Das Viertelfinale im Pokal ist das große Ziel

Rückraumspieler Mait Patrail kommt im Pokalspiel gegen MT Melsungen eine wichtige Rolle als Torschütze zu. (Foto: st)

Recken wollen MT Melsungen niederkämpfen und TBV Lemgo bezwingen

BURGDORF (st). Das Heimspiel gegen den VfL Gummersbach konnte die TSV Hannover-Burgdorf am vergangenen Sonnabend erfolgreich hinter sich bringen und Selbstvertrauen für die nächsten Partien tanken. Allerdings werden die Spiele am heutigen Mittwoch ab 19 Uhr im Pokal gegen die MT Melsungen und am Sonntag, 1. November, im Punktspiel der DKB Handball-Bundesliga beim TBV Lemgo kein Zuckerschlecken. Besonders im Achtelfinale des DHB-Pokals wollen die Recken über sich hinauswachsen und den klaren Favoriten bezwingen.
Im Spiel gegen MT Melsungen, in dem auf Seiten der TSV mit Morten Olsen, Torge Johannsen und möglicherweise auch Erik Schmidt verletzt fehlen werden, geht es um Alles oder Nichts. Zieht man das hochspannende Spiel vor fünf Wochen in der Swiss Life Hall zum Vergleich heran, dann wird der Handballfan im Vorfeld der Begegnung den Ausgang nicht vorhersagen können. Die Partie Ende September endete nach 60 dramatischen Minuten mit einem 24:24-Unentschieden. Michael Müller sorgte mit zwei Treffern nach Zweitore-Führung der TSV in den letzten drei Minuten für den Ausgleich. Beide Trainer, Jens Bürkle und Michael Roth konnten anschließend nur schwer einschätzen, ob es ein gewonnener oder verlorener Punkt war.
Ein Remis wird es im Achtelfinale des DHB-Pokals nicht geben. Eine Entscheidung muss fallen, möglicherweise auch erst durch Verlängerungen oder letztlich durch 7m-Werfen. Es geht um viel, denn für den Sieger ist die Chance auf das Erreichen des Final-Four in Hamburg nah. Der Viertelfinalist braucht dann nur noch einen Sieg, um dieses große Ziel zu erreichen.
Die Melsunger verfügen über eine sehr ausgeglichene Mannschaft und stehen als Verfolger des Tabellenführers Rhein-Neckar Löwen in der Spitzengruppe der Liga. Nur Timm Schneider vom TBV Lemgo wurde als einziger Feldspieler verpflichtet. Da aber die beiden Stammkeeper Mikael Appelgren (Rhein-Neckar Löwen) und Per Sandström (IK Sävehof/Schweden) den Verein verließen, mussten neue Torwarte verpflichtet werden. Das gelang mit Johan Sjöstrand vom THW Kiel und René Villadsen von ThSV Eisenach eindrucksvoll und Roth schätzte ein, dass das neue Duo sogar noch etwas stärker ist.
Bisher konnten 16:4-Punkte erreicht werden. Nur bei den RECKEN (24:24), am vergangenen Sonntag beim SC Magdeburg (28:28) und im Heimspiel gegen den VfL Gummersbach (23:27) mussten Philipp Müller und seine Mitspieler Punkte abgeben. Experten trauen den Melsungern in der laufenden Saison durchaus zu, auf den vorderen Plätzen, die eine Qualifikation für die Champions-League zur Folge haben, zu landen.
Die Recken wollen sich vom Favoriten keinesfalls überlaufen lassen. Der siebenfache Torschütze aus dem Hinspiel, Michael Müller, aber auch Nenad Vuckovic, Kreisläufer Felix Danner und Michael Allendorf werden für Lars Lehnhoff und Co im Fokus stehen und die Defensive will gegen diese Akteure besonders stark verteidigen. Die besten Torschützen der MT sind nach den ersten Spielen der Saison Rückraumspieler Momir Rnic, Kapitän Michael Müller und Kreisläufer Marino Maric. Nur wenn es gelingt, eine tolle Leistung abzurufen und wenn die Torchancen konsequent genutzt werden können, kann der Traum vom Final-Four in Hamburg weiter geträumt werden.
Vier Tage später, am Sonntag, 1. November, gastiert die TSV im Punktspiel ab 18.30 Uhr beim TBV Lemgo. Der Gastgeber darf von Sven-Sören Christophersen und seinen Mitspielern nicht unterschätzt werden. Der TBV ist vor der Saison als Abstiegskandidat gehandelt worden, hat sich aber gut entwickelt und steht auf einem respektablen 13. Tabellenplatz mit 7:15-Punkten und damit drei Punkten Abstand zu den Abstiegsplätzen.
Die Mannschaft von Trainer Florian Kehrmann scheint im Aufwind zu sein. Nach einem hammerharten Auftaktprogramm, u.a. mit Spielen gegen die Rhein-Neckar Löwen, HSV Hamburg und THW Kiel, fingen sich die Lemgoer und punkteten gegen HSG Wetzlar, TVB 1898 Stuttgart (29:26) und auch gegen VfL Gummersbach (26:20). Zu den Leistungsträgern in dem gleich um neun Spieler veränderten Team gehören Kreisläufer Anton Mansson, der von den Kadetten Schaffhausen (Schweiz) nach Lemgo wechselte und Rückraumspieler Jonathan Stenbäcken von Kristianstad (Schweden). Weitere Stammspieler sind Torwart Nils Dresrüsse, der Halbrechte Rolf Herrmann und Spielmacher Andrej Kogut.
Kein leichtes Spiel und nur in einer guten Form sind die TBV-Akteure um Trainer Florian Kehrmann zu bezwingen. Für die TSV Hannover-Burgdorf wäre ein Erfolg äußerst wichtig, um die Punkte aus dem Heimspiel gegen Gummersbach zu bestätigen und sich in das obere Mittelfeld absetzen zu können. In der anschließenden zweiwöchigen Pause kann das Team dann etwas verschnaufen. Die nächste Partie wird erst wieder am Sonntag, 15. November, angepfiffen. Mit dem Aufsteiger TVB 1898 Stuttgart kommt dann eine weitere lösbare Aufgabe auf die Bürkle-Schützlinge zu.