Engagiertes Heimspiel könnte ausgeglichenes Punktekonto bringen

Im letzten Heimspiel gegen HSV Hamburg sucht und findet Mait Patrail seinen Kreisläufer Joakim Hykkerud und spielt ihn an. (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf will sich im Mittelfeld festsetzen

BURGDORF (hs). Die RECKEN der TSV Hannover-Burgdorf haben bisher nicht enttäuscht, aber so richtig in Schwung gekommen sind sie auch noch nicht. Das liegt wohl auch an der Terminplanung und den ersten harten Begegnungen. Die Punkte, die die Mannschaft holen musste, hat sie erobert. Bonuspunkte gegen starke Gegner sind, bis auf den Punktgewinn beim 26:26-Remis am vergangenen Sonntag bei MT Melsungen, aber bisher ausgeblieben. Deshalb ist es wichtig, am Sonnabend, 6. Oktober, ab 19 Uhr in eigener Halle zwei Pluspunkte einzuspielen. Der Gegner ist der Traditionsclub TV Großwallstadt. Keine leichte, aber ein durchaus lösbare Aufgabe für RECKEN-Trainer Christopher Nordmeyer und sein Team.
Es wird ein Spiel zweier Mannschaften, die sich für die laufende Serie viel vorgenommen haben. Sowohl der Gast aus Großwallstadt wie auch Hannover-Burgdorf erwarten in der DKB Handball-Bundesliga bessere Zeiten. Der TV liegt bisher nur auf einem enttäuschenden 17. Platz und hat magere 1:11-Punkte auf dem Konto. Die TSV ist nach dem Unentschieden beim stark eingeschätzten MT Melsungen auf dem 13. Rang und hat 5:7-Punkte. Das Potenzial beider Mannschaften ist aber durchaus für eine bessere Platzierung geeignet.
Die TSV Hannover-Burgdorf musste in den letzten beiden Heimspielen allerdings gegen die Weltklassemannschaften THW Kiel und HSV Hamburg antreten. In beiden Partien hatten Joakim Hykkerud und Co die Chance, eine Überraschung zu schaffen. In beiden Spielen brachten letztlich kleine Fehler und Unaufmerksamkeiten die TSV um die Früchte der Bemühungen. Das soll, das muss besser werden, wenn die Nordmeyer-Schützlinge in Zukunft zu den Teams im gesicherten Mittelfeld gehören wollen.
Die Gäste könnten als Wundertüte der Liga bezeichnet werden, weil niemand so genau weiß, was im Team steckt. Manager Uli Wolf sprach vor der Saison von einem Neuaufbau der Großwallstädter und von der Chance, diesen mit Erfolg durchführen zu können. Ob das gelingt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Die Mainfranken mussten vor der Saison mit Steffen Weinhold (zur SG Flensburg-Handewitt), Jens Tiedtke (HSG Wetzlar), Stefan Kneer und Moritz Schäpsmeier (beide zum SC Magdeburg) vier wichtige Spieler an andere Vereine abgeben und verloren dadurch auch ihre Integrationsfiguren.
Mit David Graubner von den Kadetten Schaffhausen aus der Schweiz, Steffen Bühler von der TSG Friesenheim, Michael Thiede von Frisch Auf Göppingen, Runar Karason vom Bergischen HC und Jonathan Eisenkrätzer vom VfL Gummersbach bekam Trainer Peter Dávid fünf Neuzugänge an die Hand, die es aber schwer haben werden, die Abgänge zu kompensieren.
Gleich zu Beginn der Vorbereitung musste der TVG einen Rückschlag hinnehmen, denn Neuzugang Runar Karason verletzte sich mit einem Kreuzbandriss beim Trainingslager der isländischen Nationalmannschaft schwer und wird voraussichtlich bis Ende des Jahres fehlen. Auf der rechten Rückraumposition ist mit Michael Thiede, dem ehemaligen Akteur der TSV, damit nur ein Spieler verfügbar und auch in der Defensive fehlt Karason. Thiede ist zwar ein starker Shooter, könnte aber von der TSV-Abwehr durch beherztes Zugreifen gestoppt werden.
Insgesamt hat der Gastgeber durch den Heimvorteil die besseren Karten. Hoffentlich werden die TSVer wieder von gut gefüllten Rängen unterstützt. Dann greift die tolle Stimmung in der AWD-Hall schnell auf das Spielfeld über und die RECKEN könnten sich daran aufbauen. Wenn die Mannschaft schnell zu ihrem Spiel findet und die Chancenverwertung gut ist, dann sollten zwei weitere Pluspunkte eingespielt werden. Das wäre wichtig für die nächsten Aufgaben, denn in einer Woche tritt die TSV bei der in dieser Saison starken HSG Wetzlar an und dann kommt mit den Rhein-Neckar Löwen am 21.Oktober eine weitere Spitzenmannschaft nach Hannover. Karten für die Partie gegen den TVG und auch das Heimspiel gegen die Löwen sind beim MARKTSPIEGEL-Verlag und allen anderen bekannten Vorverkaufsstellen noch in allen Kategorien erhältlich