Entwicklung bei den Nachwuchs-Handballern ungebremst

Malte Donker will sich nach seiner augenblicklichen Verletzung in der nächsten Saison weiterentwickeln, um einmal in der Herrenbundesliga spielen zu können. (Foto: st)

TSV Burgdorf entwickelt sich zum Vorzeigeobjekt in der Nachwuchsarbeit

BURGDORF (st). Die Handballer der TSV Burgdorf haben sich in den vergangenen Jahren zu einem Vorzeigeobjekt für die Nachwuchsarbeit und Talentförderung in Deutschland entwickelt. Nicht nur, dass alle männlichen Jugendmannschaften in ihren Altersstufen in der höchsten Spielklasse spielen und die jungen Talente dadurch maximal gefordert werden, jetzt zog die 3. Mannschaft nach und schaffte mit dem Aufstieg in die Oberliga einen optimalen Unterbau zur Entwicklung von Jugendlichen zu Herrenspielern unter dem Bundesligateam.
Als die 1. Mannschaft der TSV Burgdorf vor sieben Jahren in die Bundesliga aufgestiegen ist, hatte die Jugendarbeit bei der TSV bereits erhebliche Fortschritte gemacht und nicht nur Quantität, sondern auch Qualität geschaffen. Diese Entwicklung setzte sich unter der Leitung vom heutigen sportlichen Leiter Carsten Schröter, der mit viel Engagement großen Anteil an der Entwicklung hat und selbst die A- und B-Jugend coachte, fort. Die Zugehörigkeit und die Erfolge in der Eliteliga des Handballs färben dabei auch auf die Jugend ab und machen die TSV für die jungen Talente attraktiv.
Die Folge war, auch durch den Einsatz vieler Beteiligter, helfender Hände und guter Trainer eine Verbesserung der Qualität. Die 2. Mannschaft schaffte den Aufstieg in die 3. Liga und die Jugendteams der A- und B-Jugend konnten Erfolge mit guten Platzierungen in den Wettbewerben um die Deutsche Meisterschaft erreichen. Leider ist noch kein Meistertitel errungen worden, aber das wird nicht das ehrgeizige Ziel sein, denn in anderen Vereinen gibt es Handballinternate und die Strukturen sind, wie beim SC Magdeburg oder der SG Kronau/Östringen, noch professioneller und die finanzielle Basis besser.
Die gute Jugendarbeit sorgte jetzt dafür, dass die 3. Mannschaft einen weiteren Baustein zum Erfolg der Handballer setzte. Das Team um Trainer Andrius Stelmokas hat als Meister den Sprung von der Verbandsliga in die Oberliga, also die höchste Spielklasse in Niedersachsen (4.Liga) geschafft. Zusammen mit der 1. und 3.Liga ist das eine einmalige Konstellation in Deutschland. Alle drei Teams können jetzt nicht mehr aufsteigen.
Das kann für die Entwicklung und Spielpraxis der Spieler nur förderlich sein, denn sie können nach ihren Qualitäten eingesetzt werden, Spielpraxis erhalten und sich für höhere Aufgaben empfehlen.
„Wir gehen davon aus, dass der Weg über die Oberliga in die Drittklassigkeit der Bessere ist“, erklärte Schröter die Entwicklungsmöglichkeiten, „So kann sich manch junger Spieler vielleicht noch mehr individuell entwickeln und seinen Weg bei uns bis in die Bundesliga fortsetzen.“ Ein Hinweis auf die gute Arbeit ist zudem der Erhalt des Jugendzertifikats, den der Verein seit Einführung in jedem Jahr erhält.
Auch bei den Trainer geht die Entwicklung weiter, denn Jugendkoordinator Heidmar Felixson schaffte kürzlich die Prüfung zum A-Lizenz-Inhaber. Neben Jens Bürkle, Roy Sanchez und Schröter ist der Isländer der vierte Trainer bei der TSV der mit der höchsten Trainerlizenz der Handballer ausgestattet ist. Felixson hat mit seiner Drittligamannschaft die erste Vorbereitungsphase gerade gestern beendet. In der konditionserhaltenden Phase schwitzten die jungen Spieler der TSV II ganz schön, aber jetzt wird eine vierwöchige Pause einsetzen. Die zweite Vorbereitungsphase beginnt am 19. Juli und dann wird das junge Team intensiv auf die nächste Spielzeit vorbereitet, denn auch in der 3.Liga will die TSV wieder eine gute Rolle spielen und mindestens eine Wiederholung des 6. Platzes aus der vergangenen Serie anstreben.
Start zur neuen Saison ist das erste Wochenende im September. Die jungen Recken wurden in die Oststaffel eingeteilt. Das bedeutet zwar mehr Fahrten als in der vergangenen Spielzeit in der Nordstaffel um etwa 1500 Kilometer, aber die Derbys bleiben erhalten. Die HSG Burgwedel, Eintracht Hildesheim, HSV Hannover und SF Springe wurden ebenfalls in die Oststaffel eingeteilt. Das 16er-Feld vervollständigen die Teams SG LVB Leipzig, TV Kirchzell, HSC 2000 Coburg II, HC Elbflorenz, HSG Nieder-Roden, MSG Groß Bieberau/Modau, TV Großwallstadt, TV Groß Umstadt, TV Gelnhausen, HSG Hanau und HSC Bad Neustadt.