Wo Hape Kerkeling und Uwe Seeler in Burgdorf übernachteten

Das Autorengespann Heidi Rust und Dieter Heun hat den/der Geschichte(n) des renommierten Hotel- und Restaurantbetriebs am Försterberg ein Buch gewidmet. (Foto: VVV)
 
Der Comedy-Entertainer Hape Kerkeling schrieb 1991 in das Gästebuch des Hotels: „Die Nudeln war´n lecker“. (Foto: Dieter Heun)

Broschüre “Die Nudeln war´n lecker“ von Dieter Heun und Heidi Rust

BURGDORF (r/jk). Im nächsten Jahr feiert das Hotel am Försterberg sein 60-jähriges Bestehen. Grund genug für das Autorengespann Heidi Rust und Dieter Heun, dem renommierten Hotel- und Restaurantbetrieb in der Immenser Straße ihr fünftes gemeinsames (und Heuns zehntes) stadtgeschichtliches Werk zu widmen.
Herausgekommen ist eine unterhaltsame, in leichtfließendem Stil geschriebene Publikation, die auf 68 lesenswerten Seiten auch in die Geschichte der ersten Burgdorfer Gaststätten zurückblickt. Die beiden Hobby-Historiker gaben der vom VVV herausgegebenen Broschüre den Titel „Die Nudeln war´n lecker; Das Hotel am Försterberg: Seine Geschichte – Seine Gäste“. Sie ist zum Preis von 6,50 Euro (VVV-Mitglieder: 5,50 Euro) bei Bleich Drucken und Stempeln (Braunschweiger Str. 2), Buchhandlung Gillmeister (Marktstraße 54) und Wegeners Buchhandlung (Hannoversche Neustadt 25) erhältlich.

Geschichte(n) zur Gastronomie

Wie sah die Burgdorfer Gaststätten- und Beherbergungsszene in früheren Jahrhunderten aus? Wann floss das erste, in einem öffentlichen Gasthaus ausgeschenkte Bier in die Kehlen der glücklichen Zecher? Diese Fragen stellte sich das Autorenduo zum Auftakt seiner Recherchen. Welche Antworten dabei herauskamen, ist in kurios-vergnügliche Anekdoten eingeflossen, die zum Schmunzeln anregen und den in damaliger Zeit üblichen, unbekümmerten Umgang mit alkoholhaltigen Getränken anschaulich vor Augen führen.
Mancher Leser wird sich verwundert fragen, wo es eigentlich einen Berg in Burgdorf gegeben hat, der mit einem Förster in Verbindung stand. Auch hier geben die beiden Autoren eine einleuchtende Erklärung des ungewöhnlichen Straßennamens und kommen dann zur eigentlichen Geschichte des Hotels am Försterberg.
Nachdem in ihrem letzten Buch über die Franzosenzeit in Burgdorf das fingierte „Tagebuch der Louise Rougemont“ eine elementare Rolle spielte, steht im aktuellen Werk das Gästebuch des Hotels im Mittelpunkt des Geschehens. „Bei der ersten Lektüre waren wir absolut überrascht, wie viele Promis sich in das seit 1977 ausliegende Gästebuch eintrugen, und entschlossen uns, die dahinter stehenden Geschichten an die Leser weiterzugeben“, berichtet Dieter Heun. „Aus der großen Zahl der Einträge mussten wir eine Auswahl treffen und haben 50 Prominente und ihre Eintragungen herausgegriffen“, ergänzt Heidi Rust.

Hape Kerkeling fand „Nudeln lecker“

Die Bandbreite der Stars und Sternchen, die im Försterberg übernachteten, reicht von Schlager- und Popstars über Schauspieler und Komiker bis zu Fußballprofis und Opernsängern. Viele von ihnen gehörten einst zu den gefeierten und weithin bekannten Künstlern. Mancher Ruhm ist inzwischen verblasst. Doch Persönlichkeiten wie Hape Kerkeling zählen nach wie vor zu den Top-Größen der deutschen Unterhaltungsbranche. Am 1. Juni 1991 gastierte er in Burgdorf und schrieb im Hotelrestaurant in das Gästebuch: „Die Nudeln war´n lecker“. Fußballlegende Uwe Seeler übernachtete 1980 im „Försterberg“.

Heitere „Zwischenfälle“

Nahm das Hotel Komiker auf – darunter waren Karl Dall, Mike Krüger und Dieter Hallervorden –, versuchten einige gelegentlich, den „Försterberg“ als Bühne ihres Schalks zu nutzen und „provozierten“ heitere „Zwischenfälle“. So ist beispielsweise überliefert, dass die singende Comedy-Truppe „Insterburg & Co.“, die wegen ihrer Zusammenarbeit mit dem Burgdorfer Radioshow-Pionier Hermann Hoffmann häufiger in der Stadt war, eines Nachts die Hosen des Hoteliers tiefgefroren vor dessen Tür stellte oder, statt das Hotel durch den Eingang zu betreten, an der Fassade in ihre Zimmer im Obergeschoss kletterte.

Hotel eröffnete 1956

In den geschichtlichen Ausführungen erklären die Autoren, dass das Hotel am Försterberg seine Entstehung den Wirtschaftswunderjahren verdankt, deren treibende Impulse sich auch im Burgdorf der 1950er Jahre bemerkbar machten. Da sich Hannover schon kurz nach dem Kriegsende zu einem bedeutenden Messestandort entwickelt hatte, profitierten die Hotels im Umland von diesem wirtschaftlichen Aufschwung. Dem wachsenden Bedarf an Unterkunfts- und Bewirtungsmöglichkeiten trug der Burgdorfer Bauunternehmer Walter Borowski Rechnung und eröffnete nach kurzer Bauphase am 3. November 1956 das Hotel am Försterberg. Die folgenden Jahre waren durch einen mehrfachen Pächterwechsel geprägt. 1976 übernahm das Ehepaar Jürgen und Doris Beneke das Hotel am Försterberg und leitete damit eine 36 Jahre dauernde Ära des kontinuierlichen Aufschwungs ein. 2012 übergaben die beiden das Szepter an Oliver und Petra Schünemann, die den Betrieb heute führen.