DIE RECKEN wollen beim Aufsteiger einen weiteren Erfolg

Über 110 Kilogramm Energie und Krafteinsatz – Juan Andreu von der TSV Hannover-Burgdorf ist am Kreis nur schwer zu halten. (Foto: Holger Staab)

Auswärtsspiel bei TV 1893 Neuhausen könnte zwei Pluspunkte einbringen

BURGDORF (hs). Nach dem Heimspiel gegen den Deutschen Meister THW Kiel kommt jetzt das Auswärtsspiel gegen Aufsteiger TV 1893 Neuhausen. Krasser könnten die Gegensätze für die RECKEN der TSV Hannover-Burgdorf nicht sein. Aber die TSV muss sich schnell umstellen und hat dies hoffentlich bereits getan. Am heutigen Sonnabend, 8.September, um 20.15 Uhr wird die Partie in Neuhausen bereits ein wichtiger Meilenstein für die weitere Spielzeit sein. Ein Sieg beim Neuling dürfte Trainer Christopher Nordmeyer als Pflichtaufgabe herausgegeben haben.
Die Belastung in den ersten Wochen der neuen Saison 2012/2013 ist hoch. Nach der Auftaktpartie gegen HBW Balingen-Weilstetten und dem Auswärtsspiel bei TuS Nettelstedt-Lübbecke ist das Programm der RECKEN anstrengend. In Heimspielen muss die TSV nach der respektablen 30:36-Niederlage gegen den THW in den nächsten Wochen gegen HSV Hamburg, TV Großwallstadt, Rhein-Neckar Löwen und SG Flensburg-Handewitt gegen ganz starke Teams antreten. Da sind die Recken von Hannover-Burgdorf beim Aufsteiger TV Neuhausen, beim MT Melsungen, bei HSG Wetzlar oder bei TBV Lemgo schon fast verpflichtet, einige Punktgewinn einzuspielen.
Die Alternative hieße einen überraschenden Sieg gegen einen der Spitzenclubs zu schaffen. Dass dies mit dem neuen Kader um Coach Nordmeyer nicht unmöglich ist, bewiesen die TSVer in der vergangenen Serie beim Erfolg gegen die Rhein-Neckar Löwen. Erwarten darf dies aber niemand, denn die RECKEN wollen sich stetig verbessern und am Ende einen Platz besser dastehen, als in der Endtabelle der Saison 2011/2012. Da konnten sie den 13. Platz erobern.
Die volle Konzentration nach der Begegnung mit dem Deutschen Meister ist jetzt aber ganz auf TV Neuhausen gerichtet. Der Neuling in der DKB Handball-Bundesliga schaffte als Tabellendritter der 2. Liga hinter GWD Minden und TUSEM Essen den Aufstieg in die Eliteliga des deutschen Handballs. Die Mannschaft hat bis auf den österreichischen Torwart Thomas Bauer keinen weiteren Ausländer im Kader. Der Etat von 0,8 Millionen Euro scheint für ein Bundesligateam sehr wenig. Dennoch sagt der TV von sich: „Es wird nicht leicht, uns zu schlagen.“
In Neuhausen ist das Kollektiv der Star und so wird die Mannschaft um Trainer Markus Gaugisch besonders in eigener Halle auftreten. Die Fans in der Paul-Horn-Arena in Tübingen, die 2600 Zuschauer fasst, werden ihre Mannschaft frenetisch unterstützen. Der TV wird in jedem Spiel an seine Leistungsgrenze gehen. Gaubisch wird versuchen, den Gegner und damit am Sonnabend die RECKEN mit unkonventionellen Methoden zu überraschen.
Der Gastgeber hat sich mit Philipp Seitle vom SC DHfK Leipzig, Philipp Keinath und Klaus Schuldt von HBW Balingen-Weilstetten und Alexander Becker von der TSG Ludwigshafen-Friesenheim punktuell verstärkt. Keinath (rechts) und Schuldt (links) sind Außenspieler, Becker ist Kreisläufer und Seitle Spielmacher. Die TSV wird sich auf eine 3:2:1-Deckung einstellen müssen. Der TV setzt auf dieses Abwehrsystem und ist damit sehr offensiv ausgerichtet.
Dennoch sollte das Team um Tamás Mocsai und Nenad Puljezevic mit voller Konzentration nach Tübingen reisen. Die junge Mannschaft des Gastgebers ist begeisterungsfähig und wird ihre Chancen nutzen, wenn sie ihnen geboten werden. Dem Aufsteiger fehlt aber die Routine und das sollten Lars Lehnhoff und Co zu ihrem Vorteil nutzen. Gelingt das und kommt eine gute Chancenauswertung dazu, dann dürfte ein doppelter Punktgewinn in diesem Auswärtsspiel für ein gut gefüllte AWD-Hall in der nächsten Woche gegen den HSV Hamburg sorgen.