Aufsichtspflicht

lps/Cb. Verbotsschild an der Baustelle (Foto: Busche)

Fragen der Haftung auf Baustellen

REGION lps/Cb. Bauherren sind grundsätzlich dafür verantwortlich, die Baustelle gegen das Betreten durch Unbefugte abzusichern. Darauf macht der Baustellenbetreiber mit einem Verbots-schild wie „Zutritt für Unbefugte untersagt“ aufmerksam. Solche Schilder reichen nicht, wenn es sich um Minderjährige handelt. Kinder können oft nicht erkennen, ob und in welcher Form eine Gefahr droht. Der Bauherr soll deshalb das Gelände auch vor minderjährigen Abenteurern durch geeignete Maßnahmen schützen.
Fahrzeuge und Maschinen sind besonders in der arbeitsfreien Zeit entsprechend zu sichern. Baustellen üben oft eine besondere Faszination auf Kinder aus. Haften die Eltern tatsächlich uneingeschränkt für Schäden, die Kinder anrichten? Tatsächlich kann man sie dann haftbar machen, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzen. Allerdings gilt diese Pflicht nicht unbegrenzt. Ein fünfjähriges Kind braucht natürlich eine umfassendere Aufsicht als ein Halbwüchsiger. Ein kleines Kind unbeaufsichtigt in der Nähe einer Baustelle spielen zu lassen, wird das Gericht als Verletzung der Aufsichtspflicht werten. Schafft es das Kind, auf dem Gelände Schaden anzurichten, müssen die Eltern oder Erziehungsberechtigten dafür haften. Anders sieht es aus, wenn der Nachwuchs alters- und entwicklungsbedingt die möglichen Gefahren erkennen kann. Dann besteht keine durchgehende Aufsichtspflicht.
Eine genaue Altersfestlegung ist kaum möglich. Die Einsichtsfähigkeit ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Allgemein haften Kinder und Jugendliche nur unter bestimmten Voraussetzungen und in Abhängigkeit vom Alter für von ihnen verursachte Schäden. Bis zum vollendeten siebenten Lebensjahr sind Kinder für Schäden gemäß Paragraph 828 BGB nicht verantwortlich.