Auswärtssieg könnte die Handball-Recken voran bringen

Mit perfekter Haltung wollen Mait Patrail und seine Mitspieler am Freitag die lösbare Aufgabe beim Aufsteiger TVB 1898 Stuttgart meistern. (Foto: st)

TSV Hannover-Burgdorf reist ins Schwabenland zum TVB 1898 Stuttgart

BURGDORF (st). Für die TSV Hannover-Burgdorf geht es am kommenden Wochenende nach dreiwöchiger Pause wieder um Punkte. In einem für die weitere Entwicklung wichtigen Spiel gastieren die Recken beim Aufsteiger TVB 1898 Stuttgart.
Keine leichte Aufgabe, aber eine durchaus lösbare. Die Stuttgarter stehen auf dem 13. Platz und kämpfen scheinbar mit Erfolg gegen den Abstieg. Das ist ihr primäres Ziel und auch gegen die TSV wollen sie weitere Punktgewinne schaffen, um den Abstand zu den Abstiegsplätzen bei den jetzt vorhandenen drei Punkten zu halten oder sogar zu vergrößern.
Die TSV dagegen musste zuletzt auf wichtige Spieler verzichten und auch am Freitag, 15. April, in der SCHARRena in Stuttgart wird die Mannschaft um Trainer Jens Bürkle nicht komplett auflaufen können. Zwar sieht es für Kreisläufer Erik Schmidt, Rechtsaußen Torge Johannsen und Spielmacher Morten Olsen nicht schlecht aus, eine Rückkehr ins Team ist möglich, aber Europameister Kai Häfner wird den Niedersachen noch fehlen. Dafür müssen die anderen Spieler, in erster Linie der Isländer Runar Karason, Verantwortung übernehmen.
Bisher konnte die TSV im Jahr 2016 noch keinen Erfolg bejubeln, aber hat durchaus Achtungserfolge wie beim 30:30-Krimi gegen den Rekordmeister THW Kiel oder dem 25:25-Remis gegen die SG Flensburg-Handewitt vorzuweisen. Ein doppelter Punktgewinn ist jetzt aber notwendig, wenn die Zielrichtung einstelliger Tabellenplatz nicht aus den Augen verloren werden soll.
Mit 27:23-Punkten steht die Mannschaft auf dem 9. Tabellenplatz und will zumindest diesen Rang sichern. In den letzten sechs Partien der Saison ist das durchaus realisierbar, es folgen aber noch weitere schwere Begegnungen und da wäre ein Auswärtserfolg in Stuttgart wichtig.
In der Hinrunde konnte der Aufsteiger mit einem klaren 30:22-Sieg nach Hause geschickt werden, jetzt wird der TVB sich aber mit Händen und Füßen gegen eine Niederlage wehren. Beim Gastgeber ist das Team der Star, denn die Stuttgarter haben nach dem Aufstieg keine Stars eingekauft, sondern solide gewirtschaftet. Mit Michael Spatz, Michael Schweikardt, Torwart Dragan Jerkovic und Lars Friedrich standen vor der Saison nur drei bundesligaerfahrene Akteure in den Reihen der Stuttgarter.
Bisher verkaufen sie sich aber sehr gut und stehen auf einem Nichtabstiegsplatz. Damit das so bleibt will der Gastgeber, der nur drei Legionäre im Kader hat, auch gegen die angeschlagene TSV Punktgewinne verbuchen. Die Abstiegsgefahr des TVB ist noch allgegenwärtig, aber die Mannschaft um Trainer Thomas König ist auf dem besten Weg neben dem insolventen HSV Hamburg zumindest zwei weitere Teams hinter sich zu lassen.
Die Recken werden neben den bundesligaerfahrenen Spielern auch auf Linksaußen Tobias Schimmelbauer, Rückraumspieler Dominik Weiß und Kreisläufer Simon Baumgarten aufpassen müssen. Sie gehörten im Hinspiel zu den besten Torschützen.
Die Stuttgarter konnten in Hannover bis zum 14:13-Zwischenstand in der 37. Spielminute noch mithalten, mussten dann aber die Leistungsstärke der Hannoveraner anerkennen und die TSV drehte innerhalb von neun Minuten auf 22:14-Tore auf und der Sieg war ihnen nicht mehr zu nehmen.
Am Freitag wird ihnen das sicherlich nicht so leicht gemacht. Sie werden ohne Europameister Kai Häfner einen schweren Stand haben und können nur über den Kampf zu ihrem Spiel finden. Torwart Martin Ziemer wird seine Vorderleute aber wieder zu einer kompakten Defensive verhelfen und darin könnte der Schlüssel zum Erfolg liegen. Gelingt es den Recken zudem noch, leichte Fehler im Angriffsspiel zu vermeiden und sich gute Chancen zu erarbeiten, dann sollte endlich der erste Sieg im Jahr 2016 eingespielt werden.
Die nächsten Aufgaben gegen den ThSV Eisenach (20. April) und beim VfL Gummersbach (7. Mai) werden nicht viel einfacher sein und da könnte etwas Selbstvertrauen in die eigene Leistung mit einem doppelten Punktgewinn im Rücken durchaus hilfreich sein.