Große Resonanz für Telefonaktion „Organspende“

Keine Registrierung von Organspendern - keine Manipulationen

ALTKREIS BURGDORF (r). Unsere Telefonaktion zur Organspende fand große Resonanz. Die Beraterinnen vom Infotelefon Organspende - einem Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Stiftung Organtransplantation und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung - beantworteten unter anderem folgende Fragen:
Wie sichert man, dass bei der Organvermittlung nicht mehr manipuliert werden kann?
In allen Transplantationszentren entscheidet jetzt eine interdisziplinäre Konferenz über die Aufnahme von Patienten in die Warteliste. Damit soll sichergestellt werden, dass keine Manipulationen von Laborwerten mehr stattfinden können. An der Konferenz sind mindestens drei Personen beteiligt. Eine von ihnen muss von einer medizinischen Fachrichtung kommen, die keine Verbindung zur Transplantationsmedizin hat und sie muss dem ärztlichen Direktor der Klinik direkt unterstellt sein.
Ich hatte Krebs. Hat es überhaupt Sinn, dass ich mir einen Organspendeausweis besorge?
Ja, denn ob Organe entnommen werden können, entscheidet sich erst im Falle eines Hirntodes. Ist man fünf Jahre nach einer Krebserkrankung gesund, würde nichts gegen eine Spende sprechen. Es ist jedoch sinnvoll, wenn Sie Ihre Erkrankung mit Auftrittsdatum auf dem Ausweis vermerken.
Wie viele Menschen sterben denn überhaupt am Hirntod?
Jährlich sterben in deutschen Krankenhäusern rund 400.000 Menschen, davon nur etwa ein Prozent am Hirntod. Vom Hirntod spricht man, wenn die Gehirnfunktionen bereits erloschen sind, das Herz-Kreislauf-System aber durch eine Intensivtherapie noch künstlich aufrechterhalten werden kann.
Ich bin 69, da brauche ich doch keinen Organspendeausweis mehr, oder?
Doch, im letzten Jahr war der älteste Spender sogar 96 Jahre alt. Ihm wurden Nieren und Leber entnommen, die immer noch hervorragend arbeiten. Entscheidend ist immer das biologische, nicht das kalendarische Alter.
Wird man als Organspender registriert, wenn man einen Organspendeausweis ausgefüllt hat?
Nein, es genügt, wenn man einen Ausweis ausfüllt und diesen stets bei sich trägt. Dadurch kann man zu jeder Zeit seine Entscheidung zur Organspende ändern. Man sollte aber immer die Familie über die aktuelle Entscheidung informieren
Welche Organe kann man denn überhaupt spenden?
Niere, Herz, Lunge, Leber, Bauchspeicheldrüse, Darm und Teile der Haut sowie die Hornhaut der Augen, Herzklappen, Teile der Blutgefäße, des Knochengewebes, des Knorpelgewebes und der Sehnen.
Ist es möglich, nur bestimmte Organe für eine Spende freizugeben?
Ja, Sie können in Ihrem Spendeausweis festlegen, welche Organe oder Gewebe Sie spenden würden und welche nicht. Begründen müssen Sie das nicht.
Weitere Informationen
Organspendeausweise und Informationsmaterial können unter dem gebührenfreien „Infotelefon Organspende“ unter 0800/90 40 400 bestellt werden. Per Email geht das unter order@bzga.de sowie unter infotelefon@dso.de, im Internet unter www.organspende-info.de oder www.dso.de, per Fax unter 0221-8992257, per Post bei der BZgA, 51101 Köln oder über die DSO, Deutschherrnufer 52, 60594 Frankfurt am Main.