Burgdorfer Recken haben nur Außenseiterchancen

Tamás Mocsai versuchte im September 2012 im Spiel gegen den HSV Hamburg eine Lücke zwischen Igor Vori und Blazenko Lackovic zu finden oder seinen Mitspieler Lars Lehnhoff anzuspielen. (Foto: Holger Staab)

Im Viertelfinale des DHB-Pokals geht die Reise zum HSV Hamburg

BURGDORF (hs). Im ersten Pflichtspiel des Jahres 2013 geht es für die TSV Hannover-Burgdorf um den Einzug in das Final-Four des DHB-Pokals. Eine tolle Chance, denn das attraktive Finalturnier in der Hamburger O²-World am 13. und 14. April ist nicht nur finanziell lohnend, sondern auch sportlich ein Highlight für jeden Handballer. Der Gegner im Viertelfinale ist allerdings der HSV Hamburg und damit eine der Topmannschaften der DKB Handball-Bundesliga.
Recken-Trainer Christopher Nordmeyer hatte sich vor der Pokalauslosung, die vom ehemaligen Nationalspieler Daniel Stephan durchgeführt wurde, ein Heimspiel gewünscht, denn bisher musste die TSV ausnahmslos auswärts antreten. Aber nicht nur dieser Wunsch wurde seinem Team verwährt, sondern mit dem HSV Hamburg auch ein Verein zugelost, der mit allen Mitteln um den Einzug in die Runde der letzten vier Mannschaften in der für sie heimischen O²-World kämpfen wird.
Ungewöhnlich ist der Zeitpunkt der Austragung der Begegnung. Das Spiel wird am Montag, 4. Februar, ab 19.30 Uhr in der Sporthalle Alsterdorf ausgetragen. Die Hamburger sind eindeutig in der Favoritenrolle, auch wenn Hannover-Burgdorf zuletzt stark aufspielte, im Dezember alle Spiele gewinnen konnte und nach dem 19. Spieltag vor dem HSV auf dem 5. Tabellenplatz steht. Der Gastgeber zeigte zuletzt keine guten Leistungen, gewann seine Partien beim TV Großwallstadt (31:30) und gegen HSG Wetzlar (30:29) nur ganz knapp. Die Hamburger sind Tabellensechster, wollen aber in den kommenden Wochen wieder zu alter Stärke finden.
Einige lange verletzte Spieler kehrten während der EM-Pause wieder in das Team von Trainer Martin Schwalb zurück und damit hoffen die Hansestädter auf bessere Zeiten. Die Qualifikation für die Champions-League ist das Minimalziel und dafür müssen Erfolge her. Auch im Pokal stehen die Schwalb-Schützlinge unter Erfolgsdruck, denn das Erreichen des Final-Four ist eine Pflichtaufgabe. Vielleicht ist das für den Außenseiter TSV Hannover-Burgdorf die Chance auf einen überraschenden Sieg, denn sie verspüren keinen Druck und können frei aufspielen.
Im Hinspiel der Punktrunde in Hannover hatten Joakim Hykkerud und seine Mitspieler den HSV am Rand einer Niederlage und mussten erst im Schlussspurt erkennen, dass die Hamburger den stärkeren Kader besitzen. Beim 22:22-Zwischenstand in der 42. Spielminute war die TSV noch auf Augenhöhe und auch in der 55. Minute (26:28) noch im Spiel. Letztlich verloren die Recken aber doch mit 26:30-Toren trotz einer guten Vorstellung.
Mit einem starken Keeper Dan Beutler und den besten Torschützen Hans Lindberg (9 Treffer), Frederik Petersen (6) und Domagoj Duvnjak (6) hatte der Favorit den Außenseiter bezwungen. Wenn die TSV das Viertelfinale in Hamburg für sich entscheiden will, dann müssen gerade diese Akteure verstärkt bewacht werden. Zudem stehen mit Kreisläufer Igor Vori und den Rückraumspielern Pascal Hens und Marcin Lijewski noch weitere Klassespieler im Kader von Coach Schwalb.
Auf die Deckung der TSV wird also eine gehörige Portion Arbeit zukommen, wollen Juan Andreu und seine Mitspieler eine Chance haben. In der jüngsten Vergangenheit hat die TSV auch gegen Favoriten gezeigt, welche Qualitäten sie besitzt. Kann sie auch nach der sechswöchigen Pause in ihren Rhythmus aus dem Dezember zurückkehren, dann sollte ein Pokalsieg kein Hexenwerk sein, allerdings eine faustdicke Überraschung.
Im bisherigen Pokalwettbewerb konnte der HSV in der 3. Runde beim Bergischen HC einen 32:28-Sieg feiern und sich im Achtelfinale beim Zweiligisten TV Emsdetten nur hauchdünn mit 30:29-Toren durchsetzen. Die TSV qualifizierte sich für die Runde der letzten acht Teams durch ein 33:31-Auswärtssieg beim TBV Lemgo und einen ungefährdeten 34:17-Erfolg bei der SG BBM Bietigheim.