Aufstiegs-Krimi: 96 gegen VfB Stuttgart

Christian Ronnenberg aus Isernhagen gewinnt die beiden Sitzplatz-Tickets

REGION. Hannover 96 hatte am Freitagabend mit den beiden Toren von Martin Harnik (16. und 25.) mit dem überzeugenden und daher auch mehr als verdienten 2:0 (2:0)- Sieg vor 13.000 Zuschauern beim 1. FC Heidenheim vorgelegt, so dass die Kontrahenten um den Aufstieg in die Bundesliga nachlegen mussten. Allen voran der Tabellenführer VfB Stuttgart, der seine Aufgabe mit einem 3:0 (1:0)-Sieg über den FC Erzgebirge Aue in der mit 59.000 Zuschauern restlos ausverkauften Mercedes-Benz- Arena in Stuttgart souverän erledigte.
Bliebe noch das mit großer Spannung erwartete Verfolgerduell am Montagabend zwischen Eintracht Braunschweig und dem 1. FC Union Berlin zu berücksichtigen. Seit zwei Tagen steht nun fest: Aus dem Vierkampf im Kampf um den Aufstieg ist jetzt nach dem überzeugenden 3:1 (1:0)-Sieg von Eintracht Braunschweig vor 23.325 Zuschauern gegen den 1. FC Union Berlin durch zwei Tore von Ken Reichel (6. und 64.) und Domi Kumbela (75.), bei einem Gegentreffer von Maximilian Thiel (65.) zum 1:2, ein Dreikampf geworden.
Alleiniger Spitzenreiter ist der VfB Stuttgart mit 66 Punkten und einem Torverhältnis von 59:35 Toren, der am Sonntag zu der ungewohnten Anstoßzeit von 15.30 Uhr in der seit Wochen ausverkauften HDI-Arena beim Tabellendritten Hannover 96 zu Gast ist, der 63 Punkte und 49:31-Tore aufweist. An den 96ern vorbeigeschoben hat sich Eintracht Braunschweig, die ebenfalls 63 Punkte aufweisen, aber das mit 48:29 Toren um einen Treffer bessere Torverhältnis verfügen. Nur noch theoretische Chancen auf den Relegationsrang besitzen die Eisernen von Union als Tabellenvierter mit 57 Punkten und 49:37-Toren.
Für Hochspannung ist also in der Endphase der Meisterschaft gesorgt, in der Hannover 96 am Sonntag im Spiel gegen den VfB Stuttgart unter besonderem Zugzwang steht, da Eintracht Braunschweig über das vermeintlich leichtere Restprogramm mit den Spielen bei den auf Abstiegsplätzen stehenden Mannschaften von Arminia Bielefeld und dann zu Hause gegen den Absteiger Karlsruher SC verfügt.
Hannover 96 hingegen trifft im Topspiel am Sonntag zu Hause auf den VfB Stuttgart und muss zum Saisonschluss beim Tabellenelften SV Sandhausen antreten. Der VfB Stuttgart hingegen spielt nach dem Gastspiel bei den „Roten“ noch zum Abschluss zu Hause gegen die Würzburger Kickers. Beides übrigens Mannschaften, gegen die der VfB Stuttgart in der Hinrunde verloren hat. Während die Schwaben zu Hause gegen Hannover 96 mit 1:2 den Kürzeren zogen, unterlagen sie bei den Würzburger Kickers gar mit 0:3. So gibt es in der Schwabenmetropole bereits warnende Stimmen, die trotz der fünf Siege des VfB in Folge vor Übermut warnten, der sich mittlerweile beim Tabellenführer bereits breit machte.
Kein Wunder, dass nicht nur beim VfB Stuttgart schon gerne einmal über das Ziel hinausgeschossen wird, wenn es um die Wahrnehmung eigener Interessen geht. „Weiss-Rot ist auf Kurs. VfB – furchtlos und treu“, heißt es auf der Website des VfB Stuttgart. Obwohl die Stuttgarter den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga noch nicht ganz geschafft haben, gibt es bereits die ersten Aufstiegs-Shirts, mit denen sich die Fans der Schwaben eindecken können, die es kaum noch erwarten können, bis endlich gefeiert werden darf und ihr Team in die Fußball-Bundesliga aufsteigt. Und manche von ihnen sind gar noch einen Schritt weiter: So kursierten am Sonntag während des Heimspiels gegen Aue erste Fotos von T-Shirts, die dem VfB Stuttgart als „Aufsteiger 2017“ huldigen.
Ein wenig Bescheidenheit oder gar Tiefstapelei, wie es die „Eintracht“ aus Braunschweig perfekt beherrscht, wäre auch bei Hannover 96 angebracht, wenngleich seitens des Präsidiums oder des Trainergespanns und auch des Managers keine lauten Töne zu hören sind. Man ist sich der Schwere der Aufgabe gegen den VfB Stuttgart wohl bewusst, aus der aus einer durchweg stark besetzten Mannschaft dennoch drei Spieler herausragen.
Kapitän Christian Gentner, der bisher alle 32 Spiele bestritt und sich auch noch als sechsfacher Torschütze auszeichnete. In exzellenter Form befindet sich auch der rumänische Nationalspieler Alexandru Maxim, der bisher fünf Mal traf. Über allen schwebt aber mit Simon Terodde ein Torjäger, der bisher bereits 23 Tore erzielte und für den der VfB Martin Harnik, der bisher 17 Tore erzielte, an die „Roten“ abgab. Wie gut beim VfB Stuttgart selbst die Bank besetzt ist, belegt allein die Tatsache, dass so gute Angreifer wie Daniel Ginczek und der vom FC Bayern München verpflichtete Julian Green bisher nicht über ein Reservistendasein hinausgekommen sind.
Daumendrücken ist gegen diesen starken Gegner ausdrücklich gewünscht, um mit einem Heimsieg die sofortige Rückkehr in die Bundesliga zu schaffen.
Live dabei am Sonntag in der ausverkauften HDI-Arena ist auch Christian Ronnenberg aus Isernhagen. Er hatte, wie zwölf andere Teilnehmer/innen auch, den 2:0-Sieg der 96er in Heidenheim bei unserem Ergebnis-Tipp-Gewinnspiel, richtig vorausgesagt und per Zufallsgenerator die beiden Sitzplatz-Tickets gewonnen.
Klaus Depenau