Burgdorfer Recken gastieren beim starken Aufsteiger

Routinier Tamas Mocsai könnte mit seiner Erfahrung beim Bergischen HC für wichtige Akzente sorgen. (Foto: st)

Beim Bergischen HC ist bereits der HSV Hamburg gestrauchelt

BURGDORF (st). Weit in den Westen geht die Reise für die TSV Hannover-Burgdorf am Mittwoch, 4. November. Die Recken gastieren ab 19 Uhr beim Überraschungsteam und Aufsteiger in die DKB Handball-Bundesliga, beim Bergischen HC. Der Gastgeber, der in der Nähe von Gummersbach das westlichste Bundesligateam in Deutschland stellt, erwartet die TSV in der Uni-Halle in Wuppertal und will auch gegen Hannover seine bisherigen Klasseleistungen fortsetzen.
Die deftige 24:34-Niederlage zu Saisonbeginn beim THW Kiel schockte den Aufsteiger aus der 2.Liga keinesfalls. Die Mannschaft um Coach Sebastian Hinze überraschte gleich im zweiten Spiel mit einem in dieser Höhe schon sensationellen 34:27-Erfolg gegen HSV Hamburg. Und das war kein Strohfeuer, denn der BHC mit dem jüngsten Trainer der Bundesliga (34 Jahre) zeigte weiterhin keinen Respekt vor den etablierten Ligakonkurrenten.
In Gummersbach (30:25) und beim ThSV Eisenach (25:24) wurden weitere Siege eingespielt und auch in den folgenden Spielen gepunktet. Nach dem 7. Spieltag stand der Bergische HC auf einem nicht erwarteten 4. Platz in der Tabelle der stärksten Handballliga der Welt. Mittlerweile stehen 13:9-Punkte auf dem Konto und der 9. Platz, aber die Hinze-Schützlinge haben wenig Respekt und Selbstvertrauen ohne Ende.
Die TSV um Trainer Christopher Nordmeyer wissen also, was sie erwartet. Eine Mannschaft mit Herz und immenser Kampfkraft, die keinen Ball verloren gibt. Dreh- und Angelpunkt des BHC ist sicherlich Viktor Szilagyi, der das Spiel geschickt führt und auch immer wieder für wichtige Treffer sorgt. Die Gefahr, die von ihm ausgeht, muss die Recken-Defensive unterbinden oder zumindest einschränken. Daneben lebt das BHC Angriffsspiel von der kompakten Mannschaftsleistung und ist somit schwer zu verteidigen.
Nordmeyer wird aber eine Lösung parat haben, um den Angriffswirbel des Gastgebers vor voraussichtlich 3200 Zuschauern zu unterbinden. Dazu wird die eigene Offensivleistung entscheidend sein, denn gelingen gute Angriffe mit sicherem Abschluss, dann kann der BHC auch keine schnellen Gegenstöße laufen und leichte Treffer erzielen. Abwehrchef Gustav Rydergard muss zudem seine Jungs nicht nur im Mittelblock zusammenhalten, sondern auch die Halbpositionen mit Jan Fiete Buschmann und Mait Patrail sind aufgefordert aggressiv gegen die bundesligaerfahrenen Rückraumspieler Kristian Nippes oder Michael Hegemann anzugreifen.
Können die Torwarte Martin Ziemer und Nicolai Weber ihre Abwehr zusammenhalten, selbst mit guten Paraden unterstützen und gelingt es, den Aufsteiger auf Abstand zu halten, dann hat Hannover-Burgdorf durchaus die Chance auf zwei weitere Auswärtspunkte. Ein leichtes Spiel wird es aber nicht und niemand darf einen Sieg erwarten, weil es nur gegen einen Aufsteiger geht.