Burgdorfer Recken wollen den Rekordmeister ärgern

So kraftvoll wie Csaba Szücs müssen die Recken am Sonntag agieren, wenn sie gegen den THW Kiel die Chance auf einen Erfolg haben wollen. (Foto: st)

TSV Hannover-Burgdorf erwartet in ausverkaufter Swiss Life Hall den THW Kiel

BURGDORF (st). Im November erwartet die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf ein schweres und zugleich kräftezehrendes Programm, denn neben den Punktspielen stehen auch die ersten beiden Europapokalspiele auf dem Programm. Heute sind die Spieler um Trainer Christopher Nordmeyer noch beim überraschend starken Aufsteiger Bergischer HC zu Gast und bereits am Sonntag, 10. November, ab 15 Uhr erwartet die TSV den Rekordmeister und Tabellenführer der DKB Handball-Bundesliga, den THW Kiel.
Der November wird von einem mit Spielen nur so übersättigten Dezember abgelöst, denn im letzten Monat des Jahres stehen für die Recken innerhalb von 23 Tagen vier Heimspiele und ein Auswärtsspiel auf dem Programm. Das sind die Aufgaben in der Zukunft, die TSV will aber zunächst die Aufgaben im November nacheinander abarbeiten. Und das wird schwer genug. Kommen die Spieler vom Auswärtsspiel beim BHC in Wuppertal am morgigen Donnerstag nach Hannover zurück, blicken alle gleich auf den THW Kiel und die Aufgabe am Sonntag.
Klarer Favorit ist der augenblickliche Spitzenreiter, der bisher gegen die TSV Hannover-Burgdorf in Pflichtspielen noch keine Schwächen zeigte und auch die Begegnungen in der vergangenen Spielzeit mit 36:30 und 39:29 deutlich gewinnen konnte. Aber der THW ist in dieser Saison nicht mehr ganz so souverän wie in den Jahren zuvor. Dennoch hat Gästetrainer Alfred Gislason eine Topmannschaft zusammen und Weltklassespieler im Kader.
Vor der Saison verließen den Deutschen Meister mit Kreisläufer Marcus Ahlm (Karriereende), den Rückraumspielern Momir Ilic (MKB Veszprem), Daniel Narcisse (Paris St. Germains HB) und Torwartlegende Thierry Omeyer (Montpellier HB) vier Topspieler und schwächten den THW schon sehr. Die Verpflichtungen von Wael Jallouz (AS Hammamet/Tunesien), Rasmus Lauge-Schmidt (Bjerringbro-Silkeborg/Dänemark) und Johan Sjöstrand (Aalborg HB/Dänemark) brachten zunächst nicht die alte Qualität zurück. Aber die Kieler haben auch mit Rune Dahmke und Moritz Kiefer aus der eigenen Jugend gezeigt, dass sie trotz Erfolgsdrucks den Umbruch im Team vollziehen wollen und stehen nicht umsonst wieder an der Tabellenspitze.
Immerhin haben sie mit Akteuren wie Filip Jicha, Marko Vujin, Aron Palmarsson, Niclas Ekberg, Patrick Wiencek, Dominik Klein und Gudjon Valur Sigurdsson viele namhafte Spieler im Kader. Die TSV kann nur bei einer herausragenden Leistung und der Unterstützung von ihren Fans eine Überraschung schaffen. Bei den Recken muss alles passen, die Chancen sicher in Tore umgewandelt werden und in der Abwehr müssen Mait Patrail und seine Nebenleute kompakt verteidigen. Wenn dann auch die Torwarte Martin Ziemer und Nicolai Weber über sich hinauswachsen können, ihr Gehäuse vernageln und der THW vielleicht nicht seinen besten Tag erwischt, dann wäre eine Sensation realisierbar.
Die Swiss Life Hall würde dann natürlich kochen, denn die Partie ist bereits ausverkauft und über 4000 Zuschauer wollen ihre Recken anfeuern und sie zu einem Sieg gegen den übermächtigen Gegner unterstützen. „Wenn wir gegen die Kieler eine Chance haben wollen, brauchen wir einen Sahnetag und der THW muss ein wenig schwächeln. Eine ausverkaufte RECKEN-Festung ist dabei natürlich eine große Unterstützung für unsere Mannschaft. Wir werden versuchen, unseren Fans ein tolles Handballfest zu präsentieren“, hofft Geschäftsführer Benjamin Chatton auf Rückenwind durch die Zuschauer.