„96“ steht im Derby am Freitag unter einem gewaltigen Druck

Karsten Maack gewinnt die Sitzplatztickets für das „Spiel der Spiele“

REGION (ho). Noch vor vier Wochen wurde nur über die Höhe des Sieges der „Roten“ über den Rivalen Eintracht Braunschweig spekuliert und diskutiert. Der Aufsteiger „taumelte“ sieglos der 2. Liga entgegen, die 96er dagegen waren auf bestem Wege in Richtung Europa. Doch nach dem 11. Spieltag haben sich die Vorzeichen geändert: Die „Löwen“ glauben nach dem Sensationssieg in Wolfsburg und dem überraschenden und euphorisch gefeierten 1:0-Erfolg gegen Bayer Leverkusen - dem ersten Bundesliga-Heimsieg nach 28 Jahren - wieder an den Klassenerhalt, während die Slomka-Elf nach der 5. Auswärtsniederlage und fünf sieglosen Spielen in Folge ihre Ziele vorerst neu definieren und Europa-League erst einmal abhaken muss. Das ohnehin schon im Vorfeld emotional geladene Niedersachsen-Derby hat also noch mehr sportliche Brisanz erhalten.
Dabei hätten sich die „Roten“ ihr angeknackstes Selbstvertrauen in Bremen zurückholen können und müssen. Nach vier torlosen Auswärts-Partien „erlöste“ Szabolcs Huszti durch seinen verwandelten Foulelfmeter die mitgereisten knapp 3.000 Fans im Bremer Weserstadion mit dem ersten Saison-Auswärtstreffer und der bisherige Spielverlauf deutete gegen noch mehr verunsicherte Bremer auf zumindest einen Punktgewinn hin. Doch wiederum unverständliche, individuelle Fehler im Spielaufbau und in der umgekrempelten Abwehr brachten die „Roten“ schnell wieder auf die Verliererstraße, ehe Hiroki Sakai mit einem vehementen Hammer unter die Latte den verdienten 2:2-Halbzeitstand herstellte. Der Rest ist bekannt: Fünf Minuten vor Schluss kassierten die 96er den „Genickschuss“. Bremens Aaron Hunt brachte den kleinen, aber feinen Unterschied nach Spielende auf den Punkt „Wir wollten unbedingt gewinnen und das 3:2 machen“…!
Wieder verloren, Absturz ins trostlose Mittelfeld, die ohnehin geschwächte Abwehr durch die fünfte gelbe Karte für Sané noch mehr dezimiert und die Formschwäche einstiger Leistungsträger wie Stindl oder Andreasen - die sportliche Leitung hat in dieser Woche viel Seelenmassage zu leisten. Einziger Lichtblick vor dem „Spiel der Spiele“: Torjäger Mame Diouf kehrt nach seiner Gelbsperre zurück. Und so wird am Freitagabend um 20.30 Uhr in der ausverkauften und vermutlich aufgeheizten HDI-Arena wieder eine 96-Elf auflaufen, die in dieser Formation noch nie zusammengespielt hat. Verzichten muss der Coach auf die gesperrten Sané und Marcelo sowie die (Langzeit)-Verletzten Cherundolo, Felipe, Pander und Didier Ya Konan. Ob die angeschlagenen Sobiech und Hoffmann zumindest wieder zur Verfügung stehen, wird sich erst am Spieltag entscheiden.
Daher kann die Devise am Freitagabend im „Hexenkessel HDI-Arena“ für die „Roten“ nur heißen: Angriff ist die beste Verteidigung! Vorne hat Slomka noch die größten Alternativen: Mit Diouf in der Spitze sollten Huszti und Stindl über Außen und entweder Bittencourt oder Schlaudraff den Torjäger mit brauchbaren Vorlagen „füttern“. Prib dürfte neben Andreasen die Sechserposition bekleiden, während Schulz und Avevor oder Hoffmann die Innenverteidigung gegen den mit nur acht erzielten Braunschweiger Toren schwächsten Angriff der Liga bilden werden. Kein Zweifel: Hannover 96 steht übermorgen unter einem gewaltigen Druck, aber mit den hoffentlich besonnenen, aber lautstarken Fans im Rücken sollten und werden die 96er dieses Prestige-Duell für sich entscheiden. MARKTSPIEGEL-Tipp: Die „Roten“ gewinnen 3:0!
Live dabei ist beim Derby Karsten Maack aus Sehnde-Bolzum. Wie achtzehn weitere Teilnehmer/innen hat er die 2:3-Pleite der 96er in Bremen richtig getippt und per Zufallsgenerator die beiden Sitzplatz-Tickets gewonnen.