Zum 10. Jubiläum gab es 10 Cent für jeden Gast

Die 10. Nerd Nite hatte wieder interessante Referenten: v.l. Segelflieger Friedrich Wilhelm Gieseke, Zahntechniker Wolfgang Bormann und Bundesliga-Schiedsrichter Florian Meyer. (Foto: Dana Noll)

Interessante Vorträge während der Nerd Nite beim TC GG Burgdorf

BURGDORF (dno). Bereits zum 10. Mal trafen Nerds (hervorragende Referenten) auf ein wissensdurstiges Publikum. Dabei hätten die Themen unterschiedlicher nicht sein können: Segelfliegen, Zahnersatz und Fußball – aber für Vielfältigkeit ist die Nerd Nite mittlerweile bekannt. Die ZuhörerInnen klebten den Referenten an den Lippen und brachten sie auch mit ihren Nachfragen nicht ins Schwitzen. Denn Nerds sind gut vorbereitet und nutzen ihre 25 Redeminuten.
Doch bevor es losging, gab es für alle Gäste ein kleines Willkommensgeschenk auf den Stühlen: 10 Cent sowie einen Zettel mit der Aufschrift „Für Dich“. Geschäftsführer Klaus Saidowski erklärte das so: „Sehen Sie es als kleines Präsent zu unserem 10. Jubiläum. Es ist nicht viel, kann aber der Anfang von etwas Großem sein. Setzen Sie es ein, um Jemanden glücklich zu machen!“
Glücklich gemacht wurden vor allem die Kinder des Hauses „Schutzengel“, der Mukoviszidose e.V. in Hannover. 354 Euro wurden an dem Abend für den guten Zweck gesammelt. Ein Vorschlag von Florian Meyer, der seit seinem 14. Lebensjahr Schiedsrichter ist und den Gästen aus seiner spannenden Zeit in der Bundesliga berichtete. „Jedes Spiel ist anders. Unterschiedliche Charaktere, Spielstrategien, Tempo, Konflikte – das erfordert immer wieder mit neuen Situationen umzugehen“, so der gebürtige Braunschweiger, der über 270 Spiele in der Bundesliga geleitet hat. Mit „Strafstoß oder Schwalbe“ forderte er das Publikum heraus, eine Entscheidung zu fällen. Nicht einfach, wenn man bedenkt, dass auf dem Spielfeld dafür nur 0,8 Sekunden Zeit bleiben. Entscheidungsfehler wiegen schwer, denn sie beeinflussen möglicherweise das Ergebnis. Da gilt es auf Erfahrungen bauen, genau zu beobachten, seinen Gerechtigkeitssinn zu schärfen und auch ein wenig auf sein Bauchgefühl zu hören. „Das muss alles sehr flott gehen, denn der Fußball ist schnell geworden. Der Ballkontakt liegt jetzt bei unter einer Sekunde!
Schnell muss es bei Wolfgang Bormann nicht gehen, aber dafür präzise. In seinen humorvollen wie „bissigen“ Vortrag fühlte er den ZuhörerInnen förmlich auf den Zahn. Er gab einen kleinen Einblick in seine Welt als Zahntechniker, die sich zu verändern scheint. „Fassen Sie mich nochmal an, denn mich gibt es bald nicht mehr. Der Zahntechniker wird zunehmend von einem präzisen Roboter ersetzt. Der ist günstig, wird nie krank und braucht auch keinen Urlaub“, so Bormann.
In die Lüfte ging es mit Friedrich Wilhelm Gieseke, dem „Urgestein des Segelflugs“ im Luftsportverein Burgdorf. Anschaulich und verständlich erklärte er, warum ein Flugzeug fliegt und vor allem wie ein Flugzeug ganz ohne Motor fliegt. Mehr als Luft, Sonne und Mut braucht es eigentlich nicht. Davon aber eine große Portion! „Das ist schon wunderbar, wenn man dann oben ist“, so Gieseke.