Das Ende einer beeindruckenden Saison für die „Recken“

Mit Aivis Jurdsz verliert die TSV einen immer bis in die Haarspitzen motivierten Rückraumspieler, der will sich aber gegen die Füchse Berlin mit einer tollen Leistung verabschieden. (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf feiert gegen die Füchse Berlin auf jeden Fall

BURGDORF (hs). Die Superlative, die von den Recken der TSV Hannover-Burgdorf in der am Sonnabend ablaufenden Saison abgeliefert wurden, sind kaum in Worte zu fassen. Von einer Mannschaft, die um den Klassenerhalt kämpft, spielte sich die TSV nicht nur in die Herzen der hannoverschen Handballer, sondern auch bis auf den 6. Platz und damit bis zur Europapokalteilnahme vor. Die ist ihnen auch durch eine mögliche Niederlage gegen die Füchse Berlin nicht mehr zu nehmen. Das Team um Trainer Christopher Nordmeyer ist aber noch so motiviert, dass auch im letzten Saisonspiel gegen den Champions-League-Aspiranten ein doppelter Punktgewinn geschafft werden soll.
Am Sonnabend, 8. Juni, ab 16.30 Uhr wird die Swiss Life Hall aus allen Nähten platzen. Das Spiel gegen die Topmannschaft der Füchse Berlin ist bereits ausverkauft und wird eine tolle Spielzeit der Recken beenden - ob mit einem Erfolg oder mit einem Misserfolg ist dabei nicht so wichtig und wird den Gesamteindruck nicht stören.
„Vom Tellerwäscher zum Millionär“ fühlt sich ähnlich an wie von einem Abstiegskandidaten zum Europapokalteilnehmer. So könnte die Entwicklung der Recken der TSV Hannover-Burgdorf beschrieben werden und dementsprechend wird auch das Saisonende am Sonnabend ausgiebig gefeiert werden. Wer allerdings Trainer Christopher Nordmeyer kennt, der weiß von seinem Ehrgeiz und auch die Mannschaft zieht dabei mit. Zu gern möchten die Niedersachsen die Füchse in ihrer hannoverschen Festung zum zweiten Mal in dieser Serie bezwingen.
Bereits im Hinspiel gab es eine faustdicke Überraschung in Berlin, denn die Recken schafften einen nicht erwarteten 28:27-Auswärtssieg. Mit einer sehr disziplinierten Leistung und kämpferisch vorbildlichem Verhalten wurde der Favorit bezwungen. Es ist trotz der Bedeutungslosigkeit für die Platzierung der TSV also für Spannung gesorgt. Und die Füchse sind ja auch nicht irgendein Team, immerhin stehen einige Weltklassespieler im Kader um Coach Dagur Sigurdsson. Für die hannoverschen Zuschauer ist das Spiel natürlich ein Leckerbissen, denn mit Silvio Heinevetter ist der Kulttorwart Deutschlands bei den Berlinern dabei. Aber auch weitere namhafte Akteure, wie die deutschen Nationalspieler Sven-Sören Christophersen, Markus Richwien oder Johannes Sellin, sind im Kader von Sigurdsson. Auch der Spanier Iker Romero oder der Russe Konstantin Igropulou werden aus dem Rückraum für Gefahr des TSV-Toren sorgen.
Zudem sind mit Bartlomiej Jaszka und Börge Lund zwei starke Spielmacher bei Berlin an Bord, die die Kreisläufer Torsten Laen und Evgeni Pevnov immer wieder suchen und verdeckte Anspiele zeigen, die zu Torchancen führen können. Insgesamt verfügen die Füchse über einen sehr ausgeglichenen und leistungsstarken Kader und stehen nicht ohne Grund vor der TSV auf dem 4. Platz. Der würde für das Wildcard-Turnier zur Champions League reichen. Eine Niederlage darf sich der Gast aus der Hauptstadt aber nicht leisten, denn dann steht der HSV Hamburg parat, der den Berlinern diesen Platz noch streitig machen kann.
Hannover-Burgdorf hat in diesem Spiel nichts zu verlieren, der 6. Platz ist ihnen nicht mehr zu nehmen, aber auch nicht zu verbessern. Trainer Nordmeyer will mit seiner Mannschaft aber noch ein Ausrufezeichen setzen und zeigen, dass die Leistungen und das grandiose Abschneiden in dieser Spielzeit keine Zufälle waren.
Nach dem Spiel werden die TSVer ihre scheidenden Spieler Aivis Jurdsz, Nenad Puljezevic und Mario Clößner verabschieden und dann im Foyer der Swiss Life Hall gebührend feiern. Für die Fans stehen einige Liter Freibier zur Verfügung, die Spieler werden sich unter die Fans mischen und eine mehr als erfolgreiche Saison ausklingen lassen.