96 kann mit einem Sieg nicht nur den HSV, sondern auch Mirko Slomka gefährden

Ein Beitrag von Klaus Depenau - Silvia Bothor aus Ahlten gewinnt die beiden Sitzplatztickets für das Nordderby

HANNOVER (kd). Erneut mit einem Sonntagspiel setzt Hannover 96 nach der zweiwöchigen Länderspielpause den Punktspielbetrieb in der Fußball-Bundesliga am 3. Spieltag mit einem Heimspiel fort, das wiederum ausverkauft sein wird. Kein Wunder. Handelt es sich bei dem Gegner vom Hamburger SV am Sonntag, 14. September, ab 17.30 Uhr in der HDI-Arena doch um eine Zugnummer, was den Namen angeht.
Doch sind die Zeiten längst vorbei, vom großen HSV aus Hamburg und dem kleinen HSV aus Hannover zu sprechen. Zu dürftig waren vor allem in der abgelaufenen Saison die Leistungen der Profis vom Hamburger SV, die nur mit viel Glück in den beiden Relegationsspielen den Abstieg in die 2. Bundesliga vermeiden konnten. Daher gibt es in Hamburg zahlreiche treue HSV-Fans, die den HSV-Schlaffis von Trainer Mirko Slomka bereits die Berechtigung absprechen, die Raute im Herzen zu tragen.
Ein katastrophaler Fehlstart mit nur einem Punkt aus zwei Spielen und als Höhepunkt auch noch die 0:3-Heimschlappe gegen den Aufsteiger SC Paderborn 07 brachte bei den Hanseaten das Fass bereits zum überlaufen. Während sich Hannover 96 trotz des wenig überzeugenden Auftritts beim 0:0-Remis gegen den FSV Mainz 05 in illustrer Gesellschaft mit weiteren fünf Klubs, darunter auch der FC Bayern München befindet, die mit vier Zählern zu den ernsthaftesten Verfolgern des noch verlustpunktfreien Tabellenführers Bayer 04 Leverkusen zählen, belegt der HSV als Tabellensiebzehnter bereits wieder einen Rang, der in diesem Fall den direkten Abstieg bedeuten würde.
Im Mittelpunkt der Kritik steht mit Mirko Slomka der Trainer des Hamburger SV, der aus seiner langjährigen Tätigkeit als Coach der Hannoveraner den 96-Fans kein Unbekannter ist und bei den Niedersachsen bei vielen 96-Fans durchaus noch seine Wertschätzung genießt.
In Hamburg dürfte bei einer erneuten Niederlage der Rothosen bereits der letzte Kredit für Mirko Slomka verspielt sein, nachdem seine Mannschaft zweimal in nahezu identischer Aufstellung auflief, die sehr der abgelaufenen Saison glich.
Wie sonst lässt sich die Äußerung des neuen Hoffnungsträgers Dietmar Beiersdorf verstehen, der offiziell als Vorstandsvorsitzender der neuen HSV AG agiert, dass der Trainer zwar die Entscheidung träfe, wer für den HSV auflaufe, doch nun knapp zwei Wochen Zeit wären, die neuen Spieler einzubauen.
Da das Hamburger Umfeld mit dem Milliardär und Geldgeber Klaus Michael Kühne im Hintergrund bereits in kürzester Zeit erwartet, dass Dietmar Beiersdorfer als neuer Boss den heruntergewirtschafteten Klub in bessere Zeiten führt, wurde der Kader von Mirko Slomka gleich mit sieben namhaften Neuzugängen verstärkt, die nun gefälligst den Beweis antreten sollen, dass der rund erneuerte HSV zu größeren Taten in der Lage ist, als es jüngst der Fall war.
Dem Neubeginn beim HSV könnten durchaus bisherige Leistungsträger wie die Nationalspieler Rene Adler, Marcell Jansen und Heiko Westermann zum Opfer fallen. Torhüter Rene Adler wurde von Mirko Slomka bereits angezählt, als er forderte: "Ich brauche Leute, die eine Ausstrahlung haben. Das können sowohl Rene Adler als auch Jaroslav Drobny sein und somit können auch beide in Hannover spielen."
Hoffnungsträger des Hamburger SV sollen neben Kapitän Rafael van der Vaart, den nun fest verpflichteten Torjäger Pierre-Michel Lasogga sowie Johan Djourou nun so bekannte Neuzugänge wie die Tottenham-Leihgabe Lewis Holtby, dem für 3 Millionen Euro aus Sao Paulo verpflichteten brasilianischen Abwehrspieler Cleber, Mittelfeldspieler Valon Behrami (SSC Neapel) sowie die Angreifer Nicolai Müller (1. FSV Mainz 05), Zoltan Stieber (1. FC Nürnberg), Julian Green (1. FC Bayern München) und Abwehrspieler Matthias Ostrzolek (Eintracht Frankfurt) den HSV "neues Leben einhauchen", um wieder an alte Zeiten anzuknüpfen.
Dagegen ist es bei Hannover 96 erstaunlich ruhig, was auch den bisherigen erfolgreichen Auftritten der "Roten" geschuldet ist. Abgesehen von den Meinungsverschiedenheiten, die in Sachen der Nichtberücksichtigung von Abwehrspieler Sane aufgrund von Disziplinlosigkeiten herrschen, den viele, darunter auch Präsident Martin Kind, lieber im Aufgebot der Profis, anstatt bei der U-23- Auswahl der 96er sehen würden, läuft alles nach Plan bei den Hannoveranern.
Noch länger ausfallen werden zum Bedauern von Trainer Tayfun Korkut, Kapitän Lars Stindl (Außenbandriss im Knie), Edgar Prib (Meniskusoperation) sowie die Langzeitverletzten Andre Hoffmann, und Tim Dierßen.
"Ich hoffe nur, dass von unseren insgesamt sieben Spielern, die von ihren Nationalen Verbänden in den Nationalmannschaftskader berufen worden sind, alle gesund wieder nach Hause zurückkehren", wünscht sich der 96-Coach. Daher ist davon auszugehen, dass von seinen insgesamt elf Neuzugängen neben dem wieder genesenen Josulu auch der chilenischer Neuzugang Miiko Albornoz und der japanische Nationalspieler Hiroshi Kiotake (1. FC Nürnberg) in der Anfangsfprmation stehen werden.
Wohl mit der Rolle des Jokers muss sich trotz seiner fünf Tore beim 8:0-Testspielsieg gegen den Landesligisten HSC BW Tündern neben dem fünffachen Torschützen Keman Karaman auch noch der kürzlich verpflichtete Neuzugang Jimmy Briand abfinden, der in Hameln als zweifacher Torschütze aufhorchen ließ.
Immerhin neun Teilnehmer/innen an unserem Ergebnis-Tipp-Gewinnspiel, von insgesamt 412 Einsendungen, sagten das unspektakuläre 0:0-Unentschieden der 96er in Mainz voraus. Auch Silvia Bothor aus Ahlten gehörte dazu, die per Zufallsgenerator die beiden Sitzplatz-Tickets gewonnen hat und am kommenden Sonntag das brisante Nordderby gegen den Hamburger SV live in der HDI-Arena erleben wird. Herzlichen Glückwunsch!