Burgdorfer Handballer wollen einmal den Traum vom Final-Four erleben

Auf seine wichtigen und überraschenden Treffer hofft die TSV gegen den übermächtigen THW Kiel – Morten Olsen. (Foto: Holger Staab)

Gegen den THW Kiel stehen die Chancen für die TSV Hannover-Burgdorf schlecht

BURGDORF (hs). Geht es nach Tabellenstand, Tradition, Rekorden oder Bekanntheit dann ist die TSV Hannover-Burgdorf beim Pokalspiel gegen den THW Kiel hoffnungslos unterlegen. Es geht am Dienstag, 28. Februar, ab 20.45 Uhr aber in einem Spiel zweier Bundesligisten um den Einzug in das Final-Four in Hamburg und jede Mannschaft hat vor der Partie ihre Chance, auch wenn es für die TSV nur eine kleine Chance ist. Für Piotr Przybecki und Co gilt es, diese kleine Möglichkeit auf einen Sieg im Viertelfinale des DHB-Pokals zu nutzen – warum auch nicht?
Es ist schon mehr als Pech. Die TSV Hannover-Burgdorf kämpfte sich durch den Pokalwettbewerb des Deutschen Handballbundes (DHB) vorbildlich, hatte ausnahmslos Auswärtsspiele zu bestreiten und wenig Einnahmen, da bei den Gegnern nur wenige Zuschauer für einen finanziellen Ausgleich sorgten. Die Fahrtkosten schluckten diese und hinterließen zudem ein Minus in der Kasse. Immerhin schaffte Hannover-Burgdorf zum dritten Mal den Einzug ins Viertelfinale durch Erfolge beim HC Empor Rostock (36:29), beim Dessau-Roßlauer HV 06 (35:20) und bei der TSG Friesenheim (34:25) souverän.
Nachdem die TSV bereits zweimal in den vergangenen Spielzeiten Lospech gehabt hat und innerhalb von wenigen Tagen gegen dieselbe Mannschaft im Pokal und in der Punktrunde antreten musste und das wirtschaftlich verständlicherweise ganz schlecht ist, ereilte dieses Schicksal die Burgdorfer nun wieder. Zudem wurde mit THW Kiel der denkbar schwerste Gegner zugelost. Eigentlich mehr als Pech, denn das Punktspiel in der TOYOTA Handball-Bundesliga wird nur Tage später am 4. März angepfiffen – wirtschaftlich ein Fiasko für beide Teams.
Mit TuS Nettelstedt-Lübbecke, HSV Hamburg, SG Flensburg-Handewitt und dem VfL Gummersbach waren neben Kiel und Hannover noch weitere Bundesligisten im Lostopf, die sicherlich die bessere Alternative wären. Zudem hätte ein Los gegen einen der beiden unterklassigen Mannschaften TV 1893 Neuhausen oder EHV Aue vielleicht schon die Verwirklichung des Traum von der Teilnahme am Final-Four in Hamburg bedeutet.
Aber es ist amtlich und unumstößlich und so nimmt es die Mannschaft um Trainer Christopher Nordmeyer auch von der sportlichen Seite.
Die TSV will am Dienstag in der AWD-Hall kämpfen, will dem Rekordmeister THW Kiel Paroli bieten und sich möglichst teuer verkaufen. Eine frühzeitige Aufgabe gibt es nicht, denn der Traum vom Halbfinale ist erst ausgeträumt, wenn man nicht mehr daran glaubt. Bis dahin sind Chancen vorhanden und mit dem hannoverschen Publikum im Rücken kann die TSV jedem Gegner gefährlich werden.
Damit das klappt, müssen gegen den THW natürlich viele Voraussetzungen stimmen. Die Gäste haben in dieser Spielzeit schon außerordentliche Leistungen gezeigt, sind souveräner Spitzenreiter und auf jeder Position mit Weltklassespielern vertreten. Darüber hinaus sind diese Positionen doppelt gut besetzt und auch die zweite Garde damit stark genug, so dass bei Wechseln kein Leistungsabfall zu erkennen ist. Namen wie Filip Jicha, Thierry Omeyer, Daniel Narcisse, Christian Zeitz, Dominik Klein, Kim Andersson, Momir Ilic oder Aron Palmarsson sprechen eine deutliche Sprache. Die Kieler erreichten durch Erfolge beim SC Magdeburg II (36:23), gegen den SC Magdeburg (28:19) und bei den Füchsen Berlin (39:28) die Runde der letzten acht Teams im DHB-Pokal.
Die TSV Hannover-Burgdorf muss an sich glauben, einen festen Siegeswillen zeigen und keinen Respekt vor den Kieler Weltklassespielern offenbaren. Die eigenen Stärken sind gefragt und Gustav Rydergard und seine Mitspieler müssen so richtig Lust auf den Meisterschaftsaspiranten haben. Gelingt eine exzellente Leistung und lassen sich die TSVer nicht abschütteln, dann könnte eine Sensation in der AWD-Hall in der Luft liegen.