Andrius Stelmokas hängt Handballschuhe an den Nagel

Andrius Stelmokas gab während der Spiele auch mal Ratschläge, wie hier an Chris Meiser und Carl-Philipp Seekamp. (Foto: st)

Handball-Urgestein will in Zukunft die Jugend fördern

BURGWEDEL (r/st). Es ist das Ende einer langen Karriere als aktiver Handballer, aber es ist noch nicht das Ende seiner Handballzeit, denn als Trainer will er seine Erfahrungen aus über 20 Jahren zunächst an die Jugend weitergeben und könnte vielleicht als Coach auch mal in höheren Männerspielklassen tätig sein. Gemeint ist Andrius Stelmokas, der die Turnerschaft Großburgwedel verlässt und seine Handballschuhe an den Nagel hängt.
So viele Jahre Handball auf höchstem Niveau und jetzt beendet Andrius Stelmokas (41 Jahre) seine einzigartige Karriere. Der Kreisläufer der Turnerschaft Großburgwedel, der in vier Jahren für die TSG in 116 Pflichtspielen auflief und 438 Tore warf, will zur neuen Saison den Schritt vom Spielfeld auf die Trainerbank wagen.
Der 1974 in Vilnius (damalige Sowjetunion) geborene Kreisläufer debütierte 1991 für den litauischen Erstligisten Granitas Kaunas und gewann zahlreiche litauische Meisterschaften. 1999 wechselte er zu KA Akureyri nach Island und 2004 folgte der Wechsel nach Deutschland zu Frisch Auf Göppingen. Mit den Schwaben erreichte der Nationalspieler von Litauen (412 Tore) das Finale des EHF-Pokals, unterlag jedoch dem TBV Lemgo. Drei Jahre später zog es ihn nach Berlin, mit den Füchsen stieg er in die 1. Bundesliga auf. In Berlin brachte Ehefrau Leva auch die beiden Zwillinge Lukas und Sofija zur Welt. Im Jahr 2008 wechselte Stelmokas dann zur TSV Hannover-Burgdorf, mit der er 2009 ebenfalls in die DKB Handball-Bundesliga aufstieg. Nach einem kurzen Intermezzo beim spanischen Verein Labaro Toledo kehrte er 2011 zurück nach Deutschland und spielte noch ein paar Monate bei der TG Münden. In den letzten vier Spielzeiten war er bei der Turnerschaft Großburgwedel in der 3. Liga Nord aktiv und wurde vor ein paar Wochen noch interner Torschützenkönig. Neben 124 Länderspielen für Litauen, einer Welt- und einer Europameisterschaftsteilnahme kann Stelmokas unzählige Spiele in der 1., 2. Bundesliga und in der 3.Liga vorweisen.
Jetzt will er vom aktiven Handballer auf die Treinerbank wechseln. „Mit 41 Jahren ist es Zeit, meine aktive Laufbahn zu beenden. Ich bin dankbar und glücklich, dass ich so viele Jahre auf hohem Niveau spielen und viele Länder, Sprachen und Menschen kennenlernen und viele Freunde finden durfte. Ich habe großes Glück gehabt, dass ich dabei von schweren Verletzungen verschont wurde, obwohl es gerade am Kreis schon ordentlich zur Sache geht. Handball ist mein Leben und ich möchte meine Gesundheit nicht gefährden. Darum soll jetzt nach vier schönen letzten Jahren in Großburgwedel mit dem aktiven Handball Schluss sein. Die TSV Burgdorf hat mir das Angebot gemacht, als Co-Trainer von Carsten Schröter die Bundesliga-A-Jugend zu betreuen. Dies ist eine Möglichkeit, die ich nicht ausschlagen möchte. Ich freue mich auf die Zusammenerbeit mit einer der besten Jugendmannschaften Deutschlands. Meine Familie wohnt zudem seit einigen Jahren in Burgdorf, somit passt alles. Schon in Großburgwedel habe ich im letzten Jahr die C-Jugend trainiert. Die Arbeit mit den Jungs hat mir großen Spaß gemacht und ich habe festgestellt, dass ich meiner Leidenschaft Handball über die Funktion als Trainer auch künftig treu bleiben kann“, berichtete Stelmokas über die Gründe seines Rücktrittes. Auch der TSG hat er viel zu verdanken: „Danke sagen möchte ich aber auch der TS Großburgwedel. Der Verein ist mir in vier Jahren ans Herz gewachsen, wir haben in der 3. Liga tolle Erfolge gefeiert, das Umfeld stimmt und auch die Jugend ist auf einem guten Weg. Auch waren mir die TSG-Verantwortlichen bei der Arbeitsplatzsuche behilflich. Meine Arbeit als Sportlehrer bei der Pestalozzi-Stiftung erfüllt mich sehr. Ich möchte der Turnerschaft etwas zurückgeben und werde daher auch künftig neben der Trainertätigkeit in Burgdorf einzelne Trainingseinheiten bei der TSG-C-Jugend leiten.“ Die Handballer werden den litauischen Kreisläufer also weiterhin in den Hallen der Umgebung wiedersehen.