Bezirksliga-Reform ist gescheitert

Auch in Zukunft bleibt es bei vier Bezirksligen

BURGDORFER LAND (kd). Aufatmen bei den Fußballvereinen in den Fußball-Bezirksligen und in den Kreisligen. Die vom Bezirk Hannover geplante Reform der Bezirksligen ist gescheitert.
Die Fußball-Kreise des NFV-Bezirks Hannover entschlossen sich am Sonnabend auf einer Tagung in Sulingen nach monatelangen Diskussionen um den angedachten Umbau der Bezirksliga-Landschaft zur Saison 2018/2019 gegen die Reform. Umgerechnet auf die Delegierten-Stimmen, die sich nach der Mannschaftszahl pro Kreis richten, wurde der Entwurf des Bezirks-Spielausschusses mit der knappen Mehrheit von 55:53 Stimmen abgelehnt.
August-Wilhelm Winsmann, der als Vorsitzender des Fußball-Bezirks Hannover zusammen mit dem Bezirks-Spielausschuss-Vorsitzenden Thorsten Schuschel die Reform angeschoben hatte, akzeptierte die Entscheidung des aus den Kreisen zusammengesetzten Beirates. „Als sich vor einigen Monaten der Widerstand formiert hatte und laut August-Wilhelm Winsmann gut 30 von 64 Bezirksligisten schriftlich gegen die neue Struktur protestierten, ahnte ich, dass wir die Betroffenen intensiver mitnehmen müssen“, gab er zu Beginn der Sitzung zu.
Doch gab sich sich der Vorstand um August-Wilhelm Winsmann nach der Abstimmung als fairer Verlierer. „Für uns ist das Votum ein klarer Auftrag. Das haben die Vereine verdient. Wir lassen also erst mal alles wie es ist.“ Gleichzeitig stellte er aber klar: „Dass wir bei diesem Thema weiter am Ball bleiben. Niemand könne nämlich exakt vorhersehen, wie sich die Mannschaftszahlen in den nächsten fünf Jahren vor allem in den ländlichen Gebieten entwickeln."
Der gescheiterte Entwurf hätte zur Folge gehabt, dass es bereits in der kommenden Saison mehr Absteiger aus dem Bezirk Hannover als üblich gegeben hätte. Die wiederum hätte auch Folgen für die Kreisligen gehabt, die dann gezwungen wären, eine höhere Anzahl von Bezirksligisten aufzunehmen, die vom Zwangsabstieg betroffen gewesen wären. Ein weiterer Grund für die Ablehnung von fünf der acht NFV Kreise war die Sorge über weitaus weitere Fahrten, die zweifellos auf die Vereine zugekommen wären.
Während die Kreisverbände aus den äußeren Regionen des Bezirks Hannover die Reform mehrheitlich ablehnten, hatten die beiden hannoverschen Kreisverbände Stadt Hannover und Hannover Land für die Entwürfe des Bezirksspielausschusses gestimmt, was aber selbst bei den Trainern aus dem Altkreis der Bezirksligen auf wenig Gegenliebe stieß. „Wir stehen in der Bezirksliga zwar auf einem Abstiegsplatz. Doch hat mich die geplante Reform von Anfang an nicht überzeugt. Ich weiß nicht, was sie bringen soll“, fragte sich Hämelerwalds Trainer Peter Wedemeyer, während Ramlingens Coach Darijan Vlaski meinte: „Es läuft doch in der Bezirksliga 2 ideal mit der sogenannten Straßenbahnliga mit den kurzen Fahrtstrecken. Warum sollte das nun unbedingt geändert werden?"
Durch diesen Entschluss zur Beibehaltung soll das Thema der Reduzierung beim Bezirkstag Ende Juli nicht mehr auf die Tagesordnung kommen. „Auwi“ Winsmann vertraute bei der Abstimmung ganz und gar seinen Kreisvorsitzenden, die nach eigenem Bekunden in den vergangenen Wochen den Willen all ihrer Bezirksligisten abgeklopft hatten. Einige machten sich sogar die Mühe, die Top-Teams aus den Kreisligen, also die potenziellen Aufstiegskandidaten, nach ihrer Meinung zu fragen. „Und nach dieser Abstimmung wollen wir nicht, dass das Thema beim Bezirkstag wieder zerredet wird“, stellte der Bezirksvorsitzende klar.