Burgdorfer Recken haben viele Probleme aufzuarbeiten

Für Joakim Hykkerud und seinen Mitspielern ist die WM-Pause eine willkommene Ruhephase, um Kraft für die weiteren Begegnungen der Rückrunde zu sammeln. (Foto: st)

TSV Hannover-Burgdorf hofft auf die Rückkehr von verletzten Spielern

BURGDORF (st). Die beiden Erfolge bei der SG BBM Bietigheim (28:24) und zum Jahresabschluss gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim (27:19) in der mit 9800 Zuschauern ausverkauften TUI-Arena verschönern das Gesamtergebnis der bisherigen Saison. Es bleibt aber jetzt ein wenig Zeit, um die Leistungen zu bewerten und aufzuarbeiten und für den Rest der Serie sich neu zu orientieren. Der 8. Platz in der Tabelle der DKB Handball-Bundesliga mit 21:21-Punkten ist zumindest eine Momentaufnahme, die nicht schlecht ist, aber auch besser sein könnte.
Nach den stressigen Wochen im Dezember mit sechs Partien innerhalb von 21 Tagen und dem Highlight am 27. Dezember in der TUI-Arena ist bei der TSV Hannover-Burgdorf Ruhe eingekehrt. Die Spieler, die nicht mit ihren Nationalmannschaften an der WM in Katar teilnehmen oder auf Lehrgängen weilen, haben einen verdienten Urlaub angetreten oder kurieren aktiv ihre Verletzungen aus. Am 19. Januar bittet Trainer Christopher Nordmeyer seine Aktiven wieder zum ersten offiziellen Trainingstag in diesem Jahr.
Die Recken starteten schlecht in die Serie 2014/2015 und leisteten sich schon in den ersten fünf Begegnungen bittere Niederlagen, wie die 24:27-Klatsche beim Aufsteiger TSG Friesenheim. Mit 3:7-Punkten und dem 15. Tabellenplatz war ein kleiner Tiefpunkt erreicht. Allerdings musste die Mannschaft auch im weiteren Verlauf der Saison bis zum Jahresende immer wieder mit einem anderen Kader auflaufen. Die Verletzungen von Mait Patrail, Olafur Gudmundsson, Runar Karason, Jan Fiete Buschmann und später von Torge Johannsen, Sven-Sören Christophersen, Juan Andreu und Nicolai Weber würfelten den Kader immer wieder durcheinander und eine komplette Mannschaft konnte Nordmeyer zu keinem Spiel auflaufen lassen. Da war es schon sehr gut, dass die TSV mit ihrer ausgezeichneten Jugendarbeit auf junge Talente, wie Timo Kastening und Hendrik Pollex, aber auch Maurice und Yannick Dräger zurückgreifen konnte, die die Lücken ausfüllten.
Der 29:28-Sieg bei den Füchsen Berlin sorgte für ein Lebenszeichen der Recken und die Mannschaft um Kreisläufer Joakim Hykkerud kämpfte sich in das gesicherte Mittelfeld, denn auch die anderen Teams mussten Federn lassen. Die Bundesliga zeigte sich sehr ausgeglichen und auch schwächere Mannschaften konnten gegen vermeintliche Favoriten überzeugen. Das bekam auch die TSV bei der 29:32-Pleite beim zweiten Aufsteiger HC Erlangen zu spüren. Aber auch gute Leistungen, wie beim 29:29-Remis gegen starke Gummersbacher, sorgten dafür, dass der einstellige Platz erhalten blieb.
Im Dezember musste das Team um Coach Nordmeyer drei Niederlagen in Folge kassieren. Im DHB-Pokal gegen den VfL Gummersbach und in der Punktrunde beim THW Kiel (25:34) und gegen HSV Handball (30:36) schienen die TSVer mit ihren Kräften am Ende und die Verletztenmisere ihren Tribut zu fordern. 17:21-Punkte und Platz 11 nach 19 Spieltagen standen zu Buche. Ein Abstiegsplatz war zu diesem Zeitpunkt nur noch fünf Punkte entfernt. Die beiden Siege in Bietigheim und gegen Friesenheim sorgten dann für ein ausgeglichenes Punktekonto, für einen sorgenfreien Jahreswechsel und für Zuversicht im Lager der TSV.
In den nächsten Begegnungen wird sich zeigen, in welche Richtung die Mannschaft marschieren kann. Der 5. Platz, den jetzt Frisch Auf Göppingen belegt, voraussichtlich ein Startplatz in der Europa-League, ist nur drei Punkte entfernt und durchaus noch zu erreichen. Aber auch zum 14. Platz (HBW Balingen-Weilstetten) besteht nur ein Vorsprung von vier Pluspunkten.
Wenn die Mannschaft in den nächsten Tagen wieder mit der Vorbereitung beginnt, könnte sich das Lazarett etwas gelichtet haben. Christophersen (Fingerbruch), Patrail und Buschmann (beide Schulter-OP) werden aber noch nicht dabei sein können. Gelingt es, diese Ausfälle weiterhin zu kompensieren und die Spieler dann langsam wieder ins Team zu integrieren, dann können die Recken zuversichtlich an die nächsten Aufgaben herangehen. Am 11. Februar bei der HBW Balingen-Weistetten und am 14. Februar beim TuS Nettelstedt-Lübbecke wird die TSV dann gleich wieder in Auswärtsspielen gefordert sein. Erst am 18. Februar wird das erste Heimspiel des neuen Jahres gegen die Füchse Berlin angepfiffen.