Adler-Spieler können nicht an Fußball denken

Nicht nur mit sportlichen Problemen muss Trainer Jörg Karbstein derzeit fertig werden. Foto: Depenau (Foto: Klaus Depenau)

Trauerfeier für Timothy Muyakwa am Freitag

HÄMELERWALD (mj). Es ist ein schwerer Weg, den die Spieler des SV Adler Hämelerwald am Freitag zurücklegen müssen. Um 16 Uhr müssen sie in einer öffentlichen Trauerfeier im Forum Hämelerwald in der Schule am Ried Abschied nehmen von ihrem Mitspieler Timothy Muyakwa, der am 31. Januar überraschend im Alter von nur 25 Jahren verstorben ist. Wie groß die Betroffenheit nicht nur beim Verein ist, zeigt allein die Homepage des Klubs, auf der bis zum Sonnabend der vergangenen Woche 149 Beileidsbekundungen eingingen. „Es ist eine Tragik. Wir können es immer noch nicht fassen, dass Timmy nie wieder zurückkommen wird“, sagte ein trauriger Trainer Jörg Karbstein.
Der am Neujahrstag 1985 geborene Timothy Muyakwa begann seine Fußballlaufbahn bei Arminia Vöhrum und dem SV Adler Hämelerwald. Mit 15 Jahren wechselte „Timmy“ zu Hannover 96, wo er den Sprung in die niedersächsische Verbandsauswahl schaffte. Unter NFV-Trainer Wulf-Rüdiger Müller wurde der im Mittelfeld vielseitig verwendbare „Timmy“ Muyakwa 2001 mit Niedersachsen beim DFB-Länderpokal Deutscher Vizemeister der U16-Junioren. Eine Berufung für einen Lehrgang des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) folgte, wie auch eine Bulgarienreise des NFV, bei der Timothy Muyakwa in allen drei Partien zum Einsatz kam. Vor fünfeinhalb Jahren wechselte Timothy Muyakwa zurück zu seinem Heimatverein, wo er seitdem zu den Leistungträgern gehörte. So hatte der Verstorbene trotz zahlreicher Verletzungen einen wesentlichen Anteil am letztjährigen Aufstieg des SV Adler Hämelerwald.
„Die Trauer um Timmy lähmt natürlich unsere Vorbereitungen auf das Punktspiel am Sonntag gegen Fortuna/Sachsenroß Hannover“, sagte Jörg Karbstein, der seine berechtigten Zweifel hat, ob seine Spieler angesichts der zeitlichen Nähe zum Geschehen überhaupt den Kopf für die Begegnung am Sonntag gegen den Tabellenzweiten Fortuna/Sachsenroß Hannover frei bekommen werden. So sieht es auch Axel Rabe als Spielleiter der Fußball-Bezirksliga 2. „Wir haben zwar schon jetzt Probleme mit den Nachholspielen. Doch wenn der SV Adler Hämelerwald angesichts dieses traurigen Anlasses auf mich zukommt, um eine Spielabsetzung zu erreichen, bin ich der Letzte, der nicht gesprächsbereit ist.“
So ist davon auszugehen, dass die Begegnung am Sonntag abgesagt wird. Unabhängig von der Tatsache, dass die Witterungs- und Platzverhältnisse kaum eine Austragung zulassen. Sofern nicht kurzfristig das Fortuna-Spiel um eine Woche verschoben wird, würde der Rückrundenstart des SV Adler Hämelerwald erst am 7. März mit dem Heimspiel gegen den SV 07 Linden beginnen, was angesichts der traurigen Ereignisse, mit denen die „Adler“-Spieler fertig werden müssen, wohl auch empfehlenswert wäre.