Am Jahresende schafften die Recken in der Handballbundesliga eine Erfolgsserie

In dieser Szene kann sich Sven-Sören Christophersen gegen die Abwehrspieler durchsetzen und frei zum Wurf kommen. Sein Mitspieler Erik Schmidt kann nur noch zuschauen. (Foto: st)

Einstelliger Platz macht sogar Hoffnung auf Europapokalteilnahme . . .

BURGDORF (st). Mit einer makellosen Bilanz von 10:0-Punkten konnte sich die TSV Hannover-Burgdorf im Dezember 2015 belohnen und den Weg unter die Top10-Teams der DKB Handball-Bundesliga ebnen. Damit besteht sogar noch Hoffnung auf eine Platzierung, die zur Teilnahme an den Europapokalwettbewerben berechtigt.
Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg und die Verantwortlichen der TSV wollen davon nichts wissen, denn mehr als einen einstelligen Tabellenplatz bis zum Saisonende Anfang Juni haben sie sich für die Spielzeit 2015/2016 nie gesetzt.
Mit dem neuen Trainer Jens Bürkle und den Neuzugängen Erik Schmidt, Morten Olsen und Malte Semisch starteten die Recken verhalten in die neue Saison. Obwohl schon der Auftakterfolg gegen Frisch Auf Göppingen (26:23), eine tolle Leistung bei der knappen 29:33-Niederlage beim THW Kiel und der 29:24-Sieg gegen den Bergischen HC für 4:2-Punkte sorgten, blieben die TSVer gelassen und schätzten sich realistisch ein.
Es wurde nie mehr als ein guter Mittelfeldplatz als Ziel ausgegeben und die folgenden Begegnungen zeigten auch, dass die Mannschaft sich erst finden musste, um Erfolge auch mal sicher herauszuspielen.
Gegen Topteams der besten Handballliga der Welt, wie beim HSV Hamburg (23:23) oder gegen MT Melsungen (24:24) wurden Unentschieden erkämpft, aber es gab auch Rückschläge, die sich bis zum November des Jahres aneinanderreihten. So geschehen bei der Auswärtsniederlage bei der HSG Wetzlar (28:31) oder bei der bitteren 25:31-Heimpleite gegen DHfK Leipzig.
Manchmal hatte der Zuschauer das Gefühl, die Mannschaft investierte zu wenig oder zeigte nicht, die im Handball so entscheidende, Leidenschaft in den Begegnungen. Die Pflichtaufgaben wurden aber meistens erfüllt und so stand, nach der deklassierenden 21:37-Niederlage bei der SG Flensburg-Handewitt, mit 14:14-Punkten dennoch ein Mittelfeldplatz (12.Platz) auf dem Tableau. Siege gegen den VfL Gummersbach (29:24), den TVB Stuttgart (30:22) oder das 34:34-Remis beim TBV Lemgo halfen das Punktekonto immer wieder auszugleichen.
Was noch fehlte, war eine kleine Erfolgsserie und einfach mal zwei oder drei überzeugende Auftritte, die Timo Kastening und seinen Mitspielern mal richtigen Aufschwung geben konnten.
Dabei musste die Mannschaft aber auch Verletzungen von wichtigen Stammspielern verkraften, denn neben den Langzeitverletzten Torge Johannsen und seit Ende November auch Csaba Szücs, mussten die Recken phasenweise auf Lars Lehnhoff, Olafur Gudmundsson und Erik Schmidt verzichten. Die anderen Akteure sprangen aber mit mehr Einsatz ein und der Zugriff auf junge Talente aus der Ausbildungsmannschaft, die in der 3. Liga spielt, brachte kaum einen Leistungsabfall.
Im Dezember vergangenen Jahres und bis zum Ende der Hinrunde gelangen dann mit dem 29:28-Arbeitssieg gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke und dem starken Auftritt mit 36:24-Toren beim ThSV Eisenach noch zwei Erfolge, die das Punktekonto (18:16) positiv gestalteten. Der 10. Tabellenplatz war erreicht.
Mit 28:24 gelang dann noch ein wichtiger Heimsieg gegen die Überraschungsmannschaft der Serie, HSG Wetzlar, kurz vor Weihnachten der Überraschungserfolg gegen MT Melsungen (28:25) und kurz nach Weihnachten gegen HBW Balingen-Weilstetten (32:27) gab es nochmal 4:0-Punkte, die den letztlich mehr als erfolgreichen Dezember und damit das Jahr 2015 abschlossen.
Die Mannschaft hatte besonders im letzten Monat des Jahres gezeigt, was in ihr steckt und das in den weiteren Partien der Rückrunde noch mit ihnen zu rechnen ist. Am Ende des Jahres standen 24:16-Punkte und 555:549-Tore auf dem Konto und der 9.Platz lässt viel Platz für weitere Erfolge.
Schaut man sich die Tabelle an, dann ist der Weg zu einem Europapokalplatz nicht weit. Es sind nur vier Punkte Unterschied zwischen dem Tabellenfünften Melsungen und den Recken. Allerdings sollten die Handballfans noch nicht frohlocken und das Team bleibt auf dem Boden.
Nach der EM-Pause stehen ab dem 13. Februar schwere Spiele auf dem Spielplan und mit der SG Flensburg-Handewitt, THW Kiel, Füchse Berlin und SC Magdeburg kommen Spitzenmannschaften nach Hannover, die erst einmal bezwungen werden müssen. Die Recken sind aber auf einem guten Weg um ihr Ziel einstelliger Tabellenplatz erreichen zu können und dieses Ziel sollte wohl eher ins Visier genommen werden, als ein Europapokalplatz.
Wenn der dann dabei herausspringt, wird sich aber sicher kein TSV-Spieler zurückhalten und so verspricht die Saison noch Spannung bis zur letzten Partie am 5. Juni gegen HSV Handball.