Nur vegane Ernährung?

lps/Cb. Große Auswahl pflanzlicher Produkte (Foto: Busche)

Risiken nicht verschweigen

REGION lps/Cb. Vegane Ernährung, der Verzicht auf alle tierischen Produkte, gilt heute als modern und akzeptiert. Auch der Einzelhandel hat seine Angebote entsprechend erweitert. Pflanzliche Kost steigert tatsächlich die Infektabwehr, kann die Darmflora positiv beeinflussen, den Blutdruck mindern und das Körpergewicht senken. Das ist wissenschaftlich belegt. Ausschließlich vegane Kost ist reich an Nährstoffen und Ballaststoffen, die unerhitzt besonders wirksam sind.
Andererseits besteht das Risiko der Unterversorgung mit Proteinen, Kalzium, Eisen, Jod und Vitamin B 12. Eine Unterdeckung von Vitamin B 12 und Eisen könnte sich nachteilig auswirken. Die meisten Veganer wissen inzwischen um den möglichen Nährstoffmangel und nehmen Vitaminpräparate. In Studien ist allerdings eine oft unregelmäßige und in der Dosierung falsche Einnahme dokumentiert worden. Nur bei ärztlich diagnostizierten Mangelerkrankungen oder Allergien ist es sinnvoll, bestimmte Mineralien in höheren Dosen ständig künstlich zuzuführen. Auch im Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten sollten Veganer ihre Blutwerte regelmäßig überprüfen lassen. Wird ein Mangel festgestellt, müssen die niedrigen Spiegel an Mineralien und Vitaminen wieder aufgefüllt werden. Die künstliche Zuführung von Mineralien und Vitaminen kann auch Nebenwirkungen haben, den Magen belasten oder andere Störungen auslösen. Wie viele Menschen sich deutschlandweit vegan ernähren, ist nicht genau bekannt. Die meisten Angaben basieren auf Umfragen und Hochrechnungen. Ausschlaggebend für den radikalen Verzicht auf tierische Erzeugnisse seien für die meisten vegan lebenden Menschen ethische Gründe wie die Massentierhaltung.