Beim KSC zählt für 96 nur ein Sieg

Zwei Sitzplatz-Tickets gegen den TSV 1860 München zu gewinnen

HANNOVER (kd). Einen unerwarteten Rückschlag musste Hannover 96 am Sonnabend durch das 2:2 (1:2)-Unentschieden vor 36.700 Zuschauern in der HDI-Arena gegen Arminia Bielefeld im Aufstiegsrennen hinnehmen. Wurde zuvor nur über die Höhe des 96-Sieges über den Abstiegsaspiranten gerätselt, mussten die Hannoveraner am Ende über eine verdiente Punkteteilung gegen einen starken Gegner zufrieden sein, der sich bis zum Abpfiff energisch wehrte. Angefeuert von annähernd 5.000 Bielefelder Anhängern lieferten die Ostwestfalen den „Roten“ vom Anpfiff an einen Kampf auf Biegen und Brechen, der dann auch mit einer verdienten Punkteteilung endete.
Sehr zum Verdruss der 96-Anhänger, die spätestens Tags darauf erfuhren, dass ihre Mannschaft zu den Verlierern des 22. Spieltages in der 2. Bundesliga zählte, da sich die Mitkonkurrenten um den Aufstieg keine Blößen gaben. Während am Freitag bereits der Tabellendritte 1. FC Union Berlin (41 Zähler) mit 2:0 gegen 1860 München und der Tabellenvierte Eintracht Braunschweig mit 1:0 beim SV Sandhausen gewinnen konnten, setzte sich am Sonntag der Tabellenführer VfB Stuttgart (47 Zähler) zu Hause mit 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern durch und konnte damit seinen Vorsprung an der Tabellenspitze gegenüber Hannover 96 (42 Zähler) auf fünf Punkte ausbauen.
Hannover 96 ist daher der Verlierer dieses Spieltages. Dennoch zeigten sich Trainer und Spieler der „Roten“ nicht unzufrieden über den Punktgewinn. „Wir sind zuletzt oft über die Mentalität ins Spiel zurück gekommen. Es ist nicht einfach, das immer wieder in jedem Spiel abzurufen“, fand Trainer Martin Harnik, der bei seinem Statement offensichtlich noch ganz unter dem Eindruck des Spiels stand, bei dem die Hausherren zweimal einem Rückstand hinterher laufen mussten
So in der 28. Minute, als Christoph Hemlein mit einem abgefälschten Schuss die 1:0- Führung für die Arminen erzielen konnte, die wenig später Martin Harnik in der 37. Minute mit seinem 12. Saisontreffer durch einen berechtigten Foulelfmeter ausgleichen konnte, dem ein Foul von Brian Behrendt an Kenan Karaman vorausging. Nicht berechtigt war allerdings der Strafstoß für die Bielefelder in der Nachspielzeit der 1. Halbzeit, der den Gästen durch Fabian Klos (45. + 2) die erneute Führung bescherte, nachdem Schiedsrichter Dr. Felix Brych ein Fehler unterlief, als er bei Salif Sanè ein Foulspiel an dem Bielefelder Keanu Staude ahndete, der jedoch den Ball und nicht den Gegner traf.
Nur gut, dass Salif Sanè in der 57. Minute mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Ecke von Sebastian Maier noch der 2:2-Ausgleich glückte. Die Einwechslung von Sebastian Maier in der Halbzeitpause für Felix Klaus machte sich durch die Spielintelligenz des früheren St. Pauli-Spielers positiv auf das Spiel von Hannover 96 bemerkbar. Die 96er konnten in einer hektischen Schlussphase sogar noch von Glück reden, dass Andreas Voglsammer und Sören Brandy bei Kontern die Torchancen für einen möglichen Sieg der Bielefelder vergaben.
Während Torhüter Philipp Tschauner nach dem Abpfiff meinte: „Der Punkt kann am Ende noch wertvoll sein“, sprach Torjäger Martin Harnik Klartext. „Es war zum Verzweifeln, der letzte Pass ging immer schief. Wir waren nicht eiskalt genug, haben zu viele Chancen liegen gelassen“, übte der 29-Jährige jedoch auch Selbstkritik. „Es ist schwierig, sich abzusetzen, es bleibt spannend. Es wird eine lange Saison, ein langer Kampf, aber uns verlassen jetzt nicht die Nerven. Die 2. Liga besteht eben aus Kampf und Mentalität. Diese Attribute muss man als erstes auf den Platz bringen, das haben wir bis jetzt immer getan. Und das ist im Endeffekt viel wichtiger als spielerisch zu glänzen.“
Auf den Tabellenzweiten wartet bereits am Sonnabend, 4. März, ab 13 Uhr beim Karlsruher SC eine Aufgabe, bei der nur ein Sieg zählt. Vor dem Kellerderby am Montag bei dem mit 18 Zählern punktgleichen FC St.Pauli Hamburg (Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor) belegte die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka den 16. Tabellenplatz und damit einen Relegationsrang.
Der frühere 96-Trainer, der beim abstiegsbedrohten Karlsruher SC in der Winterpause am 3. Januar 2017 seine Arbeit von Interimstrainer Lukas Kwasniok aufnahm, ist der große Hoffnungsträger beim KSC, doch sprechen die Zahlen des bundesligaerfahrenen Coaches, der einen bis Juni 2018 laufenden Vertrag bei den Badenern unterschrieb, relativ bescheiden aus. So sprangen aus den vier Partien unter seiner Regie gegen Arminia Bielefeld (3:2), VfLBochum (1:1), 1860 München (1:2) und Union Berlin (1:2) nur vier von möglichen zwölf Punkten heraus.
Nicht auszudenken, wenn auch das „Sechs-Punkte-Spiel“ am Montag am Hamburger Millerntor für den KSC verloren ginge, der nur eine der letzten elf Partien siegreich gestalten konnte. Während Mirko Slomka am Sonnabend wieder auf die zuletzt gesperrten Mittelfeldakteure Grischa Prömel und Hiroki Yanada zurückgreifen kann, stehen Daniel Stendel nach ihrer Gelbsperre auch wieder Freistoßspezialist Edgar Prib und Waldemar Anton zur Verfügung. Dagegen wiegt der Ausfall von Abwehrchef Salif Sanè aufgrund seiner 5. gelben Karte schwer. Auch ist der Einsatz von Florian Hübner aufgrund einer Oberschenkelprellung noch fraglich.
Können die „Roten“ die schwache Vorstellung gegen Bielefeld beim KSC vergessen machen? Wir sind wieder gespannt auf ihren Ergebnis-Tipp, mit dem sie zwei Sitzplatztickets für das Spiel gegen den TSV 1860 München am Sonnabend, 11. März, 13.00 Uhr, in der HDI-Arena gewinnen können. Und so funktionierts: Tippen Sie den richtigen Spielausgang der 96er in Karlsruhe und schicken Sie uns bis zum kommenden Sonnabend, 13 Uhr, eine Mail (Namen, Adresse und Tel./Handy/Nr. nicht vergessen) an gewinnen@marktspiegel-verlag.de. Alle richtigen Tipps nehmen an der Verlosung teil, wenn Sie folgende Spielregeln beachten: Geben Sie in der Betreffzeile ihren Tipp (KSC - 96 X : X) ab und schicken Sie uns nur EINE Mail!