Ein leichtes Spiel beim Deutschen Meister

Welches Trikot hält der Zugbelastung besser stand, das von Kreisläufer Joakim Hykkerud oder das von Spielmacher Csaba Szücs? (Foto: st)

Recken fahren ohne Druck zum THW Kiel

BURGDORF (st). Das wird eine schwere Aufgabe für die Recken der TSV Hannover-Burgdorf. In der DKB Handball-Bundesliga steht am Sonntag, 14. Dezember, ab 17.15 Uhr das Punktspiel beim amtierenden Deutschen Meister THW Kiel auf dem Spielplan. Alles andere als eine Auswärtsniederlage in der Sparkassen-Arena in Kiel wäre eine große Überraschung, aber die Spieler um Trainer Christopher Nordmeyer fahren ohne Druck zu den Zebras und wollen einfach Spaß am Handball haben.
Wer noch nie in der über 10.000 Besucher fassenden Kieler Halle gespielt hat, der hat etwas verpasst. Das sagen die Akteure der TSV, für die eine Begegnung bei den Kielern immer wieder ein Erlebnis ist. Die Halle ist zu jedem Ligaspiel ausverkauft, der THW hat fast 10.000 Dauerkarteninhaber und die Saisontickets werden nicht verkauft, sondern vererbt. Denn wer einmal im Besitz einer Karte ist, der gibt sie so schnell nicht mehr ab. Die Stimmung ist deshalb auch grandios, aber die Fans haben auch eine große Erwartungshaltung.
Deshalb liegt der Druck des Erfolges klar bei den THW-Akteuren um Coach Alfred Gislasson und in der laufenden Spielzeit mussten die Spieler um Dominik Klein bereits Niederlagen verkraften. Einer Übermannschaft stehen Lars Lehnhoff und Co am Sonntag nicht gegenüber, aber zweifellos einem Weltklasseteam.
Schon allein Keeper Johan Sjöstrand macht oft den Unterschied zu einer Mannschaft aus dem Mittelfeld aus. Daneben können Namen wie Joan Canellas, Domagoj Duvnjak, Marko Vujin, Niclas Ekberg, Rene Toft Hansen sowie die deutschen Nationalspieler Patrick Wiencek, Dominik Klein, Christian Sprenger und Steffen Weinhold Handballfans begeistern. Der THW hat jede Position doppelt besetzt und ein Leistungsunterschied zur Ersatzbank ist kaum zu erkennen.
So ist es nicht verwunderlich, dass ein Filip Jicha oder Aron Palmarsson, die verletzt sind, auch nahezu gleichwertig ersetzt werden können und der THW auch in der Champions-League mit großen Schritten in Richtung der nächsten Runde eilt. In der Meisterschaft haben die Zebras mit den Rhein-Neckar Löwen und der SG Flensburg/Handewitt allerdings ebenbürtige Gegner und dürfen sich deshalb keine Ausrutscher gegen die Recken erlauben.
Das könnte ein kleiner Vorteil für die Burgdorfer sein, aber wirklich nur ein kleiner Vorteil. Ein Punktgewinn in Kiel käme einer Sensation gleich und bei der TSV müsste schon alles passen, im Angriff eine exzellente Torausbeute gelingen, die Abwehr dürfte kaum etwas zulassen und sollte die Kieler zu Fehlern zwingen. Zudem müssten eigene Patzer vermieden werden, denn die führen gegen die konterstarken Außenspieler Ekberg, Klein, Sprenger und Rune Dahmke fast ausnahmslos zu Gegentreffern nach schnellen Gegenstößen.
Alles in allem müsste die TSV eine 100-prozentige Leistung zeigen, damit es eine spannende Partie gibt. Hat Coach Nordmeyer vielleicht auch noch einen taktischen Schachzug parat und kann seine Schützlinge zu einer Topvorstellung animieren, dann ist sogar ein knapper Spielausgang realisierbar. In jedem Fall wollen die Recken versuchen, die Begegnung lange Zeit offen zu halten, damit am Ende des Spieles möglicherweise auch einige glückliche Szenen zu einem Punktgewinn reichen.