„96“ empfängt den FSV Mainz 05 - folgt das dritte Zitterspiel in Folge?

Achim Wolpert aus Bolzum gewinnt die beiden Sitzplatz-Tickets

REGION (ho). Wer seinen Adrenalin-Pegel mindestens alle zwei Wochen bis an die Grenze hochfahren will (muss), sollte sich spätestens jetzt, wenn noch nicht im Besitz, eine Dauerkarte für die restlichen 15 Heimspiele der „Roten“ kaufen! Warum? Das Fazit der ersten beiden Heim-Partien verspricht für den Rest der Saison Hochspannung bis in die Haarspitzen: Insgesamt 94.000 Zuschauer verwandelten die HDI-Arena in einen Hexenkessel, fünf (!) Platzverweise, ein Elfmeter und eine 96-Elf, die den Fans bis zur allerletzten Sekunde „alles abverlangt“. Und die nächste vermutliche „Zitterpartie“ steigt schon am kommenden Sonnabend: Um 15.30 Uhr erwarten die „Roten“ mit dem FSV Mainz 05 den überraschenden Tabellenvierten zum „kleinen“ Spitzenspiel des vierten Spieltages.
15. Minute am Samstag in der brodelnden HDI-Arena: Mame Diouf wird im Strafraum von Höwedes von den Beinen geholt, der fliegt vom Platz, den fälligen Strafstoß verwandelt Sabolcz Huszti (ohne sich zu verletzen) sicher zum 1:0 und 96 spielt - wie schon gegen Wolfsburg - fortan mit einem Spieler mehr. Als Diouf vier Minuten vor der Pause per Kopfball auf 2:0 erhöht, war die Partie eigentlich gelaufen für eine 96-Mannschaft, die die eigenen 41.000 Fans (8000 waren aus Gelsenkirchen angereist) bis dahin begeistert hatte und noch mindestens einen Treffer hätte mehr erzielen müssen.
Wer nun gedacht hatte, die 96er fangen nach der Pause gegen die dezimierten und verunsicherten Schalker da wieder an, womit sie vor dem Wechsel aufgehört hatten, wurde - wie schon gegen Wolfsburg - eines Besseren belehrt. Statt weiter auf das 3. Tor zu drängen, verfiel die Mannschaft in fahrlässige Passivität und „baute“ damit den Gegner regelrecht auf. Und so nahm die „Zitterpartie“ - wie eben schon gegen Wolfsburg - wieder seinen Lauf. Auch der Anschlusstreffer durch Szalai in der 55. Minute konnte die Slomka-Elf nicht aufrütteln. Auch dann nicht, als Clemens und Szalai zehn Minuten später völlig frei vor Zieler auftauchten, die Kugel aber Gott sei Dank neben das Tor beförderten. Zu allem Überfluss sah Huszti dann nach einer umstrittenen Szene die „glatt Rote“ Karte - die Fans waren der Ohnmacht nahe, zumal die „Roten“ mit den eigenen guten Kontermöglichkeiten viel zu fahrlässig umgingen. Fünf Minuten vor Schluss dann Platzverweis Nr. 3 - der Schalker Verteidiger Fuchs sah nach wiederholtem Foulspiel völlig zu recht gelb-rot. Dann endlich nach 93 Minuten der Schlusspfiff - der Adrenalinpegel blieb aber noch lange Zeit über dem Limit.
Fazit dieser 93-Wahnsinnsminuten: „die“ Roten sind - trotz des schwachen Auftritts in Gladbach - auf dem besten Weg zu einer Spitzenmannschaft. Die viel gescholtene Abwehr stand bis auf zwei böse Schnitzer souverän, Sakai machte sein bestes Spiel im 96-Dress und Pocognoli sollte endlich das Vertrauen des Trainers haben. Neuzugang Marcelo deutete gegen die „Königsblauen“ seine Klasse als Abwehrorganisator an und Salif Sane ist ein „Abräumer per Exellence“. Der Schachzug, Stindl von der Sechserposition ins offensive Mittelfeld zu stellen, erwies sich als Volltreffer, denn auf seiner Position spielte Edgar Prib neben Leon Andreasen eine solide Partie.
Nun steht also am Sonnabend vor vermutlich wiederum 45.000 Zuschauern das nächste Heimspiel gegen die mit drei Siegen gestartete Tuchel-Elf aus Mainz an. Slomka muss zwar auf Huszti verzichten, aber mit Didier Ya Konan, Schlaudraff oder Bittencourt brennen Spieler von der Bank auf ihren Einsatz. Mit dabei ist auf MARKTSPIEGEL-Kosten Achim Wolpert aus Sehnde-Bolzum. Er hatte den 2:1-Sieg gegen den Schalker - wie 58 andere Mitspieler auch - richtig getippt und per Zufallsgenerator die beiden Sitzplatz-Tickets gewonnen! Karten gibt es noch in den MARKTSPIEGEL-Geschäftsstellen Burgdorf, Burgwedel und Lehrte.