Europapokalsaison endet für die Recken mit einer guten Platzierung

Im Auswärtsspiel bei GWD Minden zeigte Joakim Hykkerud eine Flugeinlage gleich gegen drei Gegner. (Foto: st)

TSV Burgdorf bot trotz vieler Verletzungen gute Leistungen

BURGDORF (st). Die TSV Hannover-Burgdorf hatte sich in der DKB Handball-Bundesliga spätestens nach der vierten Spielzeit und dem tollen 6. Platz nach Abschluss der Saison 2012/2013 etabliert. Mit eisernem Willen und trotz einer Vielzahl an Verletzten über die gesamte Saison hinweg, sicherte sich die Mannschaft um Trainer Christopher Nordmeyer den 8. Tabellenplatz. Auch das Ziel „Erreichen der Gruppenphase im EHF-Cup“ wurde geschafft.
Als Sinnbild der gesamten Spielzeit könnte das Spiel am 10. Mai beim amtierenden Champions-League-Sieger HSV Hamburg bezeichnet werden. Die Recken mussten neben den Langzeitverletzten, aufgrund zweier kurzfristiger Ausfälle von Jan Fiete Buschmann und Nationalkeeper Martin Ziemer, die Reise in die Hansestadt mit nur acht Feldspielern antreten. Die Mannschaft kämpfte aber bravourös, ließ sich von den beeindruckenden Weltklassespielern des HSV nicht schocken und eroberte nach einer starken Leistung beim 25:25-Remis in der O2-World einen Punkt. Die Kampfkraft, der unbedingte Wille zum Erfolg und eine geschlossene Mannschaftsleistung hatten der Qualität und den Individualisten der Hamburger Paroli geboten.
Nordmeyer und das Team im Umfeld der Mannschaft wussten zu Saisonbeginn, dass die Serie mit der Belastung im Europapokal nicht einfach sein und besonders im Februar und März bei Erreichen der Gruppenphase ein hammerhartes Programm auf das Team zukommen wird. Deshalb wurde dosiert trainiert und schon in der Vorbereitung auf eine lange Serie hingearbeitet.
Der Start in die Spielzeit konnte durchaus als gelungen bezeichnet werden. Nach zwölf Spieltagen hatten Csaba Szücs und seine Mitspieler 16:8-Punkte auf dem Konto und der 7. Tabellenplatz war ganz im Sinne der Recken.
In den ersten beiden Europapokalspielen der TSV-Geschichte in der 3. Runde des EHF-Cups überzeugte die Mannschaft trotz bereits hier vorhandener Verletzungsprobleme. Die Kadetten Schaffhausen wurden nach einem Remis in der Schweiz mit einem Kantersieg in Hannover aus dem Wettbewerb geworfen. Das erste Ziel, die Gruppenphase des EHF-Cups, wurde erreicht.
Die Nordmeyer-Schützlinge mussten aber auch Niederlagen einstecken. Nachwuchstalent und Neuzugang Borut Mackovsek konnte sich nicht so ins Team integrieren, wie sich die Verantwortlichen des Vereins das vorgestellt hatten. Niederlagen bei der HSG Wetzlar (27:30), gegen HSV Hamburg (26:34), bei GWD Minden (22:23) und gegen MT Melsungen (28:34) warfen die Mannschaft etwas zurück, aber nicht um. Beeindruckend dagegen war der 30:29-Erfolg gegen Frisch Auf Göppingen vor der Rekordkulisse von 9.800 Zuschauern in der TUI-Arena kurz nach den Weihnachtfeiertagen, mit dem die Recken viele Handballherzen in Hannover eroberten und sich viele neue Freunde machten. Mit den zwei Pluspunkten konnten sie weiterhin auf dem 7. Tabellenplatz verweilen.
Nach der Winterpause im Januar, in der neben Mackovsek auch der rechte Rückraumspieler Tamas Mocsai den Verein verließen und die Gruppenphase vorbereitet wurde, ging es Schlag auf Schlag. Einer Niederlage beim SC Magdeburg (25:32) folgte ein grandioser Auftritt in der Swiss Life Hall und der 27:26-Sieg gegen den Topclub SG Flensburg/Handewitt. Im Europapokal lief es dagegen nicht nach Wunsch. Der Heimniederlage (28:32) gegen Lugi HF Lund folgten weitere Punktverluste bei Csurgoi KK (28:36) und bei Ademar Leon (30:30) und damit nur der letzte Tabellenplatz in der Gruppe A. Auch ein dramatischer 27:26-Heimsieg gegen Leon brachte die Recken nicht auf die Erfolgsspur, sodass im März nach der 28:32-Niederlage in Lund das Ausscheiden im EHF-Cup perfekt war.
Auch eine tolle Leistung beim abschließenden 27:26-Sieg gegen Csurgoi KK konnte das nicht mehr verhindern. Die Mannschaft hatte mit sechs Spielen innerhalb von 21 Tagen im Februar und sechs Partien innerhalb des gleichen Zeitraumes im März einfach zu viel Kraft gelassen. Das Verletzungspech tat sein Übriges, denn mit Jan Fiete Buschmann, Runar Karason, Torge Johannsen, Lars Lehnhoff, Hendrik Pollex, Frederic Repke, Csaba Szücs mussten immer wieder Spieler ersetzt werden. Da half auch die kurzfristige Verpflichtung von Alvaro Ferrer als Spielmacher nur wenig.
Der Kader war somit noch höheren Belastungen ausgesetzt, denn die vorhandenen Akteure mussten noch mehr leisten, um die fehlenden Spieler zu ersetzen. Bis zum 30. Spieltag fiel die TSV deshalb auf den 10. Platz der Tabelle der DKB Handball-Bundesliga zurück und hatte bei einem schweren Restprogramm 28:32-Punkte auf dem Konto. Immer noch stark ersatzgeschwächt schafften die Spieler um Kreisläufer Juan Andreu aber ein aufbauendes 25:24 gegen HSG Wetzlar und dann das erwähnte Remis gegen den HSV. Heraus kam dann noch ein einstelliger Tabellenplatz.
In den beiden letzten Begegnungen gegen den VfL Gummersbach (30:30) und beim MT Melsungen (26:32) konnte dennoch der einstellige Platz gehalten werden. Für Kapitän Lars Lehnhoff und Co ging damit eine ereignisreiche Saison zu Ende, die noch lange in den Köpfen der Spieler, aber auch in der Geschichte des Vereins hängen bleiben wird. Erstmals spielten die Recken im Europapokal und das durchaus erfolgreich. Der 8. Platz ist das zweitbeste Ergebnis in der Bundesligageschichte der TSV und weckt Hoffnungen für die Spielzeit 2014/2015 mit dann hoffentlich wenig Verletzungen, einem kompakten Kader und wieder jede Menge spannender Handballspiele in Hannover.