascal Preuß schnurstracks auf den Weg zu seinem Torhüter. „Ich habe mich bei Holger Anemüller bedankt, dass er uns nicht im Stich gelassen hat und uns in einer schwierigen Personalsituation in seiner Funktion als Altherrentorhüter ausgeholfen hat", sagte Pascal Preuß, dem angesichts seiner zahlreichen Ausfälle schon vorher klar war, dass es gegen die TSV Burgdorf unter diesen Umständen schwer würde, auch nur einen Punkt mitzunehmen.
So kam es dann auch, dass der Heesseler SV trotz des Heimvorteils gegen die TSV Burgdorf mit 1:3 (0:1) den Kürzeren zog. Durch die Niederlage musste der Heesseler SV als Tabellenachter mit 41 Punkten und 55:54-Toren der TSV Burgdorf den Vortritt lassen, die in der Endabrechnung Tabellensechster mit 46 Punkten und 45:32 Toren wurde. „Eine Superplatzierung, wenn man bedenkt, wo wir noch in der Hinrunde standen“, freute sich Burgdorfs Trainer Holger Kaiser über die Leistungssteigerung seiner Mannschaft, die zusammen mit dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide und dem OSV Hanover mit jeweils 30 Punkten die zweitbeste Rückrundenbilanz aller Mannschaften aufweist.
Am verdienten Sieg der TSV Burgdorf wollte auch Pascal Preuß nicht rütteln, der sich im Verlauf des Spiels angesichts der Personalnot selber einwechseln musste. „Wenn man bedenkt, dass mir von meinem 27 Spieler umfassenden Kader am Sonnabend gegen die TSV nur acht Spieler zur Verfügung standen, dann sagt das genug aus. Spieler wie Mark Wielitzka, Jan-Henrik Matthes, Yannick Bahls oder Fabian Hellberg sind einfach nicht zu ersetzen", meinte Heeßels Trainer.
„Wir haben in der ersten Halbzeit noch den besseren Fußball gespielt, aber die TSV Burgdorf hatte die wesentlich besseren Chancen", gestand auch Heeßels Trainer Pascal Preuß ein, dessen Mannschaft in der 37. Minute durch ihren künftigen Neuzugang Lorenzo Pombo-Wulfes mit 0:1 in Rückstand geriet. In der 52. Minute erhöhte Tigrinho auf Zuspiel von Louis Mau auf 2:0. Zwar konnte Sahin Caran durch einen Handelfmeter in der 61. Minute noch einmal auf 1:2 verkürzen, doch war es dann Jonas Künne, der in der 82. Minute nach Pass von Armend Musa mit dem Tor zum 3:1-Endstand den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herstellte.

SV Ramlingen/E. -
TSV Krähenwinkel/Kaltenweide 0:3 (0:0)

Den Spielern des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide muss es wie eine Ewigkeit vorgekommen sein. Da hatten sie dank einer gewaltigen Leistungssteigerung in der 2. Halbzeit noch mit 3:0 (0:0) beim SV Ramlingen/Ehlershausen gewonnen, doch wussten sie nicht, ob sie jubeln oder trauern sollten. Nahezu zehn Minuten musste sie sich noch gedulden, ehe die für die „Krähen“ erfreuliche Nachricht vom 2:1-Sieg des FC Lehrte beim MTV Almstedt bestätigt wurde.
Ohne die Mithilfe des FC Lehrte hätte den „Krähen" der Sieg in Ramlingen nichts genutzt. Da es die Almstedter aber verpassten, mit einem Sieg aus eigener Kraft den Klassenerhalt zu schaffen, profitierten die Krähenwinkeler nicht nur vom Ausrutscher der Almstedter, sondern taten auch ihr übriges dazu bei, dass sie in Ramlingen als klarer Sieger vom Platz gingen. Verständlich der Jubel bei den Gästen, die nach der Hinrunde mit nur sechs Punkten abgeschlagen den letzten Tabellenplatz belegten und als sicherer Absteiger galten.
Bei aller Freunde über die Last-minute-Rettung erkannten die „Krähen“ aber an, dass sie es auch dem Unvermögen der Hausherren zu verdanken hatten, dass sie in der 1. Halbzeit vor einem Rückstand bewahrt blieben. „Wir besaßen mindestens vier glasklare Torchancen, die wir wieder einmal kläglich vergeben haben oder mit einem Lattenschuss von Aron Gebreslasie Pech hatten", ärgerte sich Kurt Becker, der seiner Mannschaft ansonsten eine sehr gute Leistung trotz der Niederlage bescheinigte. „Außer dass wir das Tor nicht getroffen haben und Bülent Durduran unnötigerweise die Rote Karte nach einem Foul an Renè Legien kassierte“, schränkte Ramlingens Trainer das Lob etwas ein.
Zumal sich die Fahrlässigkeiten im Abschluss in der 2. Halbzeit rächten. So erzielte Philipp Schmidt (72.) nach guter Einzelleistung die 1:0-Führung für die „Krähen“, die nur drei Minuten später durch Marcel Kunstmann nachlegten und auf 2:0 erhöhten. Danach galt die Aufmerksamkeit der Krähenwinkeler Zuschauer nur noch der Partie in Almstedt, so dass das 3:0 durch den überragenden Philipp Schmidt (85.) ein wenig unterging.