Eheverträge

lps/Cb. Junges Glück und ein Vertrag? (Foto: Bad Wörishofen)

Abreden für den Fall der Scheidung

REGION lps/Cb. Wer in den Stand der Ehe treten will, mag nicht an das Ende der Verbindung denken. Auch ein Ehevertrag erscheint vielen als Vertrauensbruch. Trotzdem ist fast jede zweite Ehe in Deutschland nach etwa sechs Jahren am Ende.
Nicht selten wird Vermögen mit in die Ehe gebracht, was häufig zum Streit bei einer Trennung führt. Auch längere Auslandsaufenthalte oder die Betreuung des Nachwuchses können bei einer Scheidung zu Schwierigkeiten werden. Sind wesentliche Aspekte nicht vertraglich geregelt, droht ein „Rosenkrieg“. Wer eine Ehe eingeht, für den regelt der Gesetzgeber die vermögensrechtliche Beziehung.
Gesetzlicher Güterstand ist die Zugewinngemeinschaft. Damit bleiben die Vermögen und Verbindlichkeiten der Partner getrennt. Im Falle einer Scheidung ist ein während der Ehe erzielter Vermögenszuwachs anteilig auszugleichen. Abweichende oder zusätzliche Regelungen können in einem Ehevertrag festgelegt werden. So ein Vertrag beweist nicht mangelndes Vertrauen. Unterschiedliche Vermögensverhältnisse, die selbständige Tätigkeit eines der Partner, unterschiedliche Staatsangehörigkeiten und Kinder können für heiratswillige Paare Gründe sein, zusätzliche vertragliche Regelungen zu treffen. Besitzt einer der Ehegatten gewinnträchtige Geldanlagen oder erwartet eine hohe Erbschaft, kann ein Ehevertrag sinnvoll sein.
Der Gesetzgeber gewährt dem finanziell schwächeren Partner einen gewissen Schutz vor extremen Nachteilen. Für Selbständige empfiehlt sich ein Vertrag, um das Unternehmen aus dem Zugewinnausgleich auszuschließen.
Ansonsten kann bei einer Scheidung sogar der Gewerbebetrieb oder die selbständige Tätigkeit in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch der gestiegene Unternehmensgewinn ist auszugleichen.