Zeit für die zweite Kerze nehmen

Martin Karras, Pfarrer in St. Nikolaus, Burgdorf (Foto: privat)

Martin Karras, Pfarrer in St. Nikolaus, Burgdorf

Morgen feiern wir den schon den 2. Advent. Und in 14 Tagen ist Weihnachten.
Die kurze Adventszeit in diesem Jahr macht uns richtig Stress.
Wofür wir letzten Jahr noch fast vier Wochen Zeit hatten, müssen wir in diesem Jahr in drei Wochen hineinpacken.
Oder wir sind pfiffig wie viele Weihnachtsmarktorganisatoren, die einfach die Eröffnung der Märkte schon auf die Woche vor dem Ewigkeitssonntag / Christkönigssonntag vorgezogen haben. Es muss sich ja schließlich lohnen
Geschickt.
Aber gut?
Ich brauche Zeit, um mich auf den Advent einzustellen.
Ich hoffe immer noch, nicht nur im Advent, sondern auch vorher schon ein wenig zur Ruhe zu kommen, denn ich möchte die Adventszeit genießen.
Aber wir leben ja offensichtlich in einer Zeit, in der der Genuss von Ruhe mehr und mehr zum Luxus wird, weil Ruhe und Besinnlichkeit wirtschaftlich mit Zahlen nicht wirklich fassbar ist, geschweige denn möglicherweise als Gewinn verbuchbar ist.
Die Mengen des verkauften Glühweins usw. dagegen schon.
Ein Hoch auf die Wirtschaftlichkeit des Advents.
Aber die Krone ist die Diskussion um die Geschäftsöffnung am 24. Dezember.
Ich würde mir wünschen, dass es mal nicht um Zahlen geht, sondern einfach um uns, die Menschen, und die Frage, was uns guttut.
Lassen Sie, liebe Leserinnen und Leser, es sich in diesem Advent, es einfach mal wieder gut gehen, genießen sie vielleicht doch ein wenig die Ruhe und Besinnlichkeit des Advents. Und sie werden merken: es tut sehr gut!
„Advent, Advent ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier. Dann steht das Christkind vor der Tür!“

Einen schönen 2. Advent wünscht

Martin Karras, Pfarrer in St. Nikolaus, Burgdorf