„Zwei“ starke Frauen eroberten das StadtHaus in Burgdorf

Catharina Junk las aus ihrem Erstlingsroman „Auf Null“ im StadtHaus in Burgdorf. (Foto: Dana Noll)

Catharina Junk las aus ihren Erstlingsroman „Auf Null“

BURGDORF (dno). Eine berührende Geschichte über das Leben nach dem Krebs erzählt der Roman „Auf Null“ der Autorin Catharina Junk. Auf Einladung der Buchhandlung FreyRaum las sie vor zahlreichen aufmerksamen Zuhörern aus ihrem Erstlingswerk im StadtHaus in Burgdorf.
Das Schwerste war „das Anfangen“. Die Idee zu diesem Roman gab es schon lange, aber mangelnde Zeit und die Finanzierung waren Gründe, um das Projekt „immer wieder herauszuschieben“. „Ich konnte es mir nicht leisten, monatelang „auf gut Glück“ ein Manuskript zu schreiben, das vielleicht nie einen Verlag finden wird. Ich habe zunächst nur die ersten dreißig Seiten geschrieben und damit dann den Literaturförderpreis der Stadt Hamburg gewonnen“, so Catharina Junk. Diese Auszeichnung brachte ihr dann ein Stipendium und gleichzeitig auch die nötige Aufmerksamkeit einiger Verlage. „Ohne den Förderpreis hätte ich den Roman vielleicht gar nicht zu Ende geschrieben. Solche Stipendien sind sehr wichtig, denn da draußen gibt es viele tolle Geschichten, die mitunter nur aufs Papier kommen können, wenn die Autorinnen und Autoren dafür ein bisschen Unterstützung erhalten.“
Bei ihrer Lesung in Burgdorf gewährte sie den Zuhörern einen Einblick in die Gefühlswelt ihrer „Nina“, die mit nur zwanzig Jahren die Diagnose Leukämie bekommt. Der Roman spielt nach der Zeit der Krankheit und erzählt über das „Ankommen“ in der alten, neuen Welt. Catharina Junk erzählt auf berührende und ironisch-witzige Weise, was es bedeutet, ins Leben zurückzufinden. Und sie schafft es, trotz des ernsten Themas, eine angenehme, leichte Atmosphäre ins StadtHaus zu bringen. Das liegt einerseits an der lockeren, entspannten Schreibe der Autorin sowie an den kleinen Geschichten des Alltags, mit denen die Hauptfigur kämpfen muss, aber auch an den autobiographischen Zügen, die das Buch zeigt. Denn bei Catharina Junk wurde kurz nach Beginn ihres Studiums Akute Myeloischer Leukämie diagnostiziert. Dennoch ist die Geschichte um Nina bis auf „den jüngeren Bruder in Niedersachsen und die Abneigung gegen van Goghs Sonnenblumen“, frei erfunden.
„Für mich ist gerade das Schöne am Schreiben - egal ob Prosa oder Drehbuch - dass ich mir Figuren, Ereignisse und Orte ausdenken darf“, so Junk. Ein großer Vorteil gegenüber ihrer Arbeit als Drehbuchautorin für zahlreiche Film- und Serienproduktionen wie beispielsweise das „Großstadtrevier“.
Auch die persönliche Atmosphäre bei Lesungen schätzt die Autorin sehr: „Man merkt es bei Lesungen sofort, wenn es eine enge Verbindung zwischen der veranstaltenden Buchhandlung und den Kundinnen und Kunden gibt. Gaby Frey und ihr Team von der Buchhandlung FreyRaum haben für ein volles Haus gesorgt und alle Zuhörerinnen und Zuhörer waren sehr zugewandt. Beim Signieren ergaben sich sehr interessante Gespräche. Die Leute haben auch von ihren eigenen Erfahrungen mit schweren Krankheiten erzählt, das war teilweise sehr berührend.“
Der Ausflug in die Welt der Roman-Autorinnen wird für Junk nicht einmalig bleiben: „Ja, ich schreibe bereits an dem nächsten Roman. Eine Familiengeschichte. Wieder mit einer strauchelnden Heldin - denn ich liebe Figuren, die einen Knacks haben!“