Bundesligareserve ist auf einem guten Weg

Beim Team-Time-Out wird die TSV Burgdorf II von Coach Heidmar Felixson neu eingestellt. (Foto: st)

TSV Burgdorf II will sich in der Rückrunde auch auswärts verbessern

BURGDORF (st). Bisher stehen bei der TSV Burgdorf II acht Siege und sieben Niederlagen als Zwischenbilanz der Saison 2016/2017 in der Statistik. Eine Ausbeute, die Trainer Heidmar Felixson nicht glücklich macht, die aber auch kein Grund zur Sorge ist. Die Mannschaft um den erfahrenen Keeper Jendrik Meyer hat sich bisher teuer verkauft und zudem einige Teams aus der Spitzengruppe ins Schwitzen gebracht.
Für die Ausbildungsmannschaft der Burgdorfer sagt das Wort Ausbildung schon viel aus. Die Spieler im Felixson-Kader sollen sich im Laufe der Spielzeiten an ein höheres Niveau herantasten. Erfahrung im Herrenbereich sammeln und sich mit guten Leistungen vielleicht für die Bundesligamannschaft empfehlen. Das ist nur durch Einsätze, Spielzeiten und viel Training möglich. Spieler wie Lars Lehnhoff, Timo Kastening oder zuletzt auch Julius Hinz und Dominik Kalafut haben das bereits eindrucksvoll bewiesen und gezeigt, dass die Nachwuchsarbeit der TSV Burgdorf auf guten Füßen steht.
Aber das Abstellen von Spielern für die Bundesliga birgt immer wieder die Gefahr, dass die Zweite mit ständig wechselnden Zusammensetzungen im Team leben und sich von Woche zu Woche neu einstellen muss. Somit sind die Leistungen zwangsweise schwankend und starken Vorstellungen können am nächsten Spieltag schwache Leistungen folgen. Da die Ausbildung der Spieler aber im Vordergrund steht, wird das in Kauf genommen. Ein Abstieg aus der 3.Liga soll nicht erfolgen, aber davon ist die TSV weit entfernt.
Gleich am Auftaktspieltag konnten sich Maurice Dräger und seine Mitspieler etwas überraschend beim Ex-Bundesligisten TV Großwallstadt mit 21:19-Toren durchsetzen. Eine gute Grundlage für die weiteren Partien in der neuen Staffel Ost. Gleich zwei Spielrunden später mussten die TSVer im Derby beim HSV Hannover aber eine bittere 24:31-Pille schlucken. Hier zeigten sich die Schwankungen der Mannschaft, die gerade in Derbys nicht so konzentriert scheint, denn später verloren die Felixson-Schützlinge auch bei der HSG Burgwedel (16:19) und im letzten Spiel des Jahres bei Eintracht Hildesheim (25:31). Nur beim 24:23-Sieg bei HF Springe konnten Johannes Marx und seine Mitspieler überzeugen.
Stark trumpften die Burgdorfer in eigener Halle auf. Hier zeigten Kalafut und Co ihre Qualitäten und die Kampfkraft und Unbekümmertheit, die ein junges Team auszeichnet. Klare Erfolge gegen HSG Nieder-Roden (32:20), gegen HSC 2000 Coburg II (35:28) und HSG Hanau (31:28) sicherten den jetzt guten 7. Tabellenplatz. Mit 16:14-Punkten liegt das Team im Soll und kann sich mit einer verbesserten Auswärtsbilanz und Erfolgen in den Derbys, die in der Rückrunde durchweg in der Burgdorfer Halle der Gudrun-Pausewang-Schule durchgeführt werden, in der Liga noch weiter nach oben arbeiten.
Zurückgeworfen hat die TSV die Verletzung von Maurice Dräger, der ein wichtiger Torlieferant war. Er wird aber in der Rückrunde wieder aktiv sein und könnte den jungen Spielern, wie den A-Jugendlichen Niklas Diebel oder Malte Donker Hilfestellung geben und ihnen wichtige Ruhepausen bringen. Insgesamt macht die Bundesligareserve einen guten Eindruck, hat noch viel Potenzial und könnte in der Rückrunde noch einige starke Spiele abliefern. Es ist immer wieder erfrischend die Talente in der Burgdorfer Halle kämpfen zu sehen und sie dann möglicherweise auch in der TUI-Arena oder der Swiss Life Hall bei ihren ersten Schritten in der Eliteliga des deutschen Handballs zu beobachten. Die Entwicklung ist der Weg und das Ziel ist klar vorgegeben. Die Jungrecken starten nach der Jahreswechselpause am 14. Januar 2017 mit einem Heimspiel in die Rückrunde der 3.Liga Ost und werden mit dem Tabellenvierten TV Großwallstadt gleich eine Topmannschaft als Gegner haben.