FC Lehrte fehlt Konstanz für Meistertitel

Gerade in der Abwehrarbeit läuft der FC Lehrte (hier rechts mit Antonio Marotta) den Gegnern noch zu oft hinterher. So kassierten die Lehrter bereits 48 Gegentore in der laufenden Saison. (Foto: Kamm)

Löchrige Abwehr ließ bereits 48 Gegentore zu

LEHRTE (kd). Als ein Buch mit sieben Siegeln präsentierte sich in der Hinserie der Fußball-Bezirksliga 2 der FC Lehrte. Nicht nur aufgrund namhafter Verstärkungen, wie Patrick Heldt (TSV Burgdorf) und Sebastian Ernst (SV Ramlingen/Ehlershausen), als einer der Aufstiegsfavoriten in die Saison gestartet, blieb die Mannschaft von Trainer Willi Gramann im bisherigen Saisonverlauf einiges schuldig.
Mit 28 Punkten nehmen die FCer nach 17 Spielen derzeit den 5. Tabellenplatz ein und sind damit ein ganzes Stück von ihren ursprünglichen Aufstiegszielen entfernt. Zumal die Lehrter derzeit vom Tabellenführer STK Eilvese, der 42 Punkten aufweist, bereits 14 Punkte trennen. So revidierte Willi Gramann bereits nach wenigen Spieltagen seine Ziele vom Aufstieg in die Landesliga, als er angesichts der Spielstärke der Mannschaften aus der Bezirksliga 2 erkannte: „Den Gewinn der Meisterschaft hatte ich für die Bezirksliga 3 ausgegeben, in der wir bis zur letzten Saison gespielt hatten. Dass die Bezirksliga 2 aber so stark ist, hatte ich nicht erwartet.“
Einem 3:3-Unentschieden zum Saisonauftakt beim Aufsteiger SV Ramlingen/Ehlershausen II ließen die FCer zwar zwei Heimsiege gegen Niedersachsen Döhren (5:4) und TuS Wettbergen (2:0) folgen, doch zeigte sich in den darauf folgenden vier Spielen, dass der FC Lehrte verwundbar ist und daher in dieser Saison nicht zu den absoluten Spitzenmannschaften zählt. So hagelte es gegen den Spitzenreiter STK Eilvese eine 2:6-Heimniederlage, dem eine Woche darauf eine 1:5- Niederlage beim SV Damla Genc Hannover folgte. Zwar konnten die FCer in den Partien gegen den TSV Krähenwinkel//Kaltenweide (2:2) und TSV Godshorn (3:3) mit den führenden Mannschaften mithalten, doch taten sich die Akteure von Trainer Willi Gramann in den darauf folgenden Begegnungen gegen die Kellerkinder TuS Davenstedt (4:3) und Germania Grasdorf (5:3) trotz der Siege äußerst schwer, dem dann auch prompt eine 1:5-Heimschlappe gegen den TSV Stelingen folgte.
Abwehr wie Schweizer Käse
Dem Zickzackkurs des FC Lehrte folgte nach dem 4:2-Sieg beim SV Adler Hämelerwald eine Heimniederlage gegen den FC Can Mozaik in gleicher Höhe, ehe sich die Lehrter wieder an das Gewinnenmüssen erinnerten und mit Siegen gegen MTV Ilten (3:1), Blaues Wunder (5:2) und TSV Engensen (6:0) zu überzeugen wussten. In den letzten beiden Spielen des abgelaufenen Jahres blieben in den Rückrundenspielen gegen den SV Ramlingen/Ehlershausen II (3:3) und Niedersachsen Döhren (0:2) wieder Siege aus.
Die Achillesferse beim FC Lehrte ist einmal mehr die löchrige Abwehr. Nachdem die Lehrter in der abgelaufenen Saison bereits 56 Gegentreffer kassierten, mussten die FC-Torhüter Lars Triebe und Alexander Dieser in der laufenden Serie in nur 17 Spielen bereits 48 Mal hinter sich greifen. Nur der Tabellenletzte TSV Engensen hat noch mehr Tore kassiert.
Ihr desolates Abwehrverhalten konnten die Lehrter auch nicht durch ihre starke Offensive mit 51 Toren (zweitstärkster Angriff der Liga) kompensieren. Mit Patrick Heldt stellt der FC Lehrte mit 19 Treffern auch den drittbesten Torschützen der Bezirksliga 2. Auch Michael Fitzner konnte sich mit 12 Toren auszeichnen. Auf sechs Tore kommt bisher Sage Post.
In den bisherigen 10 Heimspielen kam der FC Lehrte zu fünf Siegen und zwei Unentschieden sowie drei Heimniederlagen, auf fremden Plätzen reichte es in sieben Spielen bisher zu elf Punkten, die aus drei Siegen und zwei Unentschieden resultierten. In der Fairnesstabelle nimmt der FC Lehrte nur den 10. Platz ein. So wird das Konto nicht nur durch 50 gelbe Karten, sondern auch durch zwei gelb-rote Karten sowie zwei rote Karten belastet.