Endlich wieder viele Derbys in der Bezirksliga

Für den FC Lehrte (rechts) sind die Duelle gegen den TSV Giesen erst einmal Geschichte. Nun müssen die Lehrter in der stärkeren Bezirksliga 2 in vielen Derbys antreten. (Foto: Kamm)

Fußball-Bezirksliga 2 ist zusammen gewachsen

BURGDORFER LAND (de). Es ist nicht verbrieft, was die Trainer des Altkreises Burgdorf dachten, als sie dieser Tage vom Fußball-Bezirk Hannover davon in Kenntnis gesetzt wurden, wie sich künftig die Bezirksligen für die Saison 2013/2014 zusammen setzen werden. Doch so mancher Coach wird sich an die Aussage von Altkanzler Willy Brandt nach dem Mauerfall vom 9. November 1989 erinnert haben, als er sagte: „Nun wächst zusammen, was zusammen gehört.“ Zur Überraschung nahezu aller Vereine wurde die Fußball-Bezirksliga 2 neu eingeteilt, wovon besonders die Vereine aus dem Lehrter Bereich, wie der FC Lehrte, Adler Hämelerwald und MTV Ilten, profitieren, die künftig statt in der ungeliebten Hildesheimer Staffel 3 nun in der hannoverschen Staffel 2 ihre Punktspiele austragen werden, so dass künftig nicht nur kürze Anreisen nötig sind, sondern es auch wieder zu reizvollen Derbys mit den Nachbarn kommen wird, die sich hoffentlich auch in den Zuschauerzahlen niederschlagen werden.
Sieben neue Mannschaften
Nicht mehr zu den 16 Vereinen der bisherigen Fußball-Bezirksliga 2 gehören künftig neben dem Aufsteiger HSC Hannover und den Absteigern Borussia Hannover, TSV Burgdorf II und dem Mellendorfer TV auch die Vereine TuS Garbsen, TSV Havelse II und die SG Letter 05, die künftig in der Bezirksliga 1 spielen werden. Die freien sieben Plätze werden nun von den vier Vereinen der Bezirksliga 3, wie Germania Grasdorf, FC Lehrte, MTV Ilten und Adler Hämelerwald, dem Absteiger SV Damla Genc Hannover sowie den Aufsteigern SV Ramlingen/Ehlershausen II und SG Blaues Wunder eingenommen, so dass die künftige Bezirksliga 2 sich aus folgenden 16 Mannschaften zusammensetzt:
TV Badenstedt, SG Blaues Wunder, SV Damla Genc Hannover, TuS Davenstedt, FC Can Mozaik, Niedersachsen Döhren, TSV Engensen, TSV Godshorn, SV Germania Grasdorf, Adler Hämelerwald, MTV Ilten, TSV Krähenwinkel/Kaltenweide, FC Lehrte, SV Ramlingen/Ehlershausen II, TSV Stelingen und TuS Wettbergen.
Positive Resonanz
Durchweg positiv waren die Stellungnahmen der Trainer aus dem Altkreis, als der Marktspiegel sie zu der Neueinteilung sowie nach den Aussichten für die kommende Saison befragte. Was auffiel, war aber die realistische Einschätzung einiger Übungsleiter, dass es bei der Klasse der künftigen Gegner nun vermutlich weitaus schwieriger sein dürfte, im Kampf um die Meisterschaft oder im Kampf um den Klassenerhalt ein Wort mitzureden, wie die nachstehenden Äußerungen der Trainer belegen.
„Nur gut, dass wir uns bei der Klasse der künftigen Gegner mit zwölf neuen Spielern verstärkt haben, die bereits über eine gewisse Erfahrung verfügen“, sagte Trainer Alf Miener vom Aufsteiger SV Ramlingen/Ehlershausen II, der von interessanten Derbys ausgeht, bei der er allerdings seinen Trainerkollegen Sven Othersen vom Mitaufsteiger SC Hemmingen/Westerfeld vermisst, der nun mit seinem Team in einer anderen Bezirksliga spielen muss.
„Das ist eine verdammt starke Staffel, in der wir künftig spielen werden“, ist Trainer Willi Gramann vom FC Lehrte überzeugt, der zugleich sein Saisonziel revidierte, dass ursprünglich den Aufstieg vorsah. „Jetzt müssen wir uns erst einmal neu orientieren. So einfach, wie wir uns das vorgestellt haben, wird es nun nicht mehr werden. Doch hat die neue Staffel mit den vielen Derbys auch ihre positive Seiten."
Weniger Fahrten
„Ich freue mich, dass nun der regionale Bezug mit den vielen Spielen in der Nachbarschaft hergestellt wurde. Von den weiten Fahrten, die nun wegfallen werden, ganz zu schweigen“, lautet die Meinung von Iltens Coach Ralf Rohden. „Allerdings ist mir auch bewusst, dass wir von Beginn an hellwach sein müssen, um uns im Kampf um den Klassenerhalt zu behaupten“, warnte bereits der Trainer des MTV Ilten.
„Ich bin als neuer Trainer des SV Adler Hämelerwald zwar ein Neuling was die Einteilung in die Bezirksliga 2 betrifft“, sagte der künftige „Adler“-Coach Peter Wedemeyer. „Doch kann ich in der neuen Staffel 2 nur positive Seiten erkennen. Ich trage meine Spiele doch lieber in der Nachbarschaft aus, anstatt nach Holzminden oder Bad Pyrmont zu reisen“, betonte noch einmal Peter Wedemeyer.
„Ich denke, dass unser neuer Trainer Egon Möller zufrieden sein wird, wenn er aus seinem Urlaub nach Hause zurückkehrt und dann erfährt, dass er mit dem TSV Engensen künftig beim FC Lehrte, MTV Ilten und Adler Hämelerwald antreten muss, anstatt zum TSV Havelse II, SG Letter 05 oder TuS Garbsen reisen zu müssen“, ist Fußball- Abteilungsleiter Holger Laue vom TSV Engensen überzeugt, der von einer interessanten Bezirksliga 2 sprach, in der seine Mannschaft noch mehr gefordert ist.