Spargelanbau und Spargelstechen
Viel Arbeit und Wissen für saisonbedingten Genuss
REGION. lps/Pb. Im Spargel steckt die Liebe zum Detail. Sein Anbau ist nicht ohne weiteres in jedem Boden möglich. Da eine Spargelkultur über viele Jahre eine gute Ernte einbringen soll, ist die Wahl des Standortes mit besonderer Sorgfalt verbunden. Dabei spielen die Bodeneigenschaften eine wesentliche Rolle, weil der Spargel bestimmte Vorlieben hat. So ist sein Wurzelstock sehr luftbedürftig. Außerdem zieht er lockeren und sandigen Boden vor, der sich schnell erwärmt. So kann die Ernte von zarten Stangen frühzeitig beginnen. In unseren Breitengraden liegt sie meist in der zweiten Aprilhälfte.
Das Spargelstechen selbst ist mühevolle Handarbeit. Zwar gibt es bereits erste motorisierte Hilfen, doch Maschinen für diese Tätigkeit sind noch nicht in Sicht. So bleibt es bisher bei den fleißigen Erntehelfern, die vielerorts auf den Feldern zu sehen sind. Beschwerlich ist es vor allem beim weißen, also dem Bleichspargel, da er aus den typisch aufgeschütteten Dämmen „geholt werden“ muss.
Die grüne Variante lässt sich etwas leichter ernten, da sie ebenerdig wächst. Haben die Triebe eine Länge von 15 bis 20 cm erreicht, werden sie knapp unter der Bodenoberfläche mit einem scharfen Messer abgeschnitten. Das sollte in jedem Falle passieren, bevor die Deckblätter der Köpfe locker werden. Ist es warm, wird daher sogar bis zu zweimal täglich geerntet. Die besten Tageszeiten für das Stechen sind der frühe Morgen und der Nachmittag.
Der saisonbedingte Genuss ist also mit viel Kenntnis und Mühe verbunden, was seine Einzigartigkeit auch in der Kultivierung erkennen lässt. Damit verbunden ist der Respekt vor denjenigen, die ihn anbauen und ernten. Spargel ist aber ganz bestimmt auch deshalb etwas Besonderes, weil er frisch und aus eigenen Landen nicht alltäglich auf dem Speiseplan stehen kann.






