Beginnt für Hannover 96 die Abschiedstour aus der Bundesliga?

Zwei Sitzplatz-Tickets gegen den FC Augsburg zu gewinnen

HANNOVER (kd). Es bedarf keiner hellseherischen Fähigkeiten, um den Spielern von Hannover 96 für das Spiel am Sonnabend um 15.30 Uhr beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund nicht nur einen schweren Gang vorauszusagen, sondern ihnen auch trotz des letzten Tabellenplatzes mit nur 14 Punkten Trost zu spenden, dass die Tour der Leiden spätestens am letzten Spieltag am 14. Mai mit dem Gastspiel beim Spitzenreiter FC Bayern München zu Ende geht. Daher kann man den 96-Spielern nur wünschen, dass sie das Gastspiel am Sonnabend im Signal Iduna Park in Dortmund genießen sollen, da es in der Verfassung der letzten Spiele vorerst der letzte Auftritt der 96er in Dortmund sein dürfte.
Es sei denn, die Dortmunder Spieler sind noch zu sehr von ihrem Pflichtspiel am gestrigen Dienstag im DFB-Pokalviertelfinale beim VfB Stuttgart (Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor) geschwächt, dass sie den 96ern kräftemäßig nicht Paroli bieten können oder gar das Tabellenschlusslicht unterschätzen. Doch wird daran nicht einmal Trainer Thomas Schaaf glauben, der nach der 0:1 (0:1)- Heimniederlage gegen den 1. FSV Mainz 05 vor nur noch 35.596 Zuschauern in der HDI-Arena sichtlich um Fassung nach dem spielerischen Offenbarungseid seiner Mannschaft bemüht war. Bei seiner Mannschaft sei die Verunsicherung brutal gewesen, sagte der 54-jährige 96-Coach, der auch Angst bei seinen Spielern ausmachte, die im Spiel gegen die Mainzer wie gelähmt wirkten.
Allerdings sollte der frühere Bremer Meistermacher den Blick für die Realität nicht verlieren. Es ist zwar lobenswert, wenn er nach der sechsten Pleite in Serie trotz der nicht bundesligawürdigen Leistung seiner Spieler Zuversicht verbreiten will, wenn er ankündigt: „Wir werden nicht aufgeben und uns der Situation stellen.“ Dann bedarf es aber eines anderen Auftretens der Hannoveraner als im Spiel gegen die Mainzer, wo sich die 96-Spieler trotz des frühen Rückstandes in der 24. Minute durch das siegbringende Kullertor von Jairo hängenließen und im Abstiegskampf der Bundesliga alles vermissen ließen, wie Leidenschaft, Kampf und unbedingten Siegeswillen. Stattdessen gab es in der Abwehr Schnitzer in Serie, Fehlpässe im Mittelfeld und so gut wie keine Torchancen, geschweige denn Torschüsse, auf die die geduldigen 96-Fans mit dem ersten Torschuss bis zur 53. Minute warten mussten.
Verständlich, dass es bereits während der Partie Pfiffe von den Rängen gab, die mit Rufen „Wir haben die Schnauze voll“ und „Bis auf Sievers (Anmerkung der Redaktion: 50-jähriger 96-Torwarttrainer) könnt ihr alle gehen" begleitet wurden. Der Blick auf die Tabelle lässt die treuen 96-Anhänger dann auch verzweifeln. Der Tabellenletzte hat jetzt schon sieben Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz und darf daher nach Lage der Dinge nur noch darauf hoffen, einen Relegationsplatz zu ergattern, um sich dann über zwei Relegationsspiele zu retten.
Doch wie soll das trotz sechs Neuzugängen in der Winterpause geschehen, von denen im Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 mit Alexander Milosevic, Hotaru Yamaguchi, Adam Szalai und Hugo Almeida bereits vier der Winterzugänge in der Startformation standen, von denen (außer mit Abstrichen Milosevic) nicht einer zu überzeugen wusste. Geschweige denn den Beweis antrat, dass er zu einer wertvollen Stütze für die 96er im Kampf um den Klassenerhalt werden könnte. Da auch Manuel Schmiedebach auf der Position des Spielmachers völlig überfordert ist, ruhen die Hoffnungen nun auf die Rückkehr des seit Mitte November verletzten Spielmachers Hiroshi Kiyotake.
Ob der mit 14 Niederlagen schlechtesten Mannschaft der Liga ausgerechnet am Sonnabend beim BVB die Wende zum Guten gelingt, ist selbst Thomas Schaaf ein Buch mit sieben Siegeln. „Meine Spieler trainieren unter der Woche recht ordentlich", meinte der ehemalige Bremer Meister-Trainer. „Doch wenn es darauf ankommt, kriegen sie es nicht gebacken. Mir war vollkommen klar, dass das kein einfacher Weg wird. Ich bin angetreten, um das Ruder herumzureißen. Und da werde ich nicht aufhören." Der 96-Hoffnungsträger auf der Trainerbank kann in den noch ausstehenden 14 Begegnungen nur noch auf das „Prinzip Hoffnung“ setzen und hoffen, dass „diese Glocke“, unter der sich seine Mannschaft befindet, einfach mal „weggesprengt“ wird. Ob das 96-Sprengkommando bereits in Dortmund erfolgreich sein wird, bleibt allerdings abzuwarten, da zum Glück Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler den Blick für die Realität noch nicht verloren hat, als er folgerichtig feststellte: „Das ist natürlich eine beschissene Situation. Doch werden wir nicht aufgeben und uns der Situation stellen.“ Was soll da eigentlich beim Tabellenzweiten aus Dortmund schief gehen, wenn auch der neue 96-Geschäftsführer Martin Bader bereits versprach: „Die weiße Fahne wird in Hannover noch nicht gehisst.“ Nun liegt es allein an den 96-Spielern, den Worten ihres Geschäftsführers und auch Trainers am Sonnabend beim BVB endlich Taten folgen zu lassen.
Mit der Aussage „Wir nehmen den Fans das Liebste: die 1. Liga“ trifft der 96-Geschäftsführer außerdem den „Nagel auf den Kopf“ – die ganze Region leidet und möchte in der kommenden Saison keine Spiele gegen Heidenheim oder Sandhausen sehen. Vielleicht hilft es, diese Aussage Baders großformatig in der Kabine zu platzieren. Ein Fünkchen Hoffnung macht auch, dass spätestens im Heimspiel gegen den FC Augsburg die schmerzlich vermissten Hiroshi Kiyotake und Leon Andreasen wieder mit dabei sind – die Mannschaft würde schlagartig ein „anderes Gesicht“ bekommen.
Jetzt steht aber erstmal die scheinbar aussichtslose Hürde beim BVB auf dem Programm. Und da sind wieder gespannt auf Ihren Ergebnis-Tipp, mit dem Sie zwei Sitzplatz-Tickets für das nächste Schicksalsspiel gegen den FC Augsburg am Sonntag, 21. Februar, um 17.30 Uhr in der HDI-Arena gewinnen können! Tippen Sie den richtigen Spielausgang der 96er in Dortmund und schicken Sie uns bis zum kommenden Sonnabend, 15 Uhr, eine Mail (Namen, Adresse, Tel./Handy-Nr. nicht vergessen) an gewinnen@marktspiegel-verlag.de. Alle richtigen Tipps nehmen an der Verlosung teil, wenn Sie folgende Spielregeln beachten: Geben Sie in der Betreffzeile Ihr vermeintliches Ergebnis an (Dortmund – 96 X : X) und schicken sie uns nur EINE Mail unter der identischen Absenderadresse.